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Artikel und Hintergründe zum Thema

Fernwartung

Jürgen Kern | Meinrad Happacher,

Remote Management im Maschinenbau

Noch nie war das Überwachen von Anlagen aus der Ferne so einfach über das Mobilfunknetzwerk realisierbar wie heute. Damit aber echter Kundennutzen entsteht, ist neben der professionellen Verknüpfung der Technologien eine leicht bedienbare Management-Plattform Voraussetzung.

© Shutterstock

Bei dem beschriebenen Remote Management Beispiel handelt es sich um eine Applikation bei einem weltweit tätigen Anbieter von Automationslösungen für die Materialbearbeitung mit Niederlassungen an verteilten Orten. Die Steuerung der Anlagen in den Werken selbst erfolgt über speicherprogrammierbare Steuerungen, die wiederum mit einem Industrial Router pro Fabrikationsanlage verbunden sind. Zum Einsatz kommen programmierbare industrielle NB1601 Breitband-Router, die Multi-WAN-LAN-Kommunikation bieten und sich mit den neuesten Technologien wie UMTS, LTE oder LTE Advanced problemlos vernetzen lassen. Die leistungsfähigen Geräte sind bereits mit den industriellen Standardschnittstellen und -protokollen wie digitalen I/O, RS232 und vielen anderen ausgestattet. So ermöglichen sie den Zugriff auf Sensoren/Aktoren oder SCADA-Systeme. Mit Erfüllung der Norm EN 61000-6-2 verfügen sie über hohe Störfestigkeit. Dank integriertem Federclip eignen sie sich für die DIN-Hutschienenmontage.

Grundsätzliche Aufgabenstellungen

Die Komplexität schnell wachsender Netzwerke steigt mit der fortschreitenden Digitalisierung und der hohen Nachfrage nach Systeminteroperabilität. Wenn ein Techniker nur vor Ort auf die Geräte zugreifen kann, wird deren Wartung ineffizient und extrem teuer. Erschwerend bedeutet ein manueller Fernzugriff auf einzelne Geräte, dass alle Software- oder Konfigurations-Updates separat durchgeführt werden müssen – teuer und nicht mehr zeitgemäß.

Hier setzt die ‚Connectivity Suite Plattform‘ von NetModule an: Dieses webbasierte System vereinfacht dank zentraler Administration das Einrichten eines Managementnetzwerks und die Verwaltung der daran angeschlossenen Geräte. Damit lassen sich Probleme schnell identifizieren und lösen. Sie eröffnet Lösungsmöglichkeiten für die Problemstellungen, die sich bei der weitläufigen Vernetzung der Fabrikationsanlagen ergaben:

  • Wie sichert man den Zugriff auf die Anlagen?
  • Wie überwacht man den Status der Router?
  • Wie lassen sich die Router warten? (Software-Aktualisierungen, Konfigurationsänderungen)
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Die VPN-Verbindungen zwischen der Connectivity Suite und den Routern setzen sich selbstständig auf, wobei die Verteilung der Zertifikate über OpenVPN erfolgt.

© NetModule

Die Connectivity Suite automatisiert den Aufbau eines verschlüsselten Management-Netzwerks und der sicheren Kommunikation zwischen Server, Administratoren/Mandanten, Geräten und sogar den daran hängenden Endgeräten mit bewährten VPN-Technologien wie OpenVPN. Dazu baut die Plattform ein verschlüsseltes Management-Netzwerk auf, wodurch Administratoren eine sichere Verbindung zum Router erhalten. Zugleich wird über die ‚Public Key Infrastructure‘ sichergestellt, dass kein Router unbefugt in das Netzwerk eingeschleust werden kann.

Vorteilhaft ist eine optionale Gruppierung der Router, zur Sortierung und zur Vereinfachung der Konfigurationen und Firmware-Updates. Sogenannte Netzwerk-Tenants (Mandanten) ermöglichen die Gruppierung und Trennung mehrerer Netzwerk-Standorte innerhalb einer Management-Plattform. Nur der zuständige Administrator beziehungsweise Techniker kann auf die ihm zugeordneten Mandanten und Geräte zugreifen. Jeder Tenant verfügt über einen eigenen VPN-Server. Router können diesem sehr einfach über die Weboberfläche zugewiesen werden. Dabei erfolgt das Aufsetzen der VPN-Verbindungen, die Verteilung der Zertifikate und der Verbindungsaufbau automatisch – so ist das Jonglieren mit IP-Adressen nicht mehr notwendig!

Herzstück der Connectivity Suite Plattform ist eine moderne REST API, die direkt in die Anwendungen integriert wird. REST (Representational State Transfer) ist ein modernes Software-Interface für die M2M-Kommunikation. Dieses ermöglicht die Integration der Connectivity Suite in bestehende Tools von Drittanbietern oder die Erweiterung der Funktionalität um zusätzliche Komponenten.

Über die webbasierte Bedienoberfläche der Connectivity Suite ist der Betriebszustand sämtlicher Router jederzeit ersichtlich.

© NetModule

Dank der webbasierten Bedienoberfläche der Plattform ist der Betriebszustand sämtlicher Router jederzeit ersichtlich, unabhängig von Ort und Zeit. Auch Konfigurationen und Software-Versionen der Router können über die Connectivity Suite sehr schnell festgestellt und bei Bedarf ohne großen Aufwand aktualisiert werden, egal ob für ein einzelnes Gerät oder für mehrere zusammen. Dadurch lassen sich Updates einfach planen und automatisch zur gewünschten Zeit ausführen.

Zentrale Komponente der Bedienoberfläche ist das Dashboard, über das auch das Geräte-Management erfolgt:

  • Die Komponente Health (Zustand) indiziert den Status der Geräte.
  • Die Geräteliste zeigt alle Router mit ihren Merkmalen (Typ, Firmware Version,Online-Status), und welchen Tenant-Netzwerken sie angehören. 
  • Konfiguration ermöglicht die Vorbereitung und Verwaltung der Einstellungen.
  • Die Funktion Deployment ermöglicht das Einspielen von Konfigurationen und die Verwaltung geplanter Updates.

Pflichtenheft erfüllt

Die Connectivity Suite zur Verwaltung der weltweit eingesetzten Router bündelt gleich mehrere Vorteile: Webbasiertes UI zur einfachen Verwaltung des Management-Netzwerks, schneller Zugriff auf einzelne Router und daran angedockte Geräte, minimierter Aufwand für die Wartung und Konfiguration und dennoch Schutz vor Zugriffen von Außen. Aufgrund ihres Designs eignet sich die Connectivity Suite auch für größere Projekte und unterstützt die Einbindung der angeschlossenen Systeme in eine übergeordnete komplexe Back-End-Infrastruktur. Das macht sie zur nachhaltigen Investition.

Autor

Jürgen Kern ist CEO des Unternehmens NetModule.

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