Im Fokus: App-basierte Automation
Marketplace as a Service
Seit drei Jahren tummelt sich das Start-up Flecs auf dem Markt der Automatisierungstechnik. Vision des Unternehmens: Die Installation und Aktualisierung von industriellen Apps soll automatisiert erfolgen – am besten nach dem as-a-service-Gedanken. Patric Scholz, Co-Founder erläutert die Marschroute.
Herr Scholz, was ist der Grundgedanke Ihrer Vision?
Patric Scholz: In den letzten Jahren hat sich die Automatisierungsbranche stark gewandelt. Standardisierte CPUs und Linux-basierte Betriebssysteme haben zunehmend Einzug gehalten und verändern die Art und Weise, wie Unternehmen in der Industrieautomatisierung ihre Produkte entwickeln und anbieten. Eine zentrale Frage, die sich nun stellt, lautet: Wie können diese neuen Technologien in ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell integriert werden? Und hier kommen wir ins Spiel.
Inwiefern?
Wir gehen davon aus, dass Software der Treiber des Wandels ist. Software, die auf diesen Plattformen läuft und dem Anwender einen klaren Mehrwert bietet. Die Frage, die sich viele Automatisierer dabei stellen ist: Welches Geschäftsmodell passt zu dieser Software und wie bringe ich diese Produkte am besten zum Kunden. Weitere zentrale Aspekte betreffen die Bereitstellung von Updates und den Ablauf der Abwicklung.
Warum sollte der Automatisierer auf Sie zurückgreifen?
Ich behaupte, mit uns schaffen es die Firmen, neue Geschäftsmodelle in wenigen Wochen anstatt in Jahren umzusetzen.
Viele Maschinenbauer, Systemintegratoren, SPS-Hersteller und IPC-Hersteller sind nach wie vor auf traditionelle Vertriebsstrukturen angewiesen, die stark auf den einmaligen Verkauf von Hardwareprodukten oder umfangreichen Systemlösungen ausgerichtet sind. Wir schlagen den Firmen vor, parallel für das Software-Business auf das Konzept des ‚Marketplace as a Service‘ zu setzen, das wir der Branche mit einem flexiblen Plattformmodell anbieten. Ein wesentlicher Vorteil: Anstatt in langwierige, interne Entwicklungen zu investieren, kann ein direkter Onlinehandel über den Marketplace innerhalb von sechs Wochen aufgebaut werden – ein drastischer Unterschied zu den bis zu zwei Jahren, die eine interne Entwicklung dauern kann.

Im Fokus: App-basierte Automation
Der Vertical Farming Demonstrator
Im Mittelpunkt des diesjährigen Auftritts der Open Industry 4.0 Alliance steht die Präsentation eines Vertical-Farming-Demonstrators. Er zeigt anhand dreier Anwendungsfälle den Multi-Vendor-Ansatz und die Interoperabilität innerhalb synergetischer Projekte.
Und damit liegt der direkte Kundenkontakt bei Ihnen?
Das sind die berechtigten Befürchtungen vieler Unternehmen. Wir verfolgen aber anders als die Plattformen des Consumer-Marktes einen anderen Ansatz: Wir mischen uns nicht in die Kundenkommunikation ein, sondern überlassen den Unternehmen die volle Kontrolle über den Kontakt zu ihren Kunden. Erste Erfahrungen zeigen, dass die Kommunikation über die FLECS-Plattform sogar zu einem besseren und vor allem dauerhaften Kontakt zum Kunden führt.
Bringt der Marketplace noch andere Vorteile mit sich?
Ein weiterer Vorteil des Marketplace-Modells ist die Möglichkeit, Standard-Apps direkt aus dem Flecs Marketplace auszuwählen und zu nutzen. Der Marketplace umfasst mittlerweile über 50 Standard-Apps, die sofort verwendet werden können. Über das Whitelabeling können diese Apps gefiltert und vorab ausgewählt werden, um individuelle Anforderungen der Kunden besser zu erfüllen. Dies ermöglicht es Unternehmen, ihre Automatisierungslösungen schneller zu erweitern und anzupassen. Zusätzlich bieten wir einen Device-Onboarding-Service, der es ermöglicht, neue Geräte oder Maschinen schnell und effizient in Betrieb zu nehmen. Konfigurationen werden dabei vorab definiert und beim Start der Maschine automatisch installiert, was den Aufwand bei der Inbetriebnahme neuer Systeme erheblich reduziert und die Flexibilität erhöht.
Flecs auf der SPS: Halle 6, Stand 240










