Life-Cycle–Engineering
Mitsubishi als Lösungsanbieter
Mitsubishi Electric schlägt eine neue Marschrichtung ein: Bislang als Komponentenlieferant aktiv, wurde mit MAPS – der Mitsubishi Adroit Process Suite - ein Konzept erarbeitet, das ein Life-Cycle-Engineering für Prozessindustrien ermöglicht.
Fast jeder Ingenieur kennt die Schwierigkeiten, die Konsistenz und Integrationsfähigkeit von Scada-Systemen (Supervisory Control and Data Acquisition) und der Automatisierungstechnik über den kompletten Lebenszyklus von Anlagen hinweg zu erhalten. Das Hauptproblem: Die Maschinen und Anlagen unterliegen nach der Anfangsphase ständigen Veränderungen und Upgrades. Nicht selten ist die Dokumentation bereits kurz nach der Inbetriebnahme nicht mehr aktuell.
Eine Lösung des Problems hat Mitsubishi Electric zusammen mit der Scada-Lösung von Adroit Technologies und dem CAD-Anbieter DesSoft als drittem Partner entwickelt: „Auf der SPS/IPC/Drives Ende November erstmals vorgestellt, ging im allgemeinen Trubel vollkommen unter, dass wir uns mit Maps strategisch als Lösungsanbieter ausrichten“, betonte Hartmut Pütz, Präsident von Mitsubishi Electric Europe, auf einer Pressekonferenz am 12. Mai.
Vor gut zwei Jahren begannen in einer Kooperation mit dem südafrikanischen Scada-Anbieter Adroit die Entwicklungen an Maps, das die Konsistenz und Integrationsfähigkeit von Automatisierungslösungen über den kompletten Lebenszyklus einer Anlage aufrechterhält. Die Grundlage dafür bilden vorkonfigurierte und geprüfte Engineering-Bibliotheken, so genannte Templates, für das Scada-System und die Mitsubishi-Steuerung SystemQ.
Die Process-Suite bietet darüber hinaus verschiedene Diagnose- und Instandhaltungs-Tools und ermöglicht ein umfassendes Dokumentenmanagement, das ständig den aktuellen Stand der Produktionsanlagen abbildet. „Die Funktionalität der Process-Suite kommt den großen Leitsystemen schon sehr nahe“, so Hartmut Pütz, „basiert aber auf einer klassischen SPS-Hardware.“ Als typische Ziel-Branchen nennt Pütz Food & Beverage, Wasser & Abwasser sowie Prozess-Branchen mit einem mehr oder weniger ausgeprägten diskreten Steuerungsanteil.
Entsprechend der strategischen Bedeutung hat sich Mitsubishi bereits im April mit einer Sperrminorität von 14,9 % an Adroit beteiligt. „Damit stellen wir sicher, dass kein Wettbewerber unseren strategischen Partner kauft, wie es in der Vergangenheit schon geschehen ist.“ Neben den Exklusivrechten an Maps wird Mitsubishi auch die Scada-Lösung Adroit vermarkten, allerdings nicht exklusiv.
„Mit unserer Lösung sind Einsparungen beim Engineering von 30 % realistisch“, erklärt Detlef Koffke, der als Key-Account Manager die Einführung der Process-Suite in Europa leitet. Einsparungspotenziale von bis zu 50 % verspricht Koffke in Verbindung mit CAD-Tools, wie sie die südafrikanische Firma DesSoft als dritter Kooperationspartner ergänzt. Dann können direkt aus den P&ID-Plänen und anderen Elektro-CAD-Daten heraus die Templates für das Scada und die Steuerungen konfiguriert werden. Umgekehrt lassen sich Änderungen im Leitsystem automatisch in die Dokumentation zurückspielen und dort nachführen.
Auch wenn DesSoft in Südafrika Marktführer ist, in Europa und speziell in Deutschland haben andere CAD-Anbieter weitaus größere Marktanteile. Dessen ist sich Pütz bewusst: „Wir führen deshalb schon länger Gespräche mit Eplan Software und definieren aktuell das Pflichtenheft für eine Integration unserer Process-Suite mit dem Eplan Engineering Center.“ Erstes Ziel ist, die CAD-Pläne in Maps über den Eplan-Viewer öffnen zu können, um Änderungen zu dokumentieren und ins System zurückzuspielen. Das so genannte „Redlining“ ist eine der wichtigsten Funktionen, um das Engineering über den Lebenszyklus einer Anlage transparent und aktuell zu halten.












