Nachgehakt bei Andreas Ertel

Lukas Dehling,

Große Stückzahlen statt Diversifikation

Mit Dell EMC stellt sich ein klassischer IT-Hersteller der Herausforderung, in einem weitgehend gesättigten und extrem divergenten Industrie-PC-Markt Fuß zu fassen. Warum man diesen Schritt wagt, erläutert Andreas Ertel, Solution Consultant bei Dell OEM.

"Wir liefern bereits bei nur einem bestellten System.", so so Andreas Ertel, Solution Consultant bei Dell OEM.

© Dell OEM

Herr Ertel, Dell EMC ist unter anderem bekannt für klassische Rechner für das Büroumfeld. Wie kam es zur Ausrichtung auf den umkämpften Markt der Industrie-PCs?
Ertel:
Zunächst einmal sei vorangestellt, dass wir mit Dell OEM bereits seit 15 Jahren sehr erfolgreich im Bereich OEM-Solutions aktiv sind. Global unterstützen wir bereits heute mehr als 4000 Kunden in 40 verschiedenen vertikalen Märkten bei der Integration von Hardware, Software und Services in deren Lösungen. Dabei legen wir gerade im Bereich OEM bereits seit vielen Jahren einen speziellen Fokus unter anderem auf den Rechnereinsatz im Anlagen- und Maschinenbau – mit langlebigen, auf die Bedürfnisse des Shopfloors angepassten Produkten, Konzepten für die Supply-Chain sowie den Service und Support. So waren und sind etwa unser Optiplex XE und sein Nach­folger – der XE2 – robuste Standard-PC-Systeme für Industrie-Umgebungen mit einer Laufzeit von dreieinhalb Jahren und einer technischen Auslegung für den 24/7-Betrieb sowie dem Betrieb bei bis zu 45°C oder einer Luftfeuchtigkeit von bis zu 80 %. Mit der Einführung der lüfterlosen Embedded-Box-PC-Linie im März 2016 haben wir die Lücke zur Embedded-Welt geschlossen.

Wie unterscheiden Sie sich vom ­Wettbewerb?
Ertel:
Statt auf Diversifikation und Kleinserien zu setzen, ist es unser Ansatz, unseren Kunden große Stückzahlen zu  attraktiven und wettbewerbsfähigen Konditionen zu bieten, und das bei gleichbleibend höchster Qualität. Ein weiterer entscheidender Vorteil sind die kurzen Lieferzeiten, analog zu den Standard-Dell-Systemen. Zum anderen gibt es bei uns keine Mindestbestellmenge. Reine Industrie-PC-Hersteller können diesen Services nicht oder nur sehr eingeschränkt anbieten. Dell EMC bietet das industrieweit umfangreichste IT-Portfolio, globale Verfüg­barkeit und einen weltweiten Service bei einem bekannt hohem Qualitätsstandard. Zudem bieten wir Cross-Plattform-Funktionalität zu anderen Dell-Produkten, etwa für Manageability- und Security-Funktionen.

Und wie können die Rechner aus technischer Sicht mithalten?
Ertel:
Wir legen sehr großen Wert auf die technischen Anforderungen eines Industrie-PC in der Fertigungsumgebung. So sind unsere beiden Embedded-Produkte, der Embedded Box PC 3000 und der Embedded Box PC 5000, komplett lüfterlos designte Systeme mit energieeffizienten, stromsparenden Intel-Prozessoren der sechsten Generation. Beide Modelle bieten typische Industrieschnittstellen wie RS232/422/485 und 2xGb LAN, und das 5000er-Modell zudem Erweiterungsoptionen durch PCI/PCIe-Slots. Optionen für WLAN/BT und WWAN erweitern zusätzlich die Möglichkeiten zur Vernetzung. Wichtig sind außerdem die vielfältigen Montagemöglichkeiten für Schaltschränke oder DIN-Rail sowie ein durchgängiges Design für den Dauerbetrieb von 0 bis 50 °C. Entscheidend für die Industrie ist aber auch die Langzeitverfügbarkeit von fünf Jahren mit garantierter Komponenten-Stabilität sowie die Möglichkeit, via ‚debranding‘ oder ‚rebranding‘ den Namen Dell auf Wunsch gegen das jeweilige Kunden-Logo auszutauschen.

Im Umfeld der Produktion kommen zunehmend der Begriff Edge Computing auf und der Cloud-Anschluss wird wohl in Zukunft essenziell. Wie antworten Sie als Hersteller auf diesen Trend?
Ertel:
Parallel zu den im Mai letzten Jahres gelaunchten Embedded-Box-PCs bieten wir seit Dezember 2015 bereits verschiedene Edge Gateways an. Die Dell Edge Gateways der Reihe 5000 und 5100 sind exakt die Schnittstelle zu den von ihnen genannten ­Begriffen wie Edge- beziehungsweise Fog-Computing und Cloud-Konnektivität. Die Linie der Edge Gateways bauen wir kontinuierlich aus, um sie auch für kleinere Unternehmen mit geringeren Budget verfügbar zu machen.

Im Unterschied zu den Embedded-PCs startet ein Edge-Gateway-Projekt immer mit einem lösungsorientierten Ansatz. Viele dieser Lösungen liefern wir im Rahmen unseres weltweiten IoT-Partner­programms. Zu den Mitgliedern dieses Programms zählen sowohl nationale, auf Industrial Automation spezialisierte ‚Registered‘ und ‚Preferred‘ Partner, wie Azeti, Relayr oder MPDV, als auch internationale ‚Premier‘ Partner, wie OSISoft, SAP oder ThingWorx.

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