Internationaler KI-Gipfel
Von der Leyen verspricht Milliarden für KI-Entwicklung
Die USA und China dominieren im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Die EU-Kommission will aufholen.
Brüssel (dpa) – EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verspricht der KI-Branche in Europa Unterstützung in Milliardenhöhe. Künstliche Intelligenz (KI) werde die Gesundheitsversorgung verbessern, Forschung und Innovation vorantreiben und die Wettbewerbsfähigkeit steigern, teilte die deutsche Spitzenpolitikerin mit.
Sie kündigte bei einem KI-Aktionsgipfel in Paris an, dass die sogenannte InvestAI-Initiative um 50 Milliarden Euro aufgestockt werde. Konkret solle es etwa einen neuen europäischen Fonds in Höhe von 20 Milliarden Euro für KI-Gigafabriken geben.
Diese Fabriken sollen beispielsweise KI-Modelle trainieren und die dafür nötige Infrastruktur bereitstellen. Die geförderten Gigafabriken seien die weltweit größte öffentlich-private Partnerschaft für die Entwicklung vertrauenswürdiger KI, so die EU-Kommission.
Spitzenpolitiker und Top-Manager
Bei dem Gipfel in Frankreich hatten sich zuvor mehr als 60 namhafte europäische Unternehmen zu einer Initiative zusammengeschlossen, um die Entwicklung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz in Europa voranzubringen.
Mehr als 20 internationale Großkapitalgeber hätten in den nächsten fünf Jahren 150 Milliarden Euro für KI-bezogene Projekte in Europa vorgesehen, hieß es. Auch in den USA wird viel Geld in die Hand genommen: OpenAI und große Technologie-Partner wollen im Programm Stargate 500 Milliarden Dollar in neue KI-Rechenzentren stecken.
Bei dem zweitägigen Gipfel kommen rund 1.500 Teilnehmer aus etwa 100 Ländern zusammen. Zu den Teilnehmern gehören neben von der Leyen etwa auch Bundeskanzler Olaf Scholz und US-Vizepräsident J.D. Vance. Aus der Tech-Branche sind unter anderem die Chefs der US-Unternehmen Microsoft und Google dabei.

Europäische KI-Initiative will Zukunftstechnik voranbringen
Es ist ein Schulterschluss zwischen Großkonzernen und der Tech-Branche: Um der Künstlichen Intelligenz in Europa einen Schub zu geben, haben beide Seiten sich in einer Initiative zusammengetan.
Europäische Start-ups hängen hinterher
Bislang haben sich nur wenige Player aus Europa in der KI-Branche einen Namen gemacht. Die Branchenführer sitzen in den USA, aber auch in China gibt es Konkurrenz. Das führende europäische KI-Start-up Mistral AI aus Frankreich entwickelt vor allem Open-Source-Sprachmodelle. Das deutsche Pendant Aleph Alpha hat sich von der Entwicklung eines eigenen großen Sprachmodells weitgehend verabschiedet und fokussiert sich auf konkrete KI-Lösungen für Firmenkunden und öffentliche Auftraggeber.
US-Vize Vance spricht sich gegen strikte KI-Regulierung aus
Man stehe vor einer neuen industriellen Revolution, vergleichbar mit der Erfindung der Dampfmaschine. «Aber sie wird nie stattfinden, wenn Überregulierung Innovatoren davon abhält, die notwendigen Risiken einzugehen, um den Ball nach vorn zu spielen.» Man werde alles dafür tun, um wachstumsfördernde Maßnahmen zu unterstützen.
Vance sagt, man wolle beim Thema KI kooperieren und offen sein. »Aber um dieses Vertrauen zu schaffen, brauchen wir internationale Regulierungssysteme, die die Schaffung von KI-Technologien begünstigen statt sie zu erdrosseln.« Besonders Europa müsse mit Optimismus statt Beklommenheit auf KI schauen.
Der US-Vizepräsident mahnte zudem, KI dürfe nicht ideologisch geprägt sein. Die Regierung von Donald Trump werde sich dafür einsetzen, dass in den USA entwickelte KI-Systeme frei von Ideologie seien und die freie Meinungsäußerung der US-Bürger nicht einschränke. Vance sagte, einige autoritäre Machthaber hätten KI gestohlen, um etwa ihre Überwachung zu stärken und ausländische Daten abzugreifen. Solche Bestrebungen werde man blockieren. »Wir werden amerikanische KI und Chiptechnologien vor Diebstahl und Missbrauch schützen«, sagte Vance.












