Studie »Frends Energy Insight 2024«

Andrea Gillhuber,

Deutsche Energiebranche setzt auf Automatisierung

Die aktuelle Studie »Frends Energy Insight 2024« beleuchtet den Stand der digitalen Transformation und Automatisierung im deutschen Energiesektor. Die Ergebnisse zeigen erhebliche Defizite.

© Fabian/Pixabay.de

Die Studie wurde im Juni 2024 von Arlington Research im Auftrag von Frends, einem Anbieter von cloudbasierten iPaaS-Lösungen (Integation Platform as a Service), durchgeführt. Insgesamt wurden 150 IT-Entscheidungsträger in Energieerzeugungs- und Energieversorgungsunternehmen in Deutschland befragt. Das Ergebnis: 19 % der befragten Energieunternehmen arbeiten weiterhin mit vollständig inkompatiblen IT-Systemen, während 21 % nur teilweise kompatible Systeme nutzen. Ein Großteil (82 %) derjenigen, die über teilweise oder völlig inkompatible Systeme in ihrer Organisation berichten, verzeichnet dadurch eine starke bis sehr starke Beeinträchtigungen ihrer Prozesseffizienz.

Die Vernetzung von Bestands- und Neusystemen stellt in zentralen Bereichen wie Datenanalyse (59 %), Energiemanagement (53 %) und Personalmanagement (48 %) eine der größten Herausforderungen dar. Insbesondere die Integration moderner Technologien wie Smart Grids, IoT-Plattformen und KI-Tools wird durch veraltete IT-Infrastrukturen erschwert, was zu erhöhten Betriebskosten und geringerer Innovationsfähigkeit führt, so die Studie.

Eine umfassende Digitalisierung zentraler Geschäftsbereiche ist für Energieversorger also entscheidend, um den wachsenden Anforderungen und Herausforderungen des Marktes gerecht zu werden. Dies gilt insbesondere für die firmeninterne Datenanalyse und das Energiemanagement. Mehr als die Hälfte (jeweils 55 %) der Befragten sieht hier einen viel höheren Bedarf als es zum jetzigen Zeitpunkt der Fall ist. Auch in anderen Geschäftsbereichen bedarf es eines wesentlich höheren Digitalisierungsgrades, beispielsweise bei der Energieerzeugung (48 %), Wartung und Instandhaltung (47 %), im Kundenservice (46 %), Personalmanagement (45 %), Verkaufsprozess (45 %) sowie bei Messung und Abrechnung beziehungsweise IT und E-Commerce (jeweils 44 %).

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Automatisierung als Schlüsselfaktor

Ein weiteres dringliches Thema ist die Automatisierung: Fast 59 % der Unternehmen setzen bereits Künstliche Intelligenz (KI) ein, um ihre Prozesse zu automatisieren. Die Automatisierung wird als Schlüssel zur Effizienzsteigerung und zur Bewältigung zukünftiger Marktanforderungen angesehen. Besonders im Energiemanagement (49 %) und in der Datenanalyse (47 %) wird ein hoher Bedarf an Prozessautomatisierung gesehen.

Tom Schröder, Regional Director DACH bei Frends, kommentiert: »Ohne eine konsequente Digitalisierung und Automatisierung droht der deutsche Energiesektor den Anschluss an die technologische Entwicklung zu verlieren. Die Integration von KI, Cloud und Automatisierungstechnologien wird entscheidend sein, um die Effizienz zu steigern und die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen zu sichern.«

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