Prozessautomation

Lukas Dehling,

Wachstum auf geringem Niveau

Der ZVEI rechnet für dieses Jahr mit einem Wachstum von zwei bis drei Prozent bei den weltweiten Auftragseingängen in der elektrischen Prozessautomation. Für das kommende Jahr gibt der Verband eine verhaltenere Prognose ab.

"Eine problembehaftete Region bleibt Südamerika mit besonders deutlichen Auftragseingangs-Rückgängen unter anderem in Brasilien", sagt Hans-Georg Kumpfmüller, Fachbereichsvorsitzender Messtechnik und Prozessautomatisierung im ZVEI-Fachverband Automation.

© ZVEI

Mit den erwarteten Zahlen für 2015 wird sich das Wachstum damit auf einem geringeren Niveau als in den Vorjahren einpendeln – und auch die von Kumpfmüller im letzten Jahr prognostizierten fünf Prozent  nicht erreichen. Für 2016 erwartet der ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie für die globale Messtechnik und Prozessautomatisierung gar ein Auftragswachstum, das sich nur noch leicht über der Null-Prozent-Marke bewegt.

Derzeit treiben das weltweite Wachstum in der Prozessautomation vor allem die Geschäfte mit der Wasser- und Abwasserbranche, der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie der Pharmaindustrie. Die Auftragseingänge aus der Chemieindustrie stagnieren, weniger gut laufen auch die Geschäfte mit der Metall- und Hüttenindustrie. Vor allem  der Öl- und Gasbereich – und dort insbesondere der Upstream-Bereich, also die Förderung und Produktion von Erdöl und Erdgas – schwächeln. "Das hat Auswirkungen auf die Prozessautomation. Nach wie vor entwickeln sich aber Instrumentierung und Prozessanalytik besser als die Leit- und Interfacetechnik", so Kumpfmüller.

Im zweistelligen Bereich legten im bisherigen Geschäftsjahr die Auftragseingänge in Südeuropa und im Mittleren Osten zu. In Nordamerika wuchsen sie im hohen einstelligen Bereich. Die Bestellungen in Indien wuchsen deutlich stärker als in China. Während die Auftragseingänge in Deutschland stagnierten, verzeichnete Nordeuropa sogar einen leichten Rückgang. "Auch aus Russland kommen immer noch negative Impulse, allerdings sehen hier einige Unternehmen die Talsohle erreicht und erwarten künftig wieder eine leichte Verbesserung des Geschäfts", so Kumpfmüller.

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