Belden
Ethernet ist gesetzt!
Welche Neuheiten sind von Belden auf der SPS IPC Drives zu erwarten? Im Vorfeld der Messe erläutern die Bereichsleiter Wolfgang Schenk und Dr. Hubert Ermer die Marschroute für die beiden hauseigenen Marken Hirschmann und Lumberg Automation und stellen neue Produkte vor.
Dr. Hubert Ermer, Geschäftsführer der Industrial Connectivity Division: "Ethernet ist in der Aktor-Sensor-Ebene zwar noch nicht State-of-the-Art, aber diesem Protokoll gehört die Zukunft."
© HirschmannBisher war die Anbindung von Sensoren und Aktoren an dezentrale E/As oder Steuerungen eine Domäne der Feldbusse. Doch mittlerweile ist sich Dr. Hubert Ermer sicher, "werden dafür zunehmend Ethernet oder spezielle Standards, die auf diesem Protokoll basieren, eingesetzt." Diesen Trend sieht Ermer insbesondere im Maschinenbau. Um auch dort eine effiziente Vernetzung zu ermöglichen, erweitert Belden sein Angebotsspektrum derzeit um aktive E/A-Module, die Profinet und Ethernet/IP unterstützen. "Damit decken wir die beiden wichtigsten Netzwerk-Standards für die Automatisierung ab", so Ermer. Bereits Anfang dieses Jahres sind entsprechende E/A-Module aus der Lion-M-Familie auf den Markt gekommen. Auf der SPS IPC Drives folgt eine ruggedized Version mit rundum vergossenem Metallgehäuse und Schutzart IP67. Angedacht sind zudem Module für Ethercat und Safety I/O.
Die Erweiterung des Leistungsspektrums der Connectivity Division um Ethernet-fähige Komponenten ist Teil der Belden-Strategie, mit der das Unternehmen verstärkt auf komplette Lösungen für die Datenkommunikation setzt, die sowohl Kabel und Steckverbinder als auch Switches, Firewalls, Wireless LAN-Systeme und eine einheitliche Netzwerkmanagement-Software umfassen. Ermer: "Mit der Lumberg-Marke übernehmen wir dabei den Part auf der Aktor-Sensor-Ebene, während die Networking-Division mit seinem Hirschmann-Produktprogramm primär für die Leit- und Management-Ebene zuständig ist und für die Vernetzung der Maschinen und Anlagen untereinander."
Dementsprechend stellt Wolfgang Schenk, Leiter der Networking-Division den neuen Switch Powermice vor. Dieser modulare Switch für die Hutschiene bietet erstmals einen Rundum-Schutz für das Netzwerk. Zu den Sicherheitsmechanismen, die den Zugang regulieren und vor Attacken schützen, gehören unter anderem Port Security, DHCP Snooping, Dynamic ARP Inspection, IP Source Guard, Ingress/Egress ACL, sFlow, Storm Control, Automatic Denial-of-Service Prevention und eine Port-Zugangskontrolle via 802.1x inklusive Multi Client Authentication, Radius VLAN/Policy Assignment und Guest/Unauthenticated VLAN. Hardware-Redundanzverfahren wie PRP (Parallel Redundancy Protocol) und HSR (High-availability Seamless Redundancy) sorgen darüber hinaus für eine unterbrechungsfreie Datenkommunikation. Damit sollen sich mit dem Switch, der IPv6 ready ist, Applikationen realisieren lassen, bei denen sowohl eine extrem hohe Netzsicherheit als auch Netzverfügbarkeit gefordert sind. Zudem kann der Switch nahtlos in Profinet- und Ethernet/IP-Umgebungen integriert werden.
Wolfgang Schenk, Leiter der Geschäftseinheit Industrial Networking Solutions: "Langfristig wird sich die Automatisierungs-Pyramide durch die Ethernet-Technologie auflösen."
© HirschmannBelden will sich kontinuierlich zu einem End-to-End Lösungsanbieter für Industriell Ethernet weiterentwickeln. Schenk ist deshalb wichtig, das neue Zertifizierungs-Programm anzusprechen: Gemeinsam mit Lieferanten industrieller Netzwerklösungen will Belden ein Programm einführen, mit dem neue oder erweiterte industrielle Ethernet-Infrastrukturen in Unternehmen konzipiert, installiert, konfiguriert und getestet werden. Ein Teil des Programms sieht die Zertifizierung der Performance und Zuverlässigkeit vor. Als Maßstab dienen die Standards und Best Practices von Belden. "Kunden möchten, dass die Übermittlung ihrer Steuerungs- und Datenkommunikation in sämtlichen industriellen Anwendungen sicher und zuverlässig erfolgt", erklärt Schenk. "Indem wir unsere Industrial Ethernet-Experten bei Belden sowie unsere Standards und Best Practices mit den Experten unserer Integratoren kombinieren, können wir die Netzwerke unserer Kunden zertifizieren und den Kunden die Gewissheit geben, dass ihr System die geplante Leistung bringt." Belden hat bereits mit einem ähnlichen Programm für Enterprise-Anwendungen Erfahrung gesammelt. "Da liegt es auf der Hand, dies auch im industriellen Sektor umzusetzen", so Schenk.
Beldens Zertifizierungsprogramm für industrielle Ethernet-Infrastrukturen soll sicherstellen, dass Netzwerkinfrastrukturen entsprechend den höchsten Standards eingerichtet werden und mit den sich ständig wandelnden Erfordernissen der Kunden Schritt halten können. Gleichgültig, ob ein Kunde seine Netzwerkinfrastruktur von Grund auf neu erstellen oder größere Modernisierungen oder Erweiterungen an seinem bestehenden System vornehmen möchte, bietet der Prozess von Belden einen nahtlosen, schrittweisen Ansatz.















