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Umati

VDW forciert Standard-Schnittstelle

04. Oktober 2018, 00:00 Uhr   |  Meinrad Happacher

VDW forciert Standard-Schnittstelle
© Bild: Computer&AUTOMATION, Quellen: Heller, VDW

Vor einem Jahr stellte der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken die Brancheninitiative ­'Konnektivität für Industrie 4.0' vor. Auf der AMB präsentierte der VDW nun einen Namen und erste Anwendungen für die künftige Standardschnittstelle.

Umati – universal machine tool interface – soll der künftige Standard heißen. Im Internet lassen sich ab sofort die Projektfortschritte nachverfolgen. 

Die Demo-Anwendungen, die auf der AMB in Stuttgart zu begutachten waren, erarbeitete ein Kernteam von acht Werkzeugmaschinen-Anbietern gemeinsam mit wichtigen deutschen Steuerungsherstellern. Sie haben innerhalb eines Jahres über 100 Parameter bestimmt, die als Grundlage für die Erarbeitung der gemeinsamen Schnittstelle dient. Die Arbeitsgruppe konnte zudem 21 Use Cases für die neue, auf dem offenen Kommunikationsprotokoll OPC UA basierende Standardschnittstelle für Werkzeugmaschinen definieren. 

Die an der Initiative beteiligten Unternehmen integrierten einen entsprechend konfigurierten OPC-Server in ihre jeweilige Maschinensteuerung und konnten sich „danach in kürzester Zeit mit dem jeweiligen Kommunikationspartner verbinden und Daten austauschen“, so Jürgen Prokop, Vorsitzender des VDW. Bislang war es eine sehr zeit- und kostenaufwendige Angelegenheit, Maschinen unterschiedlicher Hersteller in einer Produktionslinie miteinander kommunizieren zu lassen.

Zu sehen waren in Stuttgart erste Anbindungen an unterschiedliche Steuerungen etwa für Vertikaldreh-, Rundtakt-, Verzahnungsfräs- und Schleifmaschinen sowie für ein Dreh-Fräs-Komplettbearbeitungszentrum. „Wir wollen mit diesen Anwendungen demonstrieren, dass mit unserer Lösung robuste Systeme realisierbar sind, in denen der Datenaustausch an Werkzeugmaschinen funktioniert“, erläuterte der VDW-Vorsitzende. 

Internationalisierung kommt gut voran

Als rein deutsche Arbeitsgruppe gestartet, war internationale Kooperation von Anfang an das Ziel der Initiative. So laufen inzwischen Gespräche mit dem US-amerikanischen Schwesterverband AMT, besonders bezüglich deren offener Schnittstelle MTConnect. Derzeit wird geprüft, inwieweit Teile davon in Umati übernommen werden können oder langfristig eine Angleichung beider Standards realisiert werden kann. Auch Japan, China und Südkorea signalisierten bereits Interesse an dem neuen Standard. 

Nicht zuletzt ist der VDW seit Juni dieses Jahres Mitglied der OPC Foundation, dem Träger von OPC UA. „Um die Jahreswende werden wir für unsere Aktivität eine Joint Working Group mit der OPC Foundation einrichten“, kündigte Prokop an. „Ab dem Zeitpunkt kann sich die internationale Werkzeugmaschinen-Gemeinde an der Revision und Verbreitung unseres Standards beteiligen.“

600. OPC-Foundation-Mitglied

Die OPC Foundation erfreut sich derzeit eines ‚Rekord-Mitgliederwachstums‘, wie es Stefan Hoppe, Vizepräsident der OPC Foundation nennt. Die treibende Kraft hinter diesem Trend sieht er in der breiten Popularität von Industrie 4.0 und IIoT und der zentralen Rolle von OPC UA in allen Anwendungen, die eine offene und sichere Daten-Interoperabilität benötigen. Mit VW konnte die OPC Foundation nun im September das 600. Mitglied in der Foundation begrüßen.

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