Igus

Annina Schopen,

Ausbildungsfabrik soll Fachkräftemangel beenden

Igus bildet Nachwuchskräfte verstärkt selbst aus. Dabei wird eine neue Ausbildungsfabrik am Firmensitz in Köln-Porz unterstützen, die die Ausbildungskapazität für Berufe wie Mechatroniker, Elektroniker und Werkzeugmechaniker verdoppelt. Schon 2027 will das Unternehmen dadurch nicht mehr auf externe Fachkräfte angewiesen sein.

Ab 2027 will Igus den Bedarf an Fachkräften vollständig selbst decken. © Igus

Bei Igus in Köln Porz-Lind entstehen seit über 60 Jahren Innovationen aus Hochleistungskunststoffen, seien es schmierfreie Gleitlager, leichtläufige Kugellager, robuste Energieketten, flexible Leitungen oder kostengünstige Roboter. Damit täglich über 4.000 Bestellungen aus Köln an Kunden weltweit kommen können, setzt das Unternehmen auf die Ausbildung eigener Mechatroniker, Werkzeug- und Zerspanungsmechaniker, Elektroniker und Kunststoff- und Kautschuktechnologen. Bislang lernten die Auszubildenden bei Igus separat in den jeweiligen Abteilungen. Ab sofort steht ihnen dafür eine eigene Ausbildungsfabrik auf 378 Quadratmetern zur Verfügung, ausgestattet mit Dreh- und Fräsmaschinen, fünf Spritzgussmaschinen und Elektro-Arbeitsplätzen. Die Auszubildenden bleiben jedoch in die Wertschöpfungskette eingebunden. Sie übernehmen echte Kundenaufträge, etwa die Reparatur von Spritzgusswerkzeugen und die Produktion kleiner Aufträge. Außerdem lernen die jungen Fachkräfte direkt, KI und Robotik in ihre Arbeitsaufgaben einzusetzen.

Möglich macht dies unter anderem die Inhouse-Automation-Abteilung sowie der hauseigene Geschäftsbereich Low-Cost-Automation, mit dem Igus kostengünstige Automatisierungslösungen für die Industrie entwickelt. „Gleichzeitig können die Auszubildenden in der Ausbildungsfabrik konzentrierter lernen“, sagt Dr. Thilo Schultes, CEO Operations bei Igus. „Das gemeinsame Lernen und der regelmäßige Austausch stärken sowohl den Zusammenhalt zwischen den Ausbildungsberufen als auch die Motivation.“ Nach anderthalb Jahren in der Ausbildungsfabrik wechseln die Auszubildenen in ihre entsprechenden Fachabteilungen.

Anzeige

Anzahl der Auszubildenden wächst um knapp 42 Prozent

Das Ziel von Igus ist es, seine benötigten Fachkräfte selbst auszubilden und langfristig unabhängig vom externen Arbeitsmarkt zu werden.„Die neue Ausbildungsfabrik, in die wir rund 600.000 Euro investiert haben, bietet uns nicht nur neue Kapazitäten, sondern macht uns auch unabhängiger von externen Ausbildungsstätten und deren Maschinenparks”, erklärt Michael Köllen, Leiter HR Produktion & Technik. „So können wir unsere Fachkräfte schon früh und eigenständig an hochmodernen Maschinen nach unseren eigenen Qualitätsstandards schulen.”

Das Ziel ist ambitioniert: Ab 2027 will das Unternehmen den Bedarf an Fachkräften vollständig selbst decken. Ein wichtiger Schritt dahin ist bereits getan. „25 neue Auszubildende haben im September 2025 ihr erstes Lehrjahr begonnen, ein Zuwachs von rund 42 Prozent“, erklärt Michael Köllen. Insgesamt durchlaufen im gewerblich-technischen Bereich derzeit 59 junge Menschen in allen Lehrjahren ihre Ausbildung bei igus. Ab Oktober sucht Igus wieder nach neuen Auszubildenen für das Lehrjahr 2026.

Erwachsenenbildung mit der IHK

Um Menschen in jeder Lebensphase eine Weiterbildung zu ermöglichen, arbeitet Igus seit 2016 mit der Industrie- und Handelskammer zusammen. Gemeinsam wurden Lehrgänge konzipiert, mit denen Fachfremde oder Mitarbeitende ohne Berufsausbildung anerkannte IHK-Abschlüsse erlangen können. Derzeit absolvieren 38 Beschäftigte einen solchen Lehrgang. Über 250 Beschäftigte haben bereits den Abschluss gemacht und wurden zu Fachleuten mit entsprechendem Schwerpunkt wie Spritzguss, Zerspanung, Extrusion, Logistik oder Montage ausgebildet.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Lapp

Autorisierte Distributoren online sichtbar gemacht

Lapp erweitert das digitale Serviceportfolio und stellt als nach eigenen Angaben erstes B2B-Industrieunternehmen seinen autorisierten Distributoren ein verifizierbares Online-Siegel von authorized.by zur Verfügung. Damit will das Unternehmen mehr...

mehr...

ZVEI

Rittal gewinnt Electrifying Ideas Award 2026

Der ZVEI hat Rittal als Gewinner des Electrifying Ideas Award 2026 gekürt. Mit dem Preis prämiert die deutsche Elektro- und Digitalindustrie Innovationen und Lösungen, die Energie effizient einsetzen, Ressourcen schonen und zugleich wirtschaftlich...

mehr...

Rittal

Neue Spielregeln für Kältemittel

Aufgrund von EU-Vorschriften dürfen ab 2027 viele Kältemittel bei Neumaschinen nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Betroffen von der verschärften Normenlage sind Maschinen und Anlagen, in denen Schaltschrank-Kühlgeräte oder Chiller verbaut sind....

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Werma Signaltechnik

Signalleuchte mit höherer Kalotte

Die 'MC55 High' von Werma Signaltechnik gehört zur Signalleuchten-Serie ‚MC55‘, verfügt aber über eine höhere Kalotte und bietet dadurch eine deutlich bessere Sichtbarkeit, selbst aus größerer Distanz oder bei ungünstigen Blickwinkeln.

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren