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Artikel und Hintergründe zum Thema

Siemens

Brigitte Händler und Wolfgang Lay | Andrea Gillhuber,

Mehr Vorteile im Paket

Eine industrielle Produktion wird erst durch Datentransparenz und intelligente Datennutzung flexibel und effizient. Das bedeutet, dass immer mehr Daten erfasst und ausgewertet werden müssen. Hierfür ist ein effektives Zusammenspiel von Software und Hardware unerlässlich.

© Siemens

Maschinen werden konfiguriert, gesteuert, überwacht, gewartet, optimiert und vieles mehr. Dabei entstehen in Produktionsanlagen immer größere Datenmengen. Es reicht nicht mehr, Maschinen einzeln zu betrachten: Die Daten müssen im Gesamtkontext und im Zusammenspiel mit anderen Systemen und Anlagen erhoben werden, um die zunehmend komplexeren Abläufe zu visualisieren und den Zugriff auf relevante Produktionsdaten zu sichern. Hinzu kommt, dass sich die klassische Automatisierungspyramide auflöst sowie OT (Operational Technology) und IT (Information Technology) immer mehr verknüpfen. Wer den Überblick behalten und den größten Nutzen daraus ziehen will, benötigt ein transparentes System, das eine intelligente Auswertung gewährleistet.

Dies bezieht sich auch auf die eingesetzte Automatisierungs-Hardware: Durch die von intelligenten Komponenten bereitgestellten Diagnosedaten werden aufkommende Probleme früh erkannt, und vorbeugende Wartungsmaßnahmen können zeitnah in die Wege geleitet werden. Als Hardware-Plattform empfiehlt sich eine industrie-taugliche Technologie: Industrie-PCs bieten neben der Rechenleistung auch die nötige Offenheit, um die Automatisierungsebene über Feldbusse sowie die überlagerte IT-Struktur bei maximaler Systemverfügbarkeit anzubinden.

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Alle relevanten Prozess- und Diagnosedaten werden im HMI-System überwacht. So kann bereits auf Warnmeldungen reagiert werden, was Ausfallzeiten reduziert.

© Siemens

Gleiches gilt für die Software: flexibel, zuverlässig, offen und modular soll sie sein. Die Visualisierung ist im HMI-System die sichtbarste und wichtigste Komponente für Bedienende und muss deshalb leicht anpassbar und komfortabel in der Anwendung sein. Durch die Zunahme von IT-Vernetzungen sind zudem erweiterte Sicherheitszertifikate nötig, zum Beispiel für Remote-Zugriffe per Browser, für unternehmensweiten oder globalen Datenaustausch oder für Cloud-Lösungen.

Optimales Zusammenspiel von Hard- und Software

Hard- und Software werden in Unternehmen häufig von unterschiedlichen Abteilungen erworben. Dabei mag jede Abteilung für sich ein gutes Geschäft machen. Nachfolgekosten und -aufwände werden in der Regel außer Acht gelassen: langfristige Tests und Problemlösungsphasen, Inkompatibilität an entscheidenden Stellen, die sich erst in der Anwendung bemerkbar macht, oder kurze Nutzungszeiten, da Updates die Vereinbarkeit beider Komponenten zunichtemachen. Kombipakete aus Industrie-PCs und HMI-Systemen bieten eine Lösung, in der die Einzelkomponenten optimal aufeinander abgestimmt sind. Sie werden systemgetestet ausgegeben, haben eine umfangreiche Diagnose durchlaufen und enthalten weltweite Zulassungen und Zertifikate.

Auch Siemens bietet mit seinen Simatic Industrie-PCs und Simatic WinCC HMI-Systemen eine Kombination an. Erhältlich sind die skalierbaren Kombinationspakete, bei denen Hard- und Software bereits in der Entwicklung aufeinander abgestimmt werden, in verschiedenen Konfigurationen und Leistungsbereichen. Dieses Vorgehen verkürzt im Nachgang auch die Planungsphase, wenn zur bestehenden Anlage neue Komponenten hinzugefügt werden. Die Hardware-Verfügbarkeit liegt bei bis zu sechs Jahren, der Reparatur- und Ersatzteilservice erstreckt sich über weitere fünf Jahre. Gleichzeitig wird die Software kontinuierlich aktuell gehalten und begleitet die Hardware über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

Durch das Zusammenspiel aus intelligenter IPC-Systemdiagnose und effizienten HMI-Systemen werden Ausfälle vermieden und Stillstandzeiten reduziert.

© Siemens

Simatic IPCs sind für raue Industriebedingungen mit hohen Temperaturen und Luftfeuchte konzipiert, sind rüttelbeständig und aufgrund einer durchdachten Gehäusetechnik besonders wartungsfreundlich. Je nach Einsatzort können Anwender Rack-, Box- oder Panel-PCs verbauen.

Die Panel-PCs werden in Schutzart IP65 und mit einer Glasfront mit kapazitiver Multi-Touch-Fähigkeit ausgeführt. Die IPCs verfügen über weltweite Zulassungen wie CE, UL und geräteabhängig ATEX für explosionsgefährdete Bereiche. Hohe Kompatibilität zum Vorgänger ermöglicht einen einfachen Umstieg auf die aktuelle Technologie. Bei besonders hohen Ansprüchen an die Systemverfügbarkeit können Rack-Varianten redundant ausgeführt werden – vom Netzteil bis zum gesamten Gerät. Die dauerhafte Datenspeicherung stellen Hardware-RAID-Systeme sicher.

Visualisierungssystem mit Weitsicht

Das skalierbare Prozessvisualisierungssystem Simatic WinCC lässt sich für alle Größenordnungen und jede Komplexität umsetzen und ermöglicht eine effiziente Betriebsführung. Je nach Anforderung und Branche kommen hier Einplatzsysteme und zentrale Server mit zahlreichen Remote-Clients zum Einsatz. Erweiterungen bis hin zu leistungsstarken HMI-Systemen sind möglich, zum Beispiel gewährleistet durch Redundanzen in der Software und Hardware (RAID). Der modulare Aufbau der Software ermöglicht es, die Basisfunktionalität für das Bedienen und Beobachten durch Optionen oder Add-ons für branchenspezifische Anforderungen zu erweitern. Hier stehen zum Beispiel eine Auditfunktion oder eine Auftrags- und Chargenverwaltung zur Verfügung, um den Nachweisvorschriften von Prozessen und Bedienungen in einigen Branchen oder den speziellen Anforderungen bezüglich Dokumentation und Berichten in der Wasser- und Abwasser Branche zu entsprechen.

Industrie-PC mit Simatic WinCC Unified: robuste Hardware und komfortable Software für eine raue Industrieumgebung.

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Weiter Eigenschaften sind die Flexibilität und Offenheit durch die Unterstützung von Standard-Schnittstellen wie OPC UA, MQTT oder REST API. Diese sind entscheidend für eine einfache Integration in vorhandene IT-Infrastrukturen, beispielsweise in überlagerte MES/ERP-Systeme sowie zur Anbindung von Fremdsystemen der Automatisierung. Das komplett neu entwickelten WinCC Unified System überzeugt darüber hinaus durch die Kombination aus PC-basierten Visualisierungen mit Panels direkt an der Maschine, als Lösung mit einheitlichem Look-and-feel und durchgängiger Funktionalität.

Simatic WinCC Systeme sind ebenso langfristig verfügbar wie die Simatic IPCs, über viele Jahre erweiterbar und standardisiert. Im Zusammenspiel entsteht eine flexible, offene Plattform mit zahlreichen integrierten Funktionalitäten wie einer Bibliothek zur Standardisierung und mehr Effizienz der Prozessbedienung. Mit Hilfe von Software-Erweiterungen und speziellen Zertifizierungen (ATEX, Marine etc.) können Anlagen für unterschiedliche Branchen von kleinen bis zu komplexen Konfigurationen entworfen werden.

 

Industrie-PC mit Simatic WinCC Unified.

© Siemens

Auch in der zunehmenden Verknüpfung von OT- und IT-Ebenen punktet das Kombipaket: Simatic IPCs sind für die Anbindung an Cloud-Systeme gängiger Anbieter zertifiziert, bieten umfangreiche Gateway-Funktionen und erlauben in Verbindung mit einer durchgängigen Datenintegrität eine flexibel skalierbare Vernetzung – lokal bis global. Mit der HMI-Software werden Daten lokal erfasst, vorverarbeitet und zur zentralen Auswertung in die Cloud übertragen. So lässt sich der Aufbau klassischer Edge-Strukturen realisieren.

Davon profitieren beispielsweise Unternehmen wie Thyssenkrupp Steel Europe, das mit einem intelligenten Virtualisierungs- und Redundanzkonzept seine fast 60 Jahre alte Feuerbeschichtungsanlage modernisierte. Die vorhandene Virtualisierungslösung konnte technisch nicht erweitert werden, so entschied man sich für eine Kombination aus Simatic IPC547 und dem SCADA-System Simatic WinCC V7 als redundant eingerichtetem Leitsystem in virtueller IT-Infrastruktur. Durch die Kombination mit einem zentralen Datenarchiv-Server sind nun detaillierte Langzeitauswertungen zu Anlagenverfügbarkeit, Effizienz, Energieverbrauch und Qualität möglich. Der Zugriff erfolgt über 27 Bedienstationen oder das Intranet, was auch die Unterstützung durch Service-Techniker erleichtert.

Bereit für die vernetzte Zukunft

Die Autoren: Brigitte Händler, Marketing Manager HMI/SCADA (links), und Wolfgang Lay, Marketing Manager IPC, arbeiten bei Siemens in Nürnberg.

© Siemens

Die offene Architektur des HMI-Systems in Verbindung mit einer hohen Systemkompatibilität ermöglicht Modernisierungen. Erste Ansätze zur Implementierung von künstlicher Intelligenz werden bereits in die Diagnosefunktionen eingebettet und reduzieren Prüf- und Testzeiten. Auch Service- und Wartungs-aspekte tragen zu einem langen Lebenszyklus bei: So enthalten beispielsweise die Embedded-PCs keine rotierenden Teile wie Lüfter oder Festplatten. Für alle PCs – mit und ohne Lüfter – werden Betriebsstunden, Zustand der Speichermedien und andere Diagnosedaten in der Runtime-Umgebung des HMI-Systems angezeigt und können lokal oder per Fernzugriff abgerufen werden. Notwendige Wartungsarbeiten können so präventiv im Rahmen von Stillstandzeiten durchgeführt werden. Solche durchgängigen Diagnosefunktionen für ein Gesamtsystem bestehend aus SPS, Netzwerkkomponenten und IPC-Hardware helfen, Fehler schneller zu erkennen und zu beheben. Hinzu kommen Long-Term-Service-Betriebssysteme, die analog zur Visualisierungssoftware und Hardware eine Langzeitverfügbarkeit sicherstellen.

All diese Faktoren tragen zu mehr Anlagenverfügbarkeit, reduzierten Service-Kosten und kürzeren Stillstandzeiten bei und machen die Kombipakete aus Simatic IPCs und Simatic WinCC zu einer verlässlichen, leistungsstarken Wahl.

Engineering mit Simatic WinCC

Der Siemens-Partner Galva Anlagen-Technik ist Hersteller von Transportsystemen für Feuerverzinkungsanlagen sowie Anbieter von Retrofits für Bestandssysteme. Die Umgebungsbedingungen in Feuerverzinkungsanlage sind rau und anspruchsvoll. Für Fahreinheiten in einer solchen Anlage wurde eine Visualisierungslösung gesucht, die über circa zehn Jahre Laufzeit einsetzbar ist. Galva liefert dabei nicht nur die Fahreinheiten, sondern betreut im Nachgang auch die errichteten Anlagen. Aus diesem Grund beinhalteten die Anforderungen an das HMI-System auch, die Anlagen komfortabel warten zu können.

Die Wahl fiel neben den Simatic HMI Unified Comfort Panels auf eine zentrale Bedienstation in Form eines Kombipakets aus robusten Simatic IPCs und der Software Simatic WinCC Unified Runtime. Die Visualisierungslösung kommt einerseits dem Endkunden zugute, da die Fahreinheiten so auch über einen zentrale Bedienstation gesteuert werden können und dort alle Informationen zum Prozess verfügbar sind. Auf der anderen Seite profitiert auch Galva durch das verkürzte Engineering der Visualisierung: Bei der Entwicklung von Projekten mit bis zu 20 Fahreinheiten ist der Aufwand für die Vorlagenerstellung und das Nachziehen von Änderungen erheblich. Mit Simatic WinCC Unified werden die Darstellungen der Fahreinheiten dynamisch erzeugt und Änderungen automatisch in allen Bildern nachgezogen. Dadurch benötig der Integrator für das Engineering im Vergleich zum Vorgängersystem nur noch 20 % der Zeit. Aus diesem Grund überlegt das Unternehmen, künftig skalierbare Vektorgrafiken (SVG) zu dynamisieren, um Störungen punktgenau anzeigen zu können. Auch dies ist auf Basis von Simatic WinCC Unified möglich.

Mehr über die Anwendung lesen Sie hier: https://sie.ag/3oioN4a

 

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