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Artikel und Hintergründe zum Thema

Makerboards / Raspberry Pi 4

Neue Kerne, mehr Speicher, mehr Displays

Der Raspberry Pi 4 kommt mit neuen Rechenkernen und Verbesserungen vor allem an der Peripherie. Die Neuerungen im Detail in einer Bilderstrecke.

Der neue Raspberry Pi 4 ist äußerlich durch die zwei Display-Schnittstellen erkennbar.

© Farnell

Heute hat Farnell als Fertigungspartner der Raspberry Pi Foundation eine neue Generation des Einplatinen-Computers Raspberry Pi angekündigt. Im Broadcom-Chip BCM2711 stecken statt der vier Cortex-A53-Kerne jetzt vier Cortex-A72. Die Taktfrequenz unterscheidet sich nur marginal. Während sie beim Vorgänger Raspberry Pi 3 B+ 1,4 GHz beträgt, taktet der Raspi 4 mit 1,5 GHz. Beim den Cortex-A53-Kernen legte ARM den Entwicklungsschwerpunkt jedoch auf die Energieeffizienz, während sie bei den A72-Kernen auf Performance liegt. So soll der neue Raspberry Pi etwa die zwei- bis dreifache Rechenperformance gegenüber dem Vorgänger bringen. Die Energieaufnahme steigt aber nicht in diesem Maß, da Broadcom das neue SoC BCM2711 mit 28 nm fertigen lässt, gegenüber 40 nm beim Vorgänger. Exakte Vergleichswerte für die Leistungsaufnahme gibt es zwar nicht, aber das Netzteil muss beim Raspberry 4 minimal 5 V/3 A liefern, wo der Raspberry 3 noch mit 2,5 A auskam. Ein Lüfter soll weiterhin nicht notwendig sein, ein Kühlkörper wird bei starker Belastung jedoch empfohlen.

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Wichtige Neuerungen gibt aber auch an der Peripherie: Hier ist es vor allem die Ausstattung mit Arbeitsspeicher, die einen Leistungsschub bringen dürfte. Zukünftig kann der Kunde zwischen 1 (wie bisher), 2 und 4 GB Speicherausbau wählen. So ist der Raspberry Pi 4 einerseits für speicherintensive Anwendungen in Bereichen wie KI oder Multimedia gerüstet, kann andererseits aber auch mit weniger RAM in kostensensitiven IoT-Applikationen eingesetzt werden.

A pro pos Multimedia: Der 4er kann nun zwei unabhänige Displays ansteuern. Die maximale Auflösung beträgt 4K bei 60 Hz. Der große HDMI-Stecker weicht dafür zwei kleineren Micro-HDMI-Ports. Die Grafikeinheit unterstützt OpenGL 3.0 (bisher 2.0) und decodiert Videos im H.265- (4Kp60) oder H.264-Format (1080p60). 1080p-Videosignale komprimieren kann sie maximal in H.264 mit 30 Hz.
 

Schnelleres I/O

Von den vier USB-2.0-Anschlüssen werden zwei zu USB 3.0 aufgerüstet, so dass jetzt bis zu 5 Gbit/s Datenrate möglich sind – sinnvoll etwa für SSDs. Die USB-Ports müssen sich den internen Bus jetzt nicht mehr mit der Ethernet-Schnittstelle teilen, so dass auch die Ethernet-Performance – obwohl nominal nach wie vor bei 1 Gbit/s – profitieren dürfte.

Nichts geändert hat sich beim WLAN, hier gibt es weiterhin Dual-Band mit 2,4 und 5 GHz. Standard sind ebenfalls der SD-Card-Slot und ein Kameraeingang nach MIPI-CSI. Das Bluetooth-LE-Modul macht einen Sprung von 4.0 auf 5.0. Die Wireless-Module sind laut Datenblatt "pre-certified" was die Integration des Raspberry Pi 4 in Endprodukte erleichtern soll.

Der GPIO-Header enthält zusätzliche serielle Schnittstellen. Da diese aber im Multiplex-Verfahren aufgeschaltet werden, bleibt die 40-polige Kontaktleiste abwärtskompatibel. Die Versorgungsspannung kann entweder über eine USB-Typ-C-Buchse oder den GPIO-Header zugeführt werden. Peripheriegeräte können über USB bis zu 900 mA entnehmen oder über Power-over-Ethernet (mit einem optionalen PoE-HAT) versorgt werden.

Durch den abwärtskompatiblen GPIO-Header kann sämtliche existierende Peripherie weiterverwendet werden. Wenn existierende Raspi-Nutzer ihre Anwendung mit dem neuen Board aktualisieren wollen, benötigen sie wegen der anderen Display-Steckerbinder jedoch ein neues Gehäuse mit passenden Aussparungen und ein leistungsfähigeres Netzteil.

Über die Verfügbarkeit gibt es momentan noch Unklarheit. Laut Farnell ist das neue Board “sofort verfügbar”, wird aber im Webshop als nicht verfügbar angezeigt. Bei RS Components, ebenfalls Distributionspartner der Raspberry Pi Foundation, heißt es “verfügbar ab September 2019”.

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