Intelligentes Engineering

Meinrad Happacher,

Der zweite Lauf des Benchmark-Forums

Wie muss das Zusammenspiel von Maschinenbauer und Automatisierungsanbieter aussehen? Und: Wie kann der Tool-Anbieter den Engineering-Prozess des Maschinenbauers unterstützen? Wichtige Fragen, die im Zentrum des 2. Benchmark Forums 'Intelligentes Engineering' stehen, das am 19. und 20. März in München stattfindet.

Grundlage des Vergleichs der unterschiedlichen Engineering-Lösungen bildet das Quality Gate. Es stellt die generellen Phasen eines Engineering-Projektes dar. Wobei ersichtlich wird, dass es während eines solchen Engineering-Prozesses immer wieder gilt, die einzelnen (farblich gekennzeichneten) Stränge Mechanik, Elektronik und Software zu synchronisieren. Die Anbieter sollen auf dem Benchmark Forum darlegen, wie sie die Maschinenbauer in den einzelnen Phasen der Entwicklung unterstützen.

© WEKA Fachmedien

Das Engineering im Maschinenbau ist einem starken Wandel unterworfen: Der Einzug integrierter Systeme – bestehend aus Mechanik, Elektronik und Software – bedingt eine neue Herangehensweise, was das Engineering der Maschinen betrifft. Wie diese neue Herangehensweise aussehen sollte, ist thematisches Zentrum des Benchmark Forums.

Besonderheit des Benchmark Forums ist, dass sich sowohl Maschinenbauer als auch Anbieter der Automatisierungstechnik auf einer Veranstaltung dieser Problematik stellen. Wobei den Anbietern der Engineering-Tools die Aufgabe zukommt, ihre Produkte an den einzelnen Stufen des Quality Gates zu spiegeln und somit darzulegen, wie sie den Maschinenbauer in den einzelnen Schritten des Engineering-Prozesses unterstützen.

Zu Beginn der Veranstaltung wird Manfred Bonetsmüller, Geschäftsführer und Eigner der Firma Somic Verpackungsmaschinen, den Finger in die Wunde legen und seine Erfahrungen zum Thema 'Software' kundtun: "Wir müssen die Entwicklungszeiten der Software für unsere Maschinen besser planen können; die Engineering-Werkzeuge machen eine Modularisierung der Maschinen nicht mit; die Mechanik haben wir heute per Stücklisten im Griff, für die Software-Entwicklung haben wir nichts Entsprechendes." So in etwa wird er die Kritikpunkte und Aufforderungen – stellvertretend für die Maschinenbauer – Richtung Automatisierungshersteller formulieren.

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Dr. Rainer Stetter stimmt die Referenten auf das Benchmark Forum 2013 ein: "In den Vorträgen sollen sich die Anbieter nicht gegenseitig mit Features erschlagen, sondern den Maschinenbauern Lösungswege aufzeigen."

© Computer&AUTOMATION

Anders als beim letztjährigen 1. Benchmark Forum sollen die referierenden Anbieter dieses Mal die Phasen des En­gineering anhand konkreter Kundenprojekte erläutern. Geplant ist, dass die Referenten bei ihren Ausführungen von einem Kunden mit Einblicken aus dem durchgeführten Projekt unterstützt werden.Da sich die Referenten aus den Reihen der CAD/CAE-, PLM- und Automatisierungshersteller den Quality-Gate-Ausführungen in vergleichbarer Weise stellen müssen, wurden sie Ende Januar von den Veranstaltern ITQ und Computer & AUTOMATION gebrieft. Namentlich waren dies die Vertreter der Firmen Bosch Rexroth, Eplan, Lenze, Schneider Electric und Siemens. Dr. Rainer Stetter, Geschäftsführer ITQ, wird das Forum moderieren. Er hat im Auftrag von Maschinenbauern bereits einige reale Benchmarks der Anbieter-Klientel durchgeführt, kennt viele Schwachstellen und gab den Referenten als Richtschnur ihrer Vorträge vor: Die Hersteller sollen darlegen, in welchen Phasen des Engineering ihre Tools den Maschinenbauer wie unterstützen. Ob etwa die Tools die Spezifikation der Anforderungen beziehungsweise die Erstellung der Lösungsspezifikation unterstützen oder wie die Entwicklungsingenieure bei der Durchführung von systematischen Tests von den Werkzeugen entlastet werden.

Die Anbieter werden aber auch ihre Ansicht hinsichtlich der Prozessreife des Maschinenbaus im Softwarebereich mitteilen und an den Tools spiegeln. Fragestellungen sind etwa: Formuliert der Maschinenbau seine Anforderungen an die zu lösende Steuerungsaufgabe klar genug? Spezifiziert der Maschinenbau in ausreichendem Maße die Steuerungssoftware? Testet der Maschinenbauer seine Software-/Mechatronik-Module in ausreichendem Maße? Hat der Maschinenbauer die Verwaltung der Software-Versionen und Konfigurationen von Hard- und Software im Griff?

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