Forschungsprojekt 'ADIMA'
Intelligenz für die Instandhaltung
Wie können Unternehmen die Instandhaltung von industriellen Anlagen vereinfachen? Dieser Fragestellung widmen sich Wissenschaftler am inIT im Forschungsprojekt 'ADIMA'.
Industrielle Anlagen sollen zukünftig ihre Fehler selbst erkennen und den Monteuren geeignete Wartungs- und Fehlerbehebungsinformationen mittels mobiler Geräte, Datenbrillen oder Projektionen anzeigen. Diese Vision verfolgen Wissenschaftler am inIT gemeinsam mit den Industriepartnern Kannegiesser und ISI Automation im Forschungsprojekt ‘ADIMA’. Der Projektname steht für “Adaptives Assistenzsystem für die Instandhaltung intelligenter Maschinen und Anlagen (ADIMA)”.
Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Assistenzsystems, das Wartungsinformationen basierend auf maschinellen Lernalgorithmen selbstständig aus dezentral erfassten Maschinendaten generiert und visualisiert. So sollen Instandsetzungsarbeiten von lokal ansässigen Technikern auch ohne maschinenspezifisches Wissen schnell und erfolgreich durchgeführt werden können. “Wir möchten eine einfache Instandhaltung und gezielte Fehlerdiagnose von Anlagen mit multimodalen Mensch-Maschine-Schnittstellen realisieren, um weniger Stillstandzeiten und gleichzeitig mehr Arbeitskomfort durch intelligente Assistenzsysteme für den Monteur zu ermöglichen”, erläutert Professor Carsten Röcker, Projektleiter und Vorstand am inIT. Für die Lemgoer Wissenschaftler sind computergestützte Assistenzsysteme der Schlüssel, um die steigende Komplexität der Anlagen für Menschen handhabbar zu machen.
Demonstrator für SmartFactoryOWL
“Die Entwicklungen im Projekt sollen kontinuierlich auf deren Praxistauglichkeit getestet werden, daher wird im Laufe des Projektes ein Demonstrator des Assistenzsystems in Verbindung mit einer realen Anlage aufgebaut”, erklärt Professor Oliver Niggemann, Vorstand am inIT, das Vorgehen. “Dieser Demonstrator wird zukünftig in der SmartFactoryOWL zu sehen sein, also in einer Fabrikumgebung, die die zukünftige Produktion im Kontext von Industrie 4.0 zeigt.” Professor Jürgen Jasperneite, Institutsleitung des inIT, ergänzt: “Das angestrebte Assistenzsystem beruht auf dem Internet der Dinge (IoT), mit dem wir die Daten aus sehr unterschiedlichen Quellen einer Maschine und dessen Umfeld in der notwendigen Qualität erfassen und für die anschließende Wissensgenerierung aufbereiten.” Bei einer Reduktion der notwendigen Serviceeinsätze könnten sich die Anlagenhersteller im Instandhaltungsbereich auf das profitable Ersatzteilgeschäft konzentrieren, so Röcker. Die Lemgoer versprechen sich erste Einsätze bereits in 2019. Gefördert werden sie dabei vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 600.000 Euro.










