IDC-Studie
Budgets für Industrie 4.0 steigen
Trotz Sicherheitsbedenken investieren die Unternehmen in Industrie 4.0 – vor allem, um interne Abläufe zu optimieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle IDC-Studie. Allerdings fehlen noch wichtige Elemente für eine innerbetriebliche Vernetzung.
Die Anzahl der Fach- und Führungskräfte, die sich mit Industrie 4.0 auseinandersetzen, ist seit 2014 von 31 % auf 53 % gestiegen.
© IDCDie Hauptmotivation der Unternehmen bleibt die Überwachung und Optimierung der internen Produktionsabläufe.
© IDCDie International Data Corporation (IDC) hat Ende Oktober auf dem 3DExperience Forum 2016 in Berlin eine Studie mit dem Titel „Digitale Transformation im verarbeitenden Gewerbe - von der Industrie 4.0-Vision zur Wirklichkeit” vorgestellt. Die Studie wurde von Dassault Systèmes in Auftrag gegeben, um den Status-quo von Industrie 4.0 in Deutschland zu beschreiben und Empfehlungen zu erarbeiten. Hierfür hat das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen IDC im August 2016 rund 200 Führungskräfte in Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe in Deutschland befragt.
Die Befragten gaben an, deutlich mehr Projekte in der Planungs- und Pilotphase zu haben, als noch 2015 (eine Steigerung von 5 beziehungsweise 7 %), bei der Umsetzung aber nur wenig voranzukommen. 55 % sagen, es gehe durch interne Abstimmungsprozesse zu viel Zeit verloren. 44 % gaben an, deswegen sogar Umsatz zu verlieren. Oft stehen etablierte Strukturen und ein mangelnder Veränderungswille einem breiten Roll-out im Weg.
Industrie 4.0 ist IT-Thema
Bei den meisten Unternehmen ist das Thema vorwiegend in der IT-Abteilung angesiedelt. 81 % der Führungskräfte dort beschäftigen sich mit Industrie 4.0. Im Engineering, in der Produktion oder der Logistik sind es hingegen im Durchschnitt nur 45 %. Lediglich 5 % der befragten Industrieunternehmen besitzen derzeit eine zentrale Datenplattform, die sämtliche Fachbereiche im Wertschöpfungsprozess verknüpft.
70 % der befragten Unternehmen arbeiten an einer solchen einheitlichen Datenbasis, um den Informationsaustausch entlang der Wertschöpfungskette zu forcieren. Um dieses Ziel umzusetzen, werden laut Studie nun auch die finanziellen Rahmenbedingungen geschaffen: Planten vor zwei Jahren lediglich 23 % der Fabrikbetreiber finanzielle Mittel ein, gehen heute bereits 69 % der Fabrikbetreiber davon aus, dass es auch im kommenden Jahr ein Budget für Industrie 4.0-Projekte geben wird.
Produktionsunterbrechungen durch Cyber-Angriffe
Darüber hinaus hat fast jedes dritte Industrieunternehmen in den vergangenen 12 Monaten eine Stelle für diese Aktivitäten geschaffen. Neben der Definition von Verantwortlichen oder Teams, ist Sicherheit eines der Kernthemen. 19 % der befragten Industrieunternehmen mussten ihre Produktion in den vergangenen 12 Monaten unterbrechen, weil Dritte versucht haben, auf die Daten des Unternehmens zuzugreifen. Trotz dieser Bedenken, wächst die Zahl der erfolgreichen Industrie 4.0-Anwendungsfälle: Laut Studie plant jedes dritte Industrieunternehmen in den kommenden drei Jahren Wearable Devices, Augmented und Virtual Reality in der Produktion und im Engineering einzusetzen.














