MIPI Alliance
Update für Kamera-Spezifikation
Die MIPI Alliance, eine internationale Organisation, die Schnittstellenspezifikationen für mobile und mobilitätsrelevante Industrien entwickelt, hat ein Update der MIPI Camera Serial Interface 2 (MIPI CSI-2)Schnittstelle angekündigt.
Das Update ermöglicht fortschrittliche Machine-Vision-Anwendungen in verschiedenen Anwendungsbereichen wie zum Beispiel Mobile, Augmented und Virtual Reality, Drohnen, Internet der Dinge (IoT), medizinische Geräte, Industrie-Systeme, Fahrzeuge sowie Endgeräte (Tablets, Notebooks und All-in-One-Systems).
Aufbauend auf den in MIPI CSI-2 v3.0 eingeführten Machine-Awareness-Fähigkeiten bietet Version 4.0 eine Always-on-Imaging-Lösung, die über nur zwei Kabel betrieben wird. So werden Kosten und Komplexität für Ultra-Low-Power-Machine-Vision-Anwendungen reduziert. CSI-2 v4.0 fügt außerdem eine Multi-Pixel-Kompression für die neueste Generation von Bildsensoren und RAW28-Farbtiefe hinzu, um Bildqualität und Signal-Rausch-Verhältnis (SNR) zu optimieren.
Die MIPI CSI-2 wurde ursprünglich 2005 eingeführt und hat sich laut MIPI Alliance zur weltweit am häufigsten eingesetzten Schnittstelle für eingebettete Kameras und Bildgebungssysteme entwickelt. Als Hochgeschwindigkeitsprotokoll für die Übertragung von Stand- und Videobildern von Bildsensoren zu Anwendungsprozessoren unterstützt es eine breite Palette von Anwendungsfällen, die hohe Leistung, geringen Stromverbrauch und geringe elektromagnetische Störungen (EMI) erfordern. Typischerweise für Anwendungen mit kürzerer Reichweite auf einer MIPI C-PHY- oder MIPI D-PHY-Physical-Layer-Schnittstelle implementiert, unterstützt Version 4.0 erstmals die Übertragung von CSI-2-Bildframes über die kostengünstige MIPI I3C/I3C Basic-Zweidrahtschnittstelle mit geringer Pin-Anzahl. CSI-2 kann auch über die MIPI A-PHY SerDes-Schnittstelle mit großer Reichweite (bis zu 15 m) implementiert werden, die für Anwendungen wie Fahrassistenzsysteme (ADAS), Fahrzeug-Infotainment und das industrielle IoT geeignet ist.
Zu den neuen Funktionen der Spezifikation gehören:
- Always-On Sentinel Conduit (AOSC): Ermöglicht ständig aktive Machine-Vision-Systeme, deren Kombinationen aus Bildsensoren mit extrem niedrigem Stromverbrauch und Videosignalprozessoren (VSP) ihre Umgebung kontinuierlich überwachen und ihre leistungsstärkeren Host-CPUs nur dann aufwecken, wenn wichtige Ereignisse auftreten. (In der Regel ist der VSP entweder ein separates Gerät oder mit der Host-CPU in einen größeren SoC integriert). Zu den Anwendungsbeispielen gehören Laptop-/Tablet-basierte Gesichtsüberwachung, Videoüberwachung und optische Fahrerassistenz- und Sicherheitssysteme. Mit AOSC können Bilddaten kostengünstig von einem Bildsensor zu einem VSP über einen stromsparenden MIPI I3C-Bus gestreamt werden. Dabei stehen Skalierungsoptionen zur Verfügung, um zusätzliche I3C-Lanes und Bandbreite gemäß der I3C-Spezifikation hinzuzufügen.
- Multi-Pixel Komprimierung (MPC): Bietet eine optimierte Pixelkomprimierung für die neueste Generation von Tetra- und Nonacell-Bildsensoren mit Multi-Pixel-Farbfilterarrays (CFAs). Die MPC-Funktion trägt dazu bei, die hohen Bandbreitenanforderungen dieser Sensoren zu verringern, indem sie sowohl Multipixel- als auch normale Bayer-CFA-Bilder effizienter und mit potenziell höherer Qualität komprimiert als aktuelle Methoden. Um Integratoren bei der Bewertung des Algorithmus und der Überprüfung ihrer Implementierungen zu unterstützen, wurde außerdem ein Referenzcode zur Verfügung gestellt.
- RAW28-Pixelkodierung: Unterstützt die nächste Generation von Kfz-Bildsensoren mit hohem Dynamikbereich für Anwendungen, wie sie für ADAS und andere sicherheitskritische Anwendungen erforderlich sind.
CSI-2 v4.0 ist mit allen früheren Versionen der MIPI-Spezifikation abwärtskompatibel, für Mitglieder der MIPI Alliance verfügbar und kann über das Mitgliederportal auf der MIPI Alliance Website heruntergeladen werden.
Die MIPI Alliance (MIPI) entwickelt Schnittstellenspezifikationen für die Mobilbranche und von mobilen Anwendungen beeinflusste Branchen. In jedem heute hergestellten Smartphone ist mindestens eine MIPI-Spezifikation enthalten. Die 2003 gegründete Organisation hat über 325 Mitgliedsunternehmen weltweit sowie 14 aktive Arbeitsgruppen, die Spezifikationen für das Mobilfunk-Ökosystem entwickeln und bereitstellen.










