Mikrosystemtechnik

Stefan Kuppinger,

Deutsche Studenten siegen in Peking

Studententeams aus Saarbrücken und Karlsruhe behaupteten sich in Peking beim internationalen Studentenwettbewerb iCan gegen 30 Teams und belegten die Plätze 1 und 3.

Die Sieger des iCAN-Wettbewerbs: Martin Hübner, Michael Wick, Peter Jens und Nikolai Helwig von der Universität des Saarlands (v.l.n.r.)

© VDE

Sieger des Wettbewerbs iCan 2011, der sich rund um das Thema Mikrosystemtechnik dreht, wurde das Team der Universität des Saarlands mit einer ausgefeilten Regelungstrategie für Quadrokopter. Quadrokopter und Modellbauhubschrauber sind - besonders für Anfänger - nicht leicht zu fliegen. Durch Bedienfehler können die teuren Geräte schnell zerstört werden. Gerade in der Lernphase bietet sich somit ein Assistenzsystem an, welches die Höhenregelung übernimmt (Distance Control), in kritischen Situationen eingreift und für den nötigen Sicherheitsabstand zu Hindernissen sorgt (Anti-Collision).

Ebenso ist das System als Ergänzung zu visueller und GPS-gestützter Navigation in autonomen Fluggeräten geeignet. Die Studenten setzen bei ihrem Konzept ultraschallbasierte Abstandsmessungen ein - acht Sensoren zur Kollisionsverhinderung sowie zwei für die Höhenregelung. Die jeweiligen Algorithmen (PD-Regler gegen Kollision; PID für die Höhe) wurden in einem Mikrocontroller der Firma Atmel implementiert. Der Controller unterstützt zudem automatische Start- und Landevorgänge.

Die Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) belegten Platz 3. Das Team hatte eine Trinktasse entwickelt, die den Füllstand ermittelt und entscheiden kann, ob die Flüssigkeit getrunken oder ausgeschüttet wurde. Dazu kombinierten die Forscher Sensoren für Beschleunigung, Füllstand und Berührung. Anhand der Sensorwerte erkennt ein Microcontroller die unterschiedlichen Verhaltensweisen und überträgt sie per Funk an eine Konsole. In einen abnehmbaren Aufsatz integriert, lässt sich die Elektronik mit verschiedenen Gefäßen kombinieren. Praktische Anwendung findet diese Idee im Krankenhaus und im Pflegebereich, um bei Patienten die Aufnahme der Flüssigkeitsmenge zu überwachen.

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Die deutsche Vorentscheidung für iCan erfolgte im Rahmen des VDE-Wettbewerbs Cosima (Competition of Students in Microsystems Applications) bereits Ende November 2010 in Leipzig. Die drei besten deutschen Teams reisten auf Einladung des BMBF nach China. Rund 20.000 Besucher kamen vom 5. bis 7. Juni zu dem Wettbewerb in das Museum of Science in Peking.

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