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Artikel und Hintergründe zum Thema

Eplan

Meinrad Happacher,

Das Cloud-Business

Dass sich auch Eplan dem Thema Cloud widmet, war schon auf der Hannover Messe 2019 zu sehen. Wie der Cloud-Plan der Zukunft konkret aussehen soll, erläuterten die Firmenlenker Anfang Juni in Köln.

Ziel der Cloud-Aktivitäten von Eplan: die wertschöpfenden Prozesse im Steuerungs- und Schaltschrankbau wirschaftlicher und präziser zu gestalten.

© Bild: Computer&AUTOMATION, Quelle: Eplan Software & Service

Data Portal und eView – diese Anwendungen bietet Eplan bis dato schon in der Cloud an. Was allerdings noch fehlt, ist eine gewisse Klammer um die einzelnen Produkte. Mit ePulse soll diese Aufgabe nun ein offenes, cloudbasiertes System übernehmen; ein cloudbasiertes Herzstück quasi für die disziplin- und schnittstellenübergreifende Arbeit von Ingenieuren!

Das Eplan-System soll Grundstock werden für ein Netzwerk an cloudbasierten Lösungen, das Daten und Projekte, Disziplinen sowie Ingenieure weltweit zusammenbringt. Anwender erhalten also nun über ihren Internet-Browser kostenfreien Zugriff auf Applikationen, welche die Produktwelt der Eplan-Plattform um weiterführende Funktionen entlang der datenbasierten Wertschöpfungskette ergänzen. Das System ePulse soll offen gehalten werden für diverse Dateifomate und Schnittstellen zu Systemen anderer Anbieter.

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Sebastian Seitz, CEO, ist vom Erfolg des Eplan-Portals überzeugt: „Unsere Kunden können heute schon auf 800.000 digitalisierte Gerätedaten zugreifen.“

© Eplan Software & Service

Ziel ist: Die Eplan-Plattform soll in der Engineeringphase die Prozesse optimieren und die Effizienz steigern. Konkret bedeutet das: Aus Sicht von Eplan steht in der Engineeringphase zukünftig der digitale Zwilling eines Schaltschranks im Mittelpunkt. Basis des Zwillings sind hochwertige 3D-Daten, die das Gehäuse und Zubehör abbilden. Ergänzt werden sie um projektrelevante Komponenten- und Verdrahtungsinformationen. So können ohne Medienbruch Daten ausgeleitet und in den weiteren Teilprozessen wie Fertigung inklusive Verdrahtung genutzt werden. Auch das disziplinübergreifende Engineering soll ein deutliches Optimierungspotenzial bieten. So wird es möglich, an einer zentralen Stelle – im Eplan-Projekt – auch Parameterdaten smarter Sensoren zu speichern und diese im weiteren Prozess zu nutzen.

Offene, standardisierte Schnittstellen wie beispielsweise AutomationML (AML) stellen dabei diese Daten beliebigen Nutzern zur Verfügung. Das geschieht ohne applikationsspezifische Formate oder Datenstrukturen. Nutzer können beispielsweise Maschinen zur Schaltschrank- oder Drahtbearbeitung sein oder auch Menschen, die mit Hilfe digitaler Informationen die Verdrahtung vornehmen. In der Betriebsphase sollen diese Daten helfen, die Anlagenverfügbarkeit zu maximieren und im Fehlerfall Stillstandzeiten zu minimieren. QR-Codes von verbauten Komponenten helfen, diese wieder zu finden und deren Eigenschaften, wie etwa Teilenummer und technische Daten für die Ersatzteilbeschaffung an jeder Stelle in der Anlage und zu jeder Zeit per Tablet oder Smartphone zur Verfügung zu stellen.

Kollaboration erwünscht

Eplan ePulse soll die beschriebenen Szenarien unterstützen. Sind die erwähnten Projektdaten dort gespeichert, steht einem Zugriff zu jeder Zeit und von jedem Ort nichts im Wege. Hierzu wird das Projekt über Eplan eView mit den erforderlichen Partnern zu Kollaborationszwecken geteilt. Unternehmen werden mit ihren Kunden und Lieferanten vernetzt, um so den Austausch von Daten einfach und sicher zu ermöglichen. Das Projekt soll somit das zentrale, digitale Modell einer Automatisierungslösung werden, das mit verschiedenen Applikationen wie beispielsweise Eplan Electric P8, Pro Panel und Fluid aufgebaut wird und als „Single-Source-of-Truth“ verfügbar ist. Das Eplan-Projekt versorgt schlussendlich die weiterführenden Prozesse mit den notwendigen Daten. Anwender können die Leistungen der Plattform nutzen und sich gleichzeitig die Mehrwerte der cloudbasierten Services wie Eplan eView und Eplan Cogineer erschließen.

Das bisherige Portfolio

Drei Dienste – eVIEW, Cogineer und Data Portal – bietet Eplan schon für das cloudbasierte System ePulse an:

  • eView macht die in der Eplan-Plattform generierten Engineering-Projekte in der Cloud verfügbar. Somit sind die Projektdaten überall und jederzeit einsehbar. Per Redlining-Funktion können etwa auch Servicetechniker und Fertigungsmitarbeiter Änderungsvorschläge im Schaltplan vermerken. Das Engineering hat alle Kommentare im Blick, redigiert diese und hat die Kontrolle über die Aktualität der finalen Projektdaten.
  • Schaltpläne aus einer Vorlagenbibliothek mit wenigen Klicks zusammenstellen – das ist über die Cloud-Version von Cogineer in ePulse künftig direkt im Browser möglich. Damit können Schaltpläne auf Basis bereitgestellter Eplan Vorlagen erstellt werden.
  • Geräte- und Komponentendaten eines wachsenden Hersteller-Netzwerkes in einer Applikation vereinen – das ist Ziel des Data Portal. Anwender können direkt über den Browser auf die Daten zugreifen und auch deren Qualität bewerten. Hersteller erhalten somit wertvolles Feedback aus der Gemeinschaft. Die Anwender wiederum profitieren von dem laufend steigenden Datenumfang auf einem stetig steigenden Qualitätsniveau.

Studie Engineering 4.0

Das ‘European 4.0 Transformation Center’ (E4TC) am RWTH Aachen Campus hat zusammen mit Eplan die Studie „Engineering 4.0“ erstellt. Dabei wurde die strategische Digitalisierung der Konstruktion bei deutschen Maschinenbauern, Ingenieurbüros und Geräteherstellern genauer beleuchtet.

Die Forscher konzentrierten sich bei der Erarbeitung der Studie auf die Arbeitsfelder Engineering, Design, Stücklisten, Reports, Schaltschrankaufbau sowie Artikel und Vorlagen. Wichtige Erkenntnis der Studie: Die Unternehmen haben es buchstäblich selbst in der Hand, genau in diesen Feldern über Standardisierungs- bzw. Automatisierungsprojekte Zeit- und Kosteneinsparpotenziale zu erschließen. Der Weg zu höherer Effizienz in der Wertschöpfungskette ist demnach von der klassischen Methodik über Standardisierung bis hin zur Automatisierung vorgezeichnet. Um die Effizienz je Arbeitsschritt bewerten zu können, erfolgt in der Studie eine Skalierung des Methodik-Workflows in fünf Stufen, innerhalb derer die Effizienz-Level (eLevel) des Engineerings zu verorten sind.

Typischer Zeitaufwand der einzelnen  Engineering-Schritte (1-8) in %, bei einer Entwicklung mit 30 % Neuanteil.

© Eplan Software & Service

Steigendes Potenzial

Aus den erhobenen Daten leiten die Wissenschaftler ab, dass Unternehmen von eLevel zu eLevel 20 % effizienter werden können und sich der Zeitaufwand für die Stromlaufplanerstellung von Stufe zu Stufe jeweils halbiert. 10 % Aufwand für eine Standardisierung ermöglicht beispielsweise eine um 50 % schnellere Stromlaufplanerstellung. 25 % Zeitersparnis bei der Stromlaufplanerstellung bringt die geräteorientierte Arbeitsweise. Die Hälfte der Zeit bei der Stromlaufplanerstellung sparen Nutzer mit einer Schaltungsbibliothek für Produktfunktionen. 75% geringerer Aufwand in der Prüfung der Schaltpläne wird erreicht durch Nutzung einer umfassenden Schaltungsbibliothek. Und 100 % Zeitersparnis bei der Erstellung aller Reports sind durch eine Standardisierung erreichbar.

Interessierte können die Studie kostenlos im Internet anfordern.

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