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Artikel und Hintergründe zum Thema

Infineon

Markus Kien, Christina Deinhardt,

Augmented Reality fürs Smartphone

Die Tango-Technologie von Google verleiht Geräten eine räumliche Wahrnehmung. Jetzt hat Lenovo das erste Smartphone mit 3D-Bildsensorchip von Infineon vorgestellt.

Das Smartphone Phab2 Pro von Lenovo in schematischer Darstellung – oben ist das 3D-Kameramodul sichtbar, unten das Fischauge-Objektiv

© Lenovo

Infineon ist nach eigenen Angaben der einzige Anbieter weltweit, der den Bildsensorchip gemäß den Anforderungen von Google bereitstellt.  Auf Grundlage des Time-of-Flight-Prinzips ermöglicht der 3D-Bildsensorchip “Real3” ein dreidimensionales Abbild der Umgebung in Echtzeit.

“Mit dem Tango-fähigen ‘Phab2 Pro’ beginnen wir ein völlig neues Zeitalter mobiler Anwendungen”, so Hua Zhang, Vice President, Lenovo Android/Chrome Computing Business Group. ”Der Real3-Bildsensorchip von Infineon ist ein Kernbestandteil für das Phab2 Pro von Lenovo.“ Dank seiner Fähigkeiten ermöglicht das Smartphone direkten Zugriff auf die sogenannte Augmented Reality: Durch Motion-Tracking reagiert es auf Positionsveränderungen, Tiefenwahrnehmung misst die Entfernung von Objekten und räumliches Lernen lässt das Gerät einmal erfasste Orte wiedererkennen, heißt es dazu weiter.

“Die Fähigkeit von Geräten zum dreidimensionalen Sehen wird zu einer Vielzahl neuer Anwendungen für Endverbraucher und in der Automobilbranche führen”, ergänzt Jochen Hanebeck, Präsident der Division Automotive bei Infineon. “Die Tiefenwahrnehmung und das Motion-Tracking, wie Tango-Geräte sie heute nutzen, lassen sich auch zur Fahrerüberwachung anwenden oder zur Gestenerkennung im Fahrzeug.”

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Das Funktionsprinzip von Time-of-Flight

Der Bildsensorchip stammt aus dem österreichischen Graz. Hier entwickelt Infineon Halbleiterlösungen für analoge und digitale Signalverarbeitung mit hohen Datenraten. Der Bildsensorchip vereint Pixelmatrix, Steuerschaltkreis, ADCs und die digitale Hochgeschwindigkeits-Schnittstelle auf einem einzigen Chip. Entwickelt wurde er gemeinsam mit Pmdtechnologies, einem führenden Anbieter von Time-of-Flight-Technologie.

Zur Funktionsweise heißt es: Die Erfassung des Umfelds beruht auf Infrarotlicht. Für jedes Pixel misst der 3D-Bildsensorchip die Zeitspanne, die das abgestrahlte Licht von der Kamera zum Objekt und wieder zurück benötigt. Zudem erfasst jedes Pixel die Helligkeitswerte des Objekts. Gegenüber anderen Methoden bietet die ToF-Technologie von Pmdtechnologies die beste räumliche Auflösung und höchste Robustheit – sowohl mechanisch als auch im Blick auf Hintergrundlicht, begründet Infineon die Zusammenarbeit. Der Cloud: Trotzdem habe sie die geringste Stromaufnahme und die kleinsten Abmessungen.

Bei der Google-Entwicklerkonferenz “Google I/O” erzielte bereits die Beteiligung von Infineon am Projekt Soli Aufmerksamkeit: Google und Infineon hatten einen Sensorchip entwickelt, der die Erkennung von Gesten ermöglicht. Das Projekt Soli nutzt 60-GHz-Mikrowellen, während Tango auf dem Senden und Empfangen von Infrarot-Lichtsignalen beruht. Dadurch hebt es sich von herkömmlichen 3D-Abbildungsverfahren ab. Diese verwenden entweder eine Stereokamera, die einen Mindestabstand zur Dreiecksmessung sowie höheren Rechenaufwand erfordert. Oder sie erzeugen 3D-Bilder mit strukturiertem Licht – allerdings zulasten einer geringeren Objektauflösung und höheren Materialkosten.

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