Bildverarbeitung
EMVA verleiht Young Professional Award 2018
Der Young Professional Award 2018 der EMVA (European Machine Vision Association) geht an Doris Antensteiner für ihre Arbeit ‚Light Field and Photometric Stereo‘.
Die Rekonstruktion der 3D Oberfläche sowie der Reflektanzeigenschaften von Objekten stellen ein fundamentales Problem in der Bildverarbeitung dar. Lichtfeld wird üblicherweise als eine plenoptische 4D Funktion definiert, die Strahleninformation des Lichtes enthält und aus zwei räumlichen und zwei richtungsgebenden Dimensionen besteht. Die derzeit auf dem Markt erhältlichen Lichtfeldkameras umfassen plenoptische Kameras, Matrixkameras sowie industrielle Multi-Zeilenkameras. In der Arbeit von Doris Antensteiner wird Lichtfeldinformation verwendet, um eine 3D-Oberflächenrekonstruktion zu erstellen, sowie für die Aufzeichnung von Reflektanz-und Materialeigenschaften von Objekten.
In der von der EMVA ausgezeichneten Arbeit werden Lichtstrahlen, die von Objekten reflektiert werden, unter definierten Beleuchtungsbedingungen analysiert. Konventionelle bildgebende Methoden ermöglichen die Aufzeichnung von Richtungsinformation des Lichteinfalls nicht und halten die Summe des einfallenden Lichtes fest. Daher wird lediglich eine 2D Repräsentation der Szene erstellt. Die Arbeit forciert eine umfangreichere Szenenbeschreibung mittels Lichtfeld und photometrischem Stereo. Eine optimale Fusion von Lichtfeld mit photometrischem Stereo wird mittels Variationsmethoden sowohl für Flächen- als auch Multizeilenkameras erreicht. Letztere werden zumeist in industriellen in-line-Umgebungen verwendet, in denen sich Objekte auf Förderbändern mit konstanter Geschwindigkeit bewegen. Die Arbeit präsentiert Lösungen für die kombinierte 3D-Oberflächenrekonstruktion von Tiefendaten mit Oberflächennormalen in industriellen in-line-Umgebungen.
Anwendungsgebiete dieser Methoden umfassen die Produktinspektion, Defekterkennung, Markenschutz, Produktsicherheit und die optische Inspektion von Materialien. Hochpräzise 3D-Rekonstruktionen erlauben eine detaillierte Fehlererkennung in der industriellen Inspektion.
Doris Antensteiner (32) erhielt 2011 einen Mastertitel in Informatik von der Technischen Universität Wien und 2014 einen weiteren Mastertitel in Informatikmanagement. Von 2012 bis 2015 arbeitete sie als ‚Image Processing Engineer‘ in der Forschung und Entwicklung ‚R&D Video and Sensors‘ bei Kapsch TrafficCom. Derzeit arbeitet sie am Austrian Institute of Technology Center for Vision, Automation and Control und promoviert an der Technischen Universität Graz.










