Machine Vision / Bildverarbeitung
VDMA veröffentlicht OPC UA Companion Specification
Damit Maschinen untereinander kommunizieren können, ist eine gemeinsame "Sprache" wie OPC UA nötig. Die Fachabteilung für die industrielle Bildverarbeitung (Machine Vision) innerhalb des VDMA hat die Freigabe einer entsprechenden OPC UA Companion Specification erteilt.
„Wir sind stolz darauf zu den Pionieren im Bereich OPC UA zu gehören. Dahinter steht ein großes Stück Arbeit und der Erfolg basiert auf dem außergewöhnlichen Engagement der Mitglieder in der Arbeitsgruppe OPC Machine Vision Core Working Group“, sagt Dr. Horst Heinol-Heikkinen, Geschäftsführer von Asentics und Vorstandsmitglied von VDMA Robotik + Automation sowie VDMA Machine Vision.
Seitens der OPC Foundation lobt Stefan Hoppe, Präsident und Geschäftsführer der OPC Foundation, den Erfolg der Arbeitsgruppe: „Die OPC Foundation schätzt die Arbeit der VDMA Machine Vision-Initiative sehr. Die industrielle Bildverarbeitung hat einen entscheidenden Schritt hin zur Umsetzung von Industrie 4.0 getan. Sie hat OPC UA als Interoperabilitätsplattform für die industrielle Bildverarbeitung eingeführt und durch die internationale Standardisierungskooperation G3 den Geist der Kooperation auf globaler Ebene vorangetrieben.
Bereits im Januar 2016 beschloss der Vorstand von VDMA Machine Vision, eine OPC UA Companion Specification für die Industrielle Bildverarbeitung zu entwickeln. Eine Kernarbeitsgruppe mit 17 Experten führender europäischer Bildverarbeitungsunternehmen stellte sich der Herausforderung, machte Vorschläge für Ansatz und Inhalt und überwachte das Feedback der breiteren Bildverarbeitungsindustrie und der Endanwender weltweit.
Um eine größere Reichweite zu erreichen, beschloss VDMA Machine Vision, diese wichtige Normungsarbeit in die globale Standardisierungskooperation für Machine Vision namens G3 einzubringen. G3 besteht aus den weltweit tätigen amerikanischen (AIA), chinesischen (CMVU), europäischen (VDMA und EMVA) und japanischen (JIIA) Bildverarbeitungsverbänden. „Weltweit hatte die IBV-Community die Möglichkeit, sich an den Inhalten der OPC UA Machine Vision Companion Specifications zu beteiligen - was nun zu einer breiten Akzeptanz des neuen Standards führen wird“, sagt Dr. Heinol-Heikkinen.
Download und Details zur OPC UA Companion Specification Part 1
Part 1 beschreibt eine Abstraktion des generischen Sehsystems, das heißt eine Darstellung eines so genannten digitalen Zwillings des Systems. Es übernimmt die Verwaltung von Rezepten, Konfigurationen und Ergebnissen auf standardisierte Weise, während die Inhalte herstellerspezifisch bleiben und als Blackbox behandelt werden. Zudem ermöglicht es die verallgemeinerte Steuerung eines Vision-Systems und abstrahiert das notwendige Verhalten über das Konzept einer ‚State Machine‘. Eine Testimplementierung wurde bereits erfolgreich abgeschlossen und im Mai 2019 auf einer Großveranstaltung der Automobilindustrie in Deutschland vorgestellt. Derzeit wird ein Hardware-Demonstrator entwickelt, der in Kürze auf Messen in Deutschland zu sehen sein soll. Und, wie der Zusatz ‚Part 1‘ zeigt: Die Arbeit der VDMA OPC Machine Vision Initiative hört hier nicht auf. Darüber hinaus etabliert Part 1 eine Art Infrastrukturschicht, die eine vereinfachte und einheitliche Integration aller möglichen Bildverarbeitungssysteme in übergeordnete IT-Produktionssysteme (SPS, SCADA, MES, ERP, Cloud, …) ermöglicht. Ziel ist, dass über Part 1 hinaus andere proprietäre Elemente zerlegt und durch standardisierte Informationsstrukturen und Semantiken wie Konfigurations-, Rezept- und Ergebnisinformationen ersetzt werden.
Mit der Veröffentlichung der OPC UA Machine Vision Companion Specification Part 1, die nun auf der OPC Foundation Website und auch auf der VDMA Website zum Download zur Verfügung steht, enden nun insgesamt 35 Tage Präsenzgespräche, rund 50 Online-Meetings und unzählige individuelle Arbeitsstunden der Arbeitsgruppe.













