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Artikel und Hintergründe zum Thema

VDMA

Andrea Gillhuber,

Unternehmen profitieren von gestiegenen Exportpreisen

Die Maschinenexporte lagen 2023 preisbereinigt 0,7 % unter dem Vorjahr, legten nominal jedoch um 6 % auf ein Exportrekord von 207 Mio. Euro zu. Gegen Jahresende spürte der Maschinen- und Anlagenbau jedoch Gegenwind. Der VDMA mahnte zudem eine offene Willkommenskultur an.

© tum2282/stock.adobe.com

Im vierten Quartal verzeichneten die Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus in Deutschland einen Exportrückgang: Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes betrug das Minus nominal 4,2 % gegenüber dem Vorjahr. Damit setzte sich die im Jahresverlauf spürbar nachlassende Exportdynamik fort. Für das Gesamtjahr 2023 ergibt sich aber immer noch ein Exportplus von nominal 5,9 % gegenüber 2022. Die USA haben China als wichtigstes Exportland abgelöst, innereuropäische schwächeln die Ausfuhren.

VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers zur Exportbilanz 2023: »Mit einem Exportvolumen von insgesamt 207 Milliarden Euro erreichten die Maschinen- und Anlagenbauer aus Deutschland im vergangenen Jahr abermals einen neuen Rekord. Der Zuwachs basiert jedoch ausschließlich auf einem starken ersten Halbjahr mit zweistelligen Zuwachsraten. Im zweiten Halbjahr 2023 hinterließen die rückläufigen Auftragseingänge ihre Spuren. Ein künftiger Erfolg ist also keineswegs gesichert und bräuchte dringen politischen Flankenschutz etwa durch neue Freihandelsabkommen.«

China enttäuscht, USA begeistern

Die deutschen Maschinenausfuhren 2023 nach Regionen

© VDMA/Statistisches Bundesamt

Positiv für Unternehmen wirkten sich die gestiegenen Exportpreise aus. Preisbereinigt bewegten sich die Maschinenausfuhren im vergangenen Jahr knapp unter Vorjahresniveau (-0,7 %). Dr. Wiechers: »Ein Blick auf die jüngsten Auslandsorders vermittelt den Eindruck einer Bodenbildung. Von einer Trendwende würde ich aber noch nicht sprechen. Für die kommenden Monate ist daher weiter mit einer rückläufigen Exportentwicklung zu rechnen.«

Die Nachfrage aus den USA, größter Einzelmarkt für die Maschinenexporteure aus Deutschland, schwächte sich zum Jahresende ebenfalls deutlich ab. Im vierten Quartal verzeichneten die Unternehmen aber noch ein Exportwachstum von nominal 3 %. Im Gesamtjahr legten die Maschinenexporte in die USA sogar zweistellig um nominal 12,6 % zu und kamen damit auf ein Exportvolumen von 28 Mrd. Euro. Der Anteil der USA an den gesamten deutschen Maschinenexporten legte von 12,7 % im Jahr 2022 auf 13,5 % im Jahr 2023 zu.

»Wesentlicher Grund für die positive Entwicklung der Maschinenexporte in die USA war vor allem die robuste US-Konjunktur. Zudem ist dort das Umfeld für Investitionen im Verarbeitenden Gewerbe – trotz gestiegener Zinsen – attraktiv. Umfangreiche Fördermaßnahmen führten unter anderem zu einem deutlichen Anstieg der Bauinvestitionen. Damit stieg letztlich auch die Nachfrage nach Maschinen ‚Made in Germany‘, die nicht nur für die Errichtung, sondern auch für die Ausstattung der neuen Produktionsstätten benötigt werden«, erläutert der Dr. Wiechers die Entwicklung.

Das China-Geschäft entwickelte sich für die Maschinenexporteure dagegen enttäuschend. Im Schlussquartal fiel das Minus mit nominal 7 % recht deutlich aus. Im gesamten vergangenen Jahr lagen die Maschinenexporte nach China mit 18,6 Mrd. Euro nominal um 1,8 % unter dem Jahresergebnis von 2022. Der Anteil Chinas an den gesamten deutschen Maschinenexporten sank damit von 9,7 % im Jahr 2022 auf 9 % im Jahr 2023.

»Die hohen Erwartungen nach dem Auslaufen der Corona-Maßnahmen in China haben sich nicht erfüllt. Vielmehr besteht nach wie vor eine Nachfrageschwäche, die sich unter anderem in einer Deflation, also einem Preisrückgang in der chinesischen Industrie, äußert. Es überrascht daher nicht, dass die Umsätze im chinesischen Maschinenbau nach offiziellen Angaben seit 2021 nahezu stagnieren«, analysiert der VDMA-Chefvolkswirt.

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Willkommenskultur wichtig für Wettbewerbsfähigkeit

Dr. Ralph Wiechers, VDMA-Chefvolkswirt

© VDMA

Die Maschinenausfuhren aus Deutschland in die Partnerländer der Europäischen Union sanken im vierten Quartal ebenfalls, und zwar um nominal 9,1 Prozent. Unter dem Strich konnten die Maschinenexporte in die EU-Partnerländer im vergangenen Jahr dennoch – wenngleich unterdurchschnittlich – um nominal 4,4 % gegenüber dem Vorjahr zulegen. Mit einem Exportwert von über 91 Milliarden Euro und einem Anteil von 44 % an den gesamten Maschinenexporten aus Deutschland ist der EU-Binnenmarkt der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt für die hiesigen Unternehmen.

»Der hohe Beitrag der EU-Partner am Exporterfolg unserer Maschinenbauer, aber auch als Lieferländer unterstreicht einmal mehr die Wichtigkeit des gemeinsamen Marktes. Auch deshalb braucht ein so exportstarkes Land wie Deutschland offene Märkte, eine Willkommenskultur für ausländische Fachkräfte und eine feste Verankerung in Europa und der Eurozone«, appelliert Dr. Wiechers.

Die Maschinenexporte nach Frankreich stiegen im Jahr 2023 nominal um 8,1 % gegenüber dem Vorjahr. Nach Italien hingegen konnten die Maschinenausfuhren im gleichen Zeitraum nominal nur um 3 % zulegen. Die Maschinenausfuhren in die Niederlande übertrafen das Vorjahresergebnis nominal um 4,3 %. Nach Polen wurden 11,5 % mehr Maschinen aus Deutschland geliefert, während nach Österreich ein Rückgang von 4 % zu verzeichnen war.

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