zuruck zur Themenseite

Artikel und Hintergründe zum Thema

VDMA

Andrea Gillhuber,

Maschinenbau hält Beschäftigungsniveau trotz Krise

Trotz wirtschaftlicher Turbulenzen konnte die Maschinenbau- und Anlagenbranche in Deutschland im Jahr 2024 ihre Stammbelegschaft weitgehend halten.

© Tung Lam/Pixabay

Nach Angaben des VDMA sank die Zahl der Arbeitsplätze im Jahresverlauf um 6.800 (-0,7 Prozent) auf insgesamt 1,02 Millionen Beschäftigte in Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern. „Damit konnte der Maschinen- und Anlagenbau seine Position als größter industrieller Arbeitgeber in Deutschland halten. Das ist bemerkenswert, weil die Maschinenbauproduktion im abgelaufenen Jahr nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts um preisbereinigt 7,5 % zurückgegangen ist“, kommentierte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.

Sorgen für 2025 wachsen

Dennoch bleiben die Aussichten für den Arbeitsmarkt angespannt. Frühindikatoren wie das ifo-Beschäftigtenbarometer und die aktuelle VDMA-Konjunkturerhebung deuten darauf hin, dass sich der Stellenabbau im Jahr 2025 fortsetzen wird. „Das wird nicht gänzlich ohne Spuren an den Beschäftigtenzahlen vorbeigehen“, warnte Wiechers. Besonders betroffen sind Hersteller von Investitionsgütern, die mit erheblichen konjunkturellen und strukturellen Herausforderungen kämpfen.

Kurzarbeit auf dem Vormarsch

Viele Unternehmen setzen verstärkt auf Kurzarbeit, um Entlassungen zu vermeiden. Laut Bundesagentur für Arbeit waren im Oktober 2024 rund 53.000 Maschinenbau-Beschäftigte in Kurzarbeit – mit steigender Tendenz. Laut VDMA-Umfrage erwarten 27 % der Unternehmen einen weiteren Anstieg der Kurzarbeit im ersten Halbjahr 2025, während 58 % mit einem stabilen Niveau rechnen. Trotz aller Bemühungen rechnet ein Viertel der Unternehmen mit Personalabbau. „Wieviel davon dauerhaft sein wird, wieviel zu einem späteren Zeitpunkt durch Neueinstellungen kompensiert werden kann, lässt sich seriös nicht sagen“, so Wiechers.

Anzeige

Forderung nach Reformen

Beschäftigte im deutschen Maschinen- und Anlagenbau © Statistisches Bundesamt, VDMA

Der VDMA fordert rasche arbeitsmarktpolitische Reformen. Insbesondere die steigenden Sozialversicherungsbeiträge belasten die Unternehmen. „Bei der Stabilisierung der Sozialversicherungen besteht größter struktureller Handlungsbedarf. Denn deren Beiträge treiben die Kosten der Beschäftigung weiter in die Höhe“, betonte Wiechers. Zudem seien ein flexibleres Arbeitszeitgesetz mit Wochen- statt Tageshöchstarbeitszeiten sowie ein Abbau der Bürokratie dringend erforderlich. „Wer den industriellen Mittelstand halten will, darf vor teils schmerzhaften Reformen im Arbeitsmarkt nicht zurückschrecken!“, forderte Wiechers abschließend.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

ZVEI-Umfrage

Industrie investiert stärker in KI

Eine Umfrage des ZVEI zeigt: Fast jedes zweite Unternehmen der Elektro- und Digitalindustrie nutzt industrielle KI bereits produktiv. Viele planen steigende Investitionen und erwarten schnelle wirtschaftliche Effekte. Für 2026 stellt die Branche...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

VDMA

Auftragseingang startet schwach ins Jahr

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau startet schwach ins Jahr 2026. Im Januar lagen die Auftragseingänge preisbereinigt 6 % unter dem Vorjahresniveau, besonders aus Euro-Ländern gingen weniger Bestellungen ein.  

mehr...

Bitkom-Umfrage 2026

Geteilte Stimmung in Startups

Ein Drittel der Tech-Startups in Deutschland berichtet von einer besseren Geschäftslage, fast ebenso viele von einer Verschlechterung. Neun % rechnen mit einer möglichen Insolvenz binnen eines Jahres. Nur die Hälfte würde erneut in Deutschland...

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren