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Artikel und Hintergründe zum Thema

Fernwartung per Cloud, Safety, Robotik

Stefan Kuppinger,

Automation von A bis Z

Thematisch war die Gruppen-Pressekonferenz auf dem Böblinger Automatisierungstreff ein Rundumschlag: Von AS-Interface-Gateways mit sicherem Querverkehr, über Cloud-basierte Datenerfassung und Fernwarung bis hin zu einem 8-kanaligen Robotercontroller zur Ansteuerung von Z-Achsen reichte die Bandbreite.

© HMS

Jochen Bihl, Geschäftsführer Bihl+Wiedemann: „Bei den AS-i-Gateways mit integriertem Sicherheitsmonitor macht der sichere Querverkehr den Einsatz von F-CPUs überflüssig.“

© Computer&AUTOMATION

Rund 30 Workshops über Produkte und Technologien standen im Mittelpunkt des Automatisierungstreffs, zu dem zahlreiche Unternehmen ihre Kunden und solche die es werden sollen aus dem Großraum Stuttgart einladen. Parallel dazu stellten am zweiten Veranstaltungstag verschiedene Unternehmen ihre Neuheiten und Messe-Highlights zur Hannover Messe vor.
Die Firma Bihl+Wiedemann aus Mannheim rückt zur Hannover Messe (Halle 9 Stand H01) die sichere Querkommunikation bei ihren AS-Interface-Gateways mit sicherem Busmonitor nochmals in den Mittelpunkt. Erstmals auf der letztjährigen SPS/IPC/Drives für AS-Interface-Gateways mit integriertem Safetymonitor präsentiert, steht zur Hannover Messe diese Funktion nun auch für Profinet und Sercos zur Verfügung. „Mit dieser Entwicklung haben wir eine wichtige Erweiterung unseres Angebots geschafft“, unterstreicht Geschäftsführer Jochen Bihl, die Bedeutung des sicheren Querverkehrs. Damit kann Bihl+Wiedemann nun Safety-Applikationen von kleinen Maschinen mit wenigen sicheren Ein/Ausgängen bis hin zu komplexen Safety-Systemen mit mehreren AS-i-Strängen abdecken - im Maximalausbau 1922 sichere, zweikanalige Eingangssignale und bis zu 992 sichere Ausgänge.
Über die Ethernet-Schnittstellen der Gateways beziehungsweise über die Diagnose-Schnittstelle (Profibus) lassen sich über ein proprietäres Protokoll bis zu 31 Gateways ohne zusätzliche Hardware koppeln. Nach dem Prinzip „Jeder hört jeden“ tauschen die Gateways darüber alle sicheren Signale (bis zu 31 Bits/Gateway) untereinander aus und stellen diese dem jeweiligen Safety-Programm des AS-i-Sicherheitsmonitors zur Verfügung. „Damit kann jedes Gateway direkt auf neue Anlagenzustände reagieren – ohne eine zentrale fehlersichere Steuerung“, betont Bihl.


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Scara-Controller hat auch Z-Achse im Griff

Kennzeichen der Scara-Roboter (F-Serie) sind eine hohe Schutzart von IP 54, die gekapselte Leitungsführung zu den Manipulatoren und ein vergrößerter Arbeitsraum.

© Mitsubishi Electric

Kennzeichen der Scara-Roboter (F-Serie) sind eine hohe Schutzart von IP 54, die gekapselte Leitungsführung zu den Manipulatoren und ein vergrößerter Arbeitsraum.

Als Highlight in Hannover (Halle 17, Stand D24) stellt Mitsubishi Electric eine Familie von Scara-Robotern heraus. Die F-Serie glänzt laut Produktmanager Jan-Philipp Liersch mit der kürzesten Zykluszeit ihrer Klasse. Dementsprechend steigt die Produktivität von Hochgeschwindigkeitsanwendungen wie Pick&Place, Montagearbeiten und Palletieraufgaben. Speziell für die einfachere Realisierung von kooperativen Aufgaben wurden die Funktionen Kollisions-Erkennung und Kooperation entwickelt. Letztere ermöglicht beispielsweise das Handling von Bauteilen durch zwei Roboter auf engstem Raum. Der zugehörige Controller hat eine Schnittstelle für Vision-Systeme und unterstützt bis zu acht Achsen. Damit lassen sich dann Hubtische oder ähnliches direkt ansteuern. Zur Hannover Messe verfügbar sind Roboter der 3- und 6-kg-Klasse. Bis zum Sommer sollen dann Varianten für Lasten bis 12 kg und 20 kg verfügbar sein. Standardmäßig umgesetzt wurde Schutzart IP 54 und ein geschlossenes Gehäusekonzept, bei dem die Leitungsführung von Druckluft, Sensorik und Spannungsversorgung der Manipulatoren durch das Gehäuse geführt wird. Bei Bedarf lässt sich der Roboter sogar bis Schutzart IP65 aufrüsten.

Datenerfassung in der Cloud

Michael Volz: „Momentan noch über Modbus an die Feldgeräte angeschlossen, wird ein Gateway mit Anybus-Interface den Aktionsradius der Cloud-basierten Fernwartungslösung Netbiter deutlich erweitern.“

© Computer&AUTOMATION


Cloud-basierte Fernwartung stand im Mittelpunkt des Vortrags von Michael Volz, Geschäftsführer der Firma HMS (Halle 9, Stand D05), die mit industriellen Kommunikationslösungen knapp 43 Millionen Euro Umsatz in 2011 erzielte. Weiteres Wachstumspotenzial soll eine Komplettlösung für Cloud-basierte Fernwartung erschließen, die mit der Übernahme der Firma Intellicom seit Ende 2011 zum Portfolio von HMS gehört. Kernkomponenten von „Netbiter“ sind Funk- und Ethernet-basierte Kommunikationsmodule und ein zentrales Datenportal für die Langzeitarchivierung und Auswertung der Mess- und Betriebsdaten. Über dieses Portal erfolgt das komplette Handling aller Daten und die Konfiguration sämtlicher Verbindungen. „Entsprechend wichtig sind die Sicherheitsaspekte, die Interessenten durchaus kritisch hinterfragen“, betont Volz. Daher betreibt HMS das Portal in einem großen, Geo-redundanten Rechenzentrum. Als Beleg für die Akzeptanz der Lösung nennt Volz rund 1000 Applikationen, die Kunden bereits über das Portal kontrollieren. Bis zu einem Datenvolumen von 2 GByte kostenlos, empfiehlt sich darüber hinaus entweder eine dann kostenpflichtige Erweiterung des Accounts oder der regelmäßige Download der Daten, der per SOAP (Simple Object Access Protocol) auch automatisiert abläuft. Darüber lassen sich die Daten auch in vorhandene Leitwarten integrieren. Da der Anwender ausschließlich auf das Datenportal zugreift, treten keine Probleme mit dem Öffnen von Firewalls oder dem Zuweisen statischer IP-Adressen auf. Das Einrichten des Accounts erfolgt automatisch nachdem ein Netbiter-Gateway eine Verbindung zum Datenportal hergestellt hat.

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