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Artikel und Hintergründe zum Thema

VDMA

mit Unterlagen der dpa | Andrea Gillhuber,

Materialengpässe belasten Maschinenbau

Der Materialmangel erschwert die Produktion im deutschen Maschinenbau. Trotz dieser Umstände sieht der VDMA seine Umsatzprognose nicht in Gefahr.

© Pixabay / CC0

Die aktuellen Zahlen des ifo Instituts zeigen: Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau leider immer stärker unter Materialknappheit. »Bereits 70 % der Unternehmen im Maschinenbau sehen ihre Produktion durch einen Materialmangel deutlich erschwert. Das ist mit Abstand der höchste Wert seit Veröffentlichung dieses gesamtdeutschen Indikators«, verdeutlich Dr. Ralph Wiechers. Betroffen seien alle, so der VDMA-Chefvolkswirt, allerdings unterschiedlich stark. Besonders problematisch ist die Versorgung mit Elektronikkomponenten und Stahl.

Damit hat sich die Lage gegenüber der letzten Erhebung im April weiter verschärft. Zu diesem Zeitpunkt meldeten bereits über 40 % der Teilnehmer am ifo-Konjunkturtest aus dem Maschinen- und Anlagenbau Knappheiten bei der Materialversorgung. Ausweislich einer VDMA-Umfrage ebenfalls aus dem April sah etwa jedes vierte Unternehmen eine zunehmende Anspannung in den Lieferketten innerhalb der nächsten drei Monate auf sich zukommen. Überraschend kam die Situation nicht. »Mit dieser Verschärfung war – leider! – zu rechnen«, so Wiechers.

Unternehmen getrübter Stimmung

Die schlechte Versorgungslage dürfte auch ein Grund für die weniger euphorische Stimmung der Unternehmer sein. Das ifo Geschäftsklima im Maschinenbau konnte im Juli erstmals seit neun Anstiegen in Folge nicht weiter zulegen. Grund dafür ist ein nachlassender Optimismus beim Blick auf die Entwicklung in den kommenden Monaten (+29,6 % nach +33,3 im Juni). »Die Knappheit bei den Vorprodukten dämpft die Produktionspläne der Unternehmen. Zudem setzen wieder ansteigende Infektionszahlen in vielen für den Maschinenbau wichtigen Märkten die Lieferketten weiter unter Druck«, sagt Dr. Wiechers.

VDMA bleibt bei seiner Jahresprognose – Fachkräftemangel setzt sich fort

Trotz der Widrigkeiten bleibt der VDMA bei seiner Jahresprognose von +10 % Produktionswachstum. Denn die Unternehmen bewerteten nicht nur ihre aktuelle Geschäftslage etwas besser als im Vormonat (+48,9 % im Saldo nach +45,6 %). Auch die Kapazitätsauslastung stieg im Juli im Vergleich zum April nochmals an und liegt mit 88,3 % nun deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 85,9 %. Außerdem konnte bisher ein Anstieg der Kurzarbeit beispielsweise in Folge ausfallender Zulieferungen vermieden werden. Im Juni lag die Kurzarbeit bei ca. 52.000 Beschäftigten – und damit nur noch geringfügig über dem Vor-Corona-Niveau. Vielmehr planen zahlreiche Unternehmen Neueinstellungen und berichten über zunehmende Besetzungsprobleme in Folge von Fachkräftemangel. »Das ist ein klares Zeichen dafür, dass die Maschinen- und Anlagenbauer trotz aller Hindernisse und Herausforderungen engagiert und Willens sind, ihre Produktion zu steigern und ihre Kunden wo immer möglich zeitnah zu bedienen«, ergänzt Wiechers.

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Ifo: Zwei Drittel der Industriefirmen leiden unter Materialmangel

dpa - Die deutsche Industrie leidet immer mehr unter Materialmangel. Inzwischen beklagen 64 % der vom Ifo-Institut befragten Unternehmen Engpässe und Probleme bei Vorlieferungen als Hindernis für ihre Produktion. »Bereits im Vorquartal meldeten die Unternehmen einen Rekordwert, dieser wurde nochmals deutlich übertroffen«, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe am Montag in München. »Das könnte zu einer Gefahr für den Aufschwung werden.«

Derzeit bedienten die Hersteller die Nachfrage noch aus ihren Lagern, »aber die leeren sich nun auch zusehends«, sagte Wohlrabe. »Problematisch sind auch die teilweise stark gestiegenen Einkaufspreise.«

83 % der Autohersteller und -zulieferer und 84 % der Hersteller elektrischer Ausrüstungen beklagten die Knappheit bei Halbleitern und Chips. Volkswagen zum Beispiel hat im ersten Halbjahr wegen Lieferengpässen bei Elektronik-Chips mehrere 100.000 Autos nicht wie geplant bauen können und berichtet von Problemen, die Lieferzusagen für 2023/2024 zu bekommen.

Die stark gestiegenen Preise für Kunststoff-Granulate machten den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren deutlich zu schaffen (79 %). Bei den Herstellern elektronischer Geräte beklagten zudem 72 % Materialmangel, außerdem 70 % der Maschinenbauer und 59 % der Unternehmen in der Chemie-Industrie. Das Ifo-Institut hatte im Juli rund 2700 Industrieunternehmen befragt.

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