Fraunhofer IWU/IPA

Alexandra Hose,

Ein Muss für KMU: Flexible Produktion und Logistik

© iStock/gorodenkoff

Agile Produktionssysteme stellen KMU vor Herausforderungen, da der Mittelstand häufig mit begrenzten Ressourcen wirtschaften muss. Flexibilität ist eine strategische Notwendigkeit - gerade dann, wenn die Margen knapp und die Stückzahlen niedrig sind. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Logistik.

Das Fraunhofer IWU und das Fraunhofer IPA haben eine Methodik entwickelt, die KMU hilft, Potenziale flexibler Produktion systematisch zu bewerten und umzusetzen – auch mit begrenzten Ressourcen. Bestehende Maschinen, Anlagen und Mitarbeiterqualifikationen können dabei oft weiter genutzt werden. Modulare, mobile und skalierbare Systeme ermöglichen es, Produktionskapazitäten bedarfsgerecht zu erweitern oder zu reduzieren. So entstehen praxisnahe Lösungen, die sich auf unterschiedliche Branchen und Unternehmensgrößen übertragen lassen.

Beispiel Reparaturwerk

Ein Beispiel ist ein Reparaturwerk, das eine starre Linienproduktion durch ein skalierbares System mit automatisiertem Hochregallager ersetzt hat. Klassische Linienkonzepte stoßen bei großer Variantenvielfalt und sperrigen Bauteilen schnell an ihre Grenzen. Das automatisierte, mehrstöckige Lager verbindet Flexibilität mit effizientem Materialfluss und wurde mithilfe von Simulationen in Siemens Plant Simulation optimiert. Die Ergebnisse zeigten, dass sich Durchsatz, Durchlaufzeiten und Auslastung deutlich verbessern lassen, während die Anlage flexibel auf wechselnde Anforderungen reagieren kann.

Beispiel AutoLog

Ein weiteres Beispiel ist das Projekt AutoLog, eine gemeinsame Entwicklung von Fraunhofer IWU und Volkswagen. Es ermöglicht eine dynamische, automatisierte Kommissionierung nach dem "Ware-zum-Roboter"-Prinzip. Fahrerlose Transportsysteme (FTS) versorgen Roboterzellen effizient mit Bauteilen und entkoppeln so den Staplerverkehr vollständig. Das System ist modular erweiterbar und kann flexibel an Produktionsvolumen angepasst werden. Die Steuerung, Simulation und Optimierung erfolgen über die AutoLog-Software, die Prozesse intelligent vernetzt, Wartezeiten minimiert und virtuelle Inbetriebnahmen ermöglicht.

Beide Beispiele verdeutlichen, dass flexible Produktion und Logistik kein Zukunftsversprechen mehr sind, sondern praxiserprobte Konzepte, mit denen KMU ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern können – wirtschaftlich, skalierbar und anpassungsfähig.

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