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Artikel und Hintergründe zum Thema

Reallabor für KI-Compliance

Andrea Gillhuber,

Neue Projektphase mit drei Schwerpunkten gestartet

In Stuttgart hat das neue Reallabor für rechtskonforme KI und Robotik am KI-Fortschrittszentrum seine Arbeit aufgenommen. Es unterstützt vor allem kleine und mittlere Unternehmen bei Technologieentwicklung, regulatorischen Fragen und der Umsetzung des EU AI Act.

© Fraunhofer IPA/Foto: Rainer Bez

Das KI-Fortschrittszentrum „Lernende Systeme und Kognitive Robotik“ in Stuttgart erweitert sein Angebot um ein neues Reallabor für rechtskonforme KI und Robotik. Gefördert vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium mit insgesamt zwei Millionen Euro, richtet sich das Programm an Unternehmen mit Sitz oder Niederlassung in Baden-Württemberg, insbesondere an kleine und mittlere Betriebe.

Das Reallabor baut auf dem im Dezember 2025 abgeschlossenen Pilotprojekt „KIRR Real – Reallabor für rechtskonforme KI und Robotik“ auf. Ziel ist die Entwicklung und Einführung von KI- und Robotiklösungen unter Berücksichtigung der europäischen KI-Verordnung (EU AI Act) sowie weiterer Vorgaben wie DSGVO, Maschinenverordnung und Medizinprodukteverordnung.

Bewerbungsschluss für geförderte „Quick Checks“: 21. Mai

Bis zum 21. Mai 2026 können sich Unternehmen aus Baden-Württemberg für geförderte „Quick Checks“ bewerben. Dabei wird entweder die technische Machbarkeit von KI- oder Robotikprojekten geprüft oder im Rahmen eines „Legal Quick Check“ die regulatorische Einordnung bestehender oder geplanter Anwendungen analysiert.

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Die neue Projektphase konzentriert sich auf drei Schwerpunkte:

Generative und Agentic AI: In diesem Arbeitspaket erforschen und entwickeln die beteiligten Expertinnen und Experten KI-Assistenzsysteme für Unternehmens- und Produktionsprozesse, synthetische Datenerzeugung zur Qualitätsprüfung sowie hybride KI-Ansätze, die große Sprachmodelle mit Expertenwissen kombinieren. Grundlage sind dabei reale Use Cases aus Unternehmen.

Humanoide Roboter: Dieser Schwerpunkt adressiert die zunehmende Bedeutung Humanoider Robotik. Das KI-Fortschrittszentrum analysiert verfügbare Lösungen am Markt, entwickelt Sicherheitskonzepte und erprobt konkrete Einsatzszenarien. Gemeinsam mit Unternehmen werden potenzielle Anwendungsfälle identifiziert, Schulungen durchgeführt und Hands-on-Erfahrungen mit Humanoiden Robotern ermöglicht.

KI-Compliance und regulatorisches Lernen: Die Arbeiten rund um dieses dritte Themengebiet bilden das Herzstück des Reallabors am KI-Fortschrittszentrum. Hier werden Anwendungsfälle aus den vorab genannten Bereichen hinsichtlich der Anforderungen der KI-Verordnung und angrenzender europäischer Rechtsvorschriften analysiert, zum Beispiel Maschinenverordnung, Medizinprodukteverordnung oder DSGVO. Ziel ist es, praxistaugliche Werkzeuge, Leitlinien und Prozesse für die rechtskonforme Entwicklung von KI-Systemen zu schaffen. Durch den Aufbau eines Panels aus relevanten Behörden und Aufsichtsorganen werden regulatorische Fragestellungen im direkten Austausch geklärt und identifizierte Hürden in den Gesetzgebungsprozess zurückgespielt.

Das KI-Fortschrittszentrum

Seit 2019 wird das KI-Fortschrittszentrum von den Fraunhofer-Instituten IPA und IAO gemeinsam mit der Universität Stuttgart betrieben. Nach Angaben der Projektträger wurden in den vergangenen sechs Jahren 375 Unternehmen begleitet und mehr als 200 geförderte Transfermaßnahmen umgesetzt. Das Reallabor ist zudem mit Partnern wie Cyber Valley, AI-Matters, dem Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HammerHAI) und IPAI Heilbronn vernetzt.

Am 6. Mai 2026 veranstaltet das KI-Fortschrittszentrum einen Open Lab Day in den Fraunhofer-Laboren in Stuttgart. Dort informieren Fachvorträge und Demonstrationen über Fördermöglichkeiten und technologische Entwicklungen. Eine Anmeldung ist hier möglich.

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