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Artikel und Hintergründe zum Thema

Mini-Rechner und Panel-PC

Lukas Dehling,

Raspberry-Pi-Board als Basis

Auf der embedded world 2017 stellt Janz Tec zwei Produkte in den Fokus: Einen Mini-Rechner und einen Panel-PC – jeweils basierend auf dem Raspberry Pi. André Massow, Software-Entwickler bei Janz Tec, nennt die Vorteile der günstigen Systeme, zeigt aber auch Grenzen auf.

André Massow: "Durch die neuen Möglichkeiten der drahtlosen Verbindung lassen sich Benutzerschnittstellen beispielsweise über eine App und ein Mobilgerät des Bedieners realisieren."

© Janz Tec

Herr Massow, was hat sich mit dem Wechsel auf das Raspberry Pi 3 Board verändert?
Massow:
Der von uns neu vorgestellte emPC-A/RPI3 basiert jetzt auf dem aktuellen Einplatinencomputer Rasp­berry Pi 3 Model B. Das Upgrade un-terscheidet sich zum Vorgängersystem nur in der eingesetzten Raspberry-PiPlatine. Andere Komponenten, wie die Basisplatine mit Netzteil, Echtzeituhr und industrielle Schnittstellen sind unverändert. Ein Wechsel vom Vorgänger zu dem neuen System fällt damit besonders leicht.

Interessanter als die Änderungen an der CPU-Architektur ist für viele Anwendungen jedoch die neu hinzugekommene Funkanbindung mit WLAN 2,4 GHz b/g/n sowie Bluetooth 4.1 Low Energy. Die Einbindung in bestehende WLAN-Netzwerke oder die Bereitstellung eines WLAN-Access-Point ist damit einfach möglich. Per Bluetooth können Funksensoren aller Art und auch andere Mobilgeräte, wie Tablet-PC und Mobiltelefone, leicht mit einem emPC-A/RPI3 vernetzt werden.

Wo sehen Sie die typischen Einsatzgebiete?
Massow:
Immer dann, wenn ein günstiges Gerät gefordert wird sowie die Umgebungsbedingungen nicht zu extrem sind. Bereits heute wird unser emPC-A/RPI von vielen Kunden erfolgreich eingesetzt: als Steuerungs­system für die Tragschiene im Schaltschrank, als Gateway für Industrie-4.0-Anwendungen oder als Anzeigesystem in Kombination mit einem externen HDMI-Bildschirm.

Mit den aktuell hinzugekommenen Funkschnittstellen sind jetzt ganz neue Einsatzgebiete möglich. Per WLAN ist eine Netzwerk-Anbindung realisierbar, auch wenn am Einsatzort kein Netzwerk-Kabel verfügbar ist oder generell keine kabelgebundene Lösung realisiert werden kann, zum Beispiel in einem autonomen Flurförderfahrzeug zur Datensynchronisation.

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Das Metallgehäuse des Panel-PC emView-7/RPI3 hat die Abmessungen von 203 mm × 121 mm × 55 mm. Auf der Rückseite befindet sich die Recheneinheit mit Montagemöglichkeit.

© Janz Tec

Oft haben unsere Kunden bereits Prototypen auf Raspberry-Pi-Basis realisiert – ohne Gehäuse, mit 5V-USB-Steckernetzteil und mit Aufsteckplatinen aus dem Maker-Umfeld für die IO-Anbindung. Für diese Anwender ist dann der Einsatz des emPC-A/RPI3 eine deutliche Professionalisierung und ermöglicht überhaupt erst den Einsatz in Industrie-Umgebungen. Ausschlaggebend dafür ist das robuste Gehäuse, das integrierte Netzteil mit 24-V-Eingang für 9 bis 36 V zur zuverlässigen Versorgung und die industrietauglichen Schnittstellen –  einmal CAN-Bus, einmal RS232 als serielle Konsole, einmal RS232/RS485 sowie je vier digitale Ein- und Ausgänge.

Natürlich hat ein System auf Basis des Raspberry Pi einige Einschränkungen. Der Temperaturbereich zum zu­verlässigen Betrieb ist mit 0 bis 45 °C im Vergleich zu anderen Industrie-PCs eingeschränkt und auch die in der ­Industrie oft benötigte Langzeitverfügbarkeit lässt sich nicht garantieren. ­Dafür sind dann zahlreiche qualitativ hochwertige Alternativsysteme von Janz Tec einsetzbar.
 
Zur embedded world  2017 zeigt Janz Tec zudem neue Panel-PCs. Was hat es damit auf sich?
Massow:
Aufgrund der hohen Nachfrage nach der Kombination aus emPC-A/RPI und einem integriertem Display mit Touchbedienung, wurde von uns der Panel-PC emView-7/RPI3 entwickelt. Er vereint Leistung und Anschlussvielfalt des emPC-A/RPI3 mit dem offiziellen Raspberry-Pi-7-Zoll-Display. Dies hat den großen Vorteil, dass die Treiberunterstützung für das Display und die Multitouch-Bedienung bereits durch die Raspberry-Pi-Entwickler realisiert wurden und daher keine speziellen Software-Anpassungen notwendig sind. Der Panel-PC bietet damit den schnellen und kostengünstigen Einstieg in die Realisierung industrieller HMI-Anwendungen.

Die Einsatzgebiete für den emView-7/RPI3 sind mindestens genauso vielf­ältig wie die des industriellen Rasp­berry-Pi-Rechners. Durch das integrierte 7-Zoll-Display mit Multitouch-Unterstützung ergeben sich jedoch zusätz­liche Einsatzgebiete – ob im Schaltschrank montiert auf einer Tragschiene oder an einem Tragarm mit VESA-­Halterung. Der Panel-PC ermöglicht in einer sehr kompakten Bauform die Darstellung und Bedienung einer Anwendung per Touchscreen. So können Maschinendaten direkt an einer Maschine angezeigt werden. Bediener ­können Eingaben per Fingerdruck vornehmen, ohne zusätzlichen Anschluss von Maus, Tastatur und Bildschirm.

Was sind die großen Vorteile Rasp­berry-Pi-basierter Systeme?
Massow:
Der größte Vorteil liegt ­darin, dass kaum Einstiegshürden zur Entwicklung eigener Software vorhanden sind. Je nach Kenntnisstand und Vorlieben des Software-Entwicklers kann er diverse Programmiersprachen nutzen, angefangen bei einfachen gra­fischen Programmiersprachen, wie Scratch, über Perl und Python bis hin zu den anspruchsvollen Hochsprachen C, C++, Java und vielen mehr. Viele im ­Internet frei verfügbare Anleitungen und Software-Bibliotheken aus dem Maker-Umfeld sind bereits durch die große Gemeinschaft an Raspberry-Pi-Nutzern so ausgereift, dass sie ohne Probleme im industriellen Umfeld verwendet werden können.

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