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Artikel und Hintergründe zum Thema

Elektromechanik

Günter Herkommer,

Weidmüller stellt Reihenklemmen-Programm neu auf

Anlässlich der Entwicklung einer neuen Reihenklemmen-Generation stellt das Unternehmen ­Weidmüller unter der Bezeichnung 'Klippon Connect' sein entsprechendes Produktportfolio insgesamt neu auf. Auch das Thema Steuerstrom­verteilung wurde in diesem Kontext weitergedacht.

© Weidmüller Interface

Der Name Klippon im Zusammenhang mit Reihenklemmen ist bei Weidmüller nicht neu: Abgeleitet von dem Begriff ‚clip on terminal‘, was übersetzt so viel wie ‚Klemme zum Aufrasten‘ bedeutet, trug bereits das erstes ausländisches Gruppenunternehmen in England 1959 den Namen Klippon Electricals Ltd, denn der Name Weidmüller war dort schwer auszusprechen. Bis Ende der 1970er-Jahre wurden die kunststoffisolierten Anreihklemmen weltweit unter diesem Namen vermarktet. Mittlerweile wird der Begriff Klippon vor allem mit den Edelstahlgehäusen verbunden.

Was das Reihenklemmen-Portfolio an sich betrifft, so umfasste dieses bis dato unter anderem Durchgangs-, Doppelstock-, Initiator- und Motoranschluss-Reihenklemmen sowie Schutzleiter-­Sicherungs- und Potenzialverteiler-Klemmen. Zu diesem Portfolio hinzu kommt nun die neuentwickelte, sogenannte ‚A-Serie‘, welche die bisherigen PRV-Applikationsklemmen ergänzen soll. Zudem ersetzt sie langfristig die bisherige P-Reihe mit Push-In-Anschlusstechnologie, mit der sich Installationen im Vergleich zu Zugfederklemmen um bis zu 50 % schneller durchführen lassen.

Zugleich ergänzen die Detmolder mit der neuen A-Serie ihr Portfolio um applikationsorientierte Produkte. Der Hintergrund: Obwohl Schaltschränke in der Regel individuell konfiguriert und gefertigt werden, gibt es Produktmanager Wolfgang Weltermann in fast allen Industrien bestimmte Anwendungen, die wiederkehrende Bestandteile im Schaltschrank erforderlich machen. Diese Applikationsfelder hat Weidmüller identifiziert und dafür maßgeschneiderte Lösungen entwickelt. Ein Beispiel ist die Applikation Signalverdrahtung: Die Steuerung von Arbeitsabläufen in Maschinen und Anlagen wird ständig komplexer, deshalb überwachen immer mehr Sensoren den Fertigungsprozess. Für die Zusammenfassung und Strukturierung der Signale in engen Schaltschränken seien daher immer kompaktere Reihenklemmen nötigt. Verglichen mit herkömmlichen Verdrahtungslösungen ermöglichen daher etwa die neuen Sensor-/Aktor-Reihenklemmen AIO eine hohe Verdrahtungsdichte mit bis zu vier unterschiedlichen Potenzialen auf einer Baubreite von 3,5 mm. Im entsprechenden Portfolio befinden sich Reihenklemmen zum Anschließen von 3- beziehungsweise 4-Leiter-Sensoren oder Aktoren mit und ohne Schutzleiteranschluss.

Eine andere Besonderheit der neuen A-Serie besteht darin, dass jede Klemmstelle mit einem einheitlichen Prüf- und Testabgriff ausgestattet ist. An definierten Prüfpunkten aufgesteckt, lassen sich mit diesem auch computergestützte, automatische Prüfungen durchführen und anschließend dokumentieren.

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Die Kombination macht‘s

Lastüberwachung und Potenzial­verteilung in einer Gesamtlösung. Im Detail: Die Querverbinder verringern den Verdrahtungsaufwand zwischen Lastüberwachung und Potenzial­verteilerklemmen.

© Weidmüller Interface

Eine weitere wiederkehrende Anwendung ist das Thema Steuerstromverteilung. Der effiziente Betrieb von Maschinen und Anlagen erfordert laut Klaus Schürmann, Produktmanager Elektronik bei Weidmüller, ausfallsichere und wartungsfreundliche Lösungen, die zeit- und platzsparend installierbar sind. Vor diesem Hintergrund macht Weidmüller mit dem maxGuard-System die bisher separat verbauten Reihenklemmen zur Potenzialverteilung in den Ausgängen der elektronischen Lastüberwachungen zum inte­gralen Bestandteil einer 24-V(DC)-Steuerstromverteilung. Diese neuartige Kombination von Lastüberwachung und Potenzialverteilung im 6,1-mm-Rastermaß spare Zeit bei der Installation, erhöhe die Ausfallsicherheit und verringere den Platzbedarf auf der Tragschiene um 50 %.

Für Test- und Prüfzwecke besitzen die Potenzialverteiler praktische Trennhebel zur einfachen galvanischen Trennung des Lastkreises. Zudem kommt maxGuard mit speziellen Querverbindern auf den Markt, die den Verdrahtungsaufwand zwischen Lastüberwachung und Potenzialverteilerklemmen verringern. Da das Konzept als Einzelscheibenlösung ausgelegt ist, bezahlt der Anwender zudem nur das, was er wirklich benötigt: Bei beispielsweise fünf Kanälen kauft ein Kunde künftig fünf Scheiben und nicht zwei 4er-Blöcke oder einen 8er-Block wie bisher.

Die Strombelastbarkeit des Gesamtsystems ist auf maximal 40 A ausgelegt. Der Betriebstemperaturbereich reicht von –25 °C bis +55 °C (ohne derating). Die Anschlussquerschnitte betragen beim Einspeisemodul 16 mm², bei der elektronischen Lastüberwachung (ELM) 2,5 mm² und bei der Potenzialverteilerklemme sind es oben 1,5 mm² und unten 2,5 mm². Zur Verfügung stehen derzeit diverse Einspeisemodule (Module ohne Steuerfunktion beziehungsweise Module mit Alarm- und Resetfunktion) sowie je ein Steuer- und Alarmmodul und nicht zuletzt diverse Potenzialverteilermodule.

Summa summarum fasst Weidmüller also unter dem Oberbegriff ‚Klippon Connect‘ alle Produkte im Bereich Reihenklemmen mit verschiedenen Anschlusstechnologien aufgeteilt nach Universal- und Applikations-Programm zusammen und ergänzt diese zudem um eine Reihe prozessunterstützender Services wie etwa den Weidmüller Configurator (WMC), eine webbasierende Software zur Unterstützung bei der Auswahl und dem Zusammenstellen von Reihenklemmenleisten inklusive dem Zubehör. Und was die eingangs angesprochenen Gehäuse für sämtliche Industriebereiche betrifft, so vermarktet Weidmüller diese zukünftig unter dem Namen ‚Klippon Protect‘. Ähnlich wie bei Klippon Connect wird es hier ebenfalls ein Universalprogramm und spezielle Applikationsprodukte geben, die für definierte Anwendungsfelder mit spezifischen Schutzanforderungen im Feld ausgelegt sind.

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