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Artikel und Hintergründe zum Thema

25 Jahre AT – Automation Technology

Inka Krischke,

»Wichtig ist, dass wir agil sind und schnell reagieren können«

AT – Automation Technology feiert in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen des Unternehmens. Die Geschäftsführer Dr. André Kasper und Daniel Seiler blicken stolz auf in diesem Jahren Erreichtes.

Die Geschäftsführer von AT – Automation Technology Daniel Seiler und Dr. André Kasper (vlnr)

© AT - Automation Technology

Herzlichen Glückwunsch zu 25 Jahren AT - Automation Technology! Im Rückblick: Was war die bedeutendste technologische Entwicklung Ihres Unternehmens?

André Kasper: Für unser Team steht grundsätzlich der Innovationsgedanke im Vordergrund. Neues zu entwickeln und Ideen mit viel Pioniergeist voranzutreiben, bereitet uns große Freude. Daher sind wir besonders stolz auf unsere jüngste Entwicklung: den 3D-Sensor 3070 aus unserer neuen C6-Serie, der übrigens nicht nur unser bislang größtes Entwicklungsprojekt, sondern auch unsere größte technologische Einzelinvestition war. Für dieses Produkt haben wir einen eigenen CMOS-Bildsensor inklusive On-Chip-Processing entwickelt. Das On-Chip-Processing – von uns ‚WARP‘ genannt – ermöglicht, dass von der Laserlinie nur die relevanten Daten an die FPGA weitergegeben werden. Dies macht den 3D-Sensor in der Kombination aus Auflösung und Geschwindigkeit zu dem schnellsten Sensor, den es derzeit weltweit auf dem Markt gibt. Aufgrund dieser neuen, enorm schnellen WARP-Technologie sind wir davon überzeugt, dass dieses Produkt uns in den nächsten fünf Jahren den bislang größten Schritt nach vorn bringen wird.

Modularer 3D Kompaktsensor - C6 Serie und IRSX -Infrarotkamera

© AT - Automation Technology

Gibt es einen absoluten ‚Bestseller‘ und was macht ihn aus?

Daniel Seiler: Unser absoluter Beststeller ist tatsächlich nicht nur ein Produkt, sondern Tausende, da wir mit unserem modularen Sensorkonzept zahlreiche Varianten eines 3D-Sensors anfertigen können. Der modulare Kompaktsensor, kurz MCS, hat den Vorteil für unsere Kunden, dass er sich individuell konfigurieren lässt – ohne Extrakosten, ohne lange Lieferzeiten und ohne Mindestbestellabnahme.

In 25 Jahren geht es nicht nur rosig zu – was war aus Ihrer Sicht die schwierigste Zeit für das Unternehmen?

André Kasper: Die bislang schwierigste Zeit für uns bei AT war wohl, als wir einen Engpass bei der Lieferung der Kaffeebohnen verzeichnen mussten. Nein, ernsthaft: Eine wirklich schwierige Zeit für das Unternehmen gab es bis dato nicht – allerdings war es eine große Herausforderung, als wir unser Geschäftsmodell von der ursprünglichen Systemintegration komplett umgestellt haben auf die Entwicklung und den Vertrieb von Komponenten. In diesem Zeitraum haben wir einen externen Wachstumsinvestor in das Unternehmen geholt, der uns seither im Rahmen dieser strukturellen Veränderung begleitet und unterstützt.

Daniel Seiler: 2023 ist nun das erste Jahr, in dem AT ausschließlich Komponenten für 3D- und IR-Bildverarbeitung herstellt und verkauft. Alle Systemlösungen werden ab jetzt komplett durch unsere „Solution Partner“ abgedeckt. Somit haben wir diese Phase der Umstrukturierung mit Erfolg abgeschlossen.

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Mit dem 'MetrologyPackage' können Anwender ihren 3D-Sensor in unter zehn Minuten konfigurieren und in dieser Zeit schon ein erstes Messergebnis ihrer Applikation erhalten.

© AT - Automation Technology

Wie sieht denn die Roadmap für die nächsten zehn bis 15 Jahre aus?

Daniel Seiler: Uns ist es wichtig, dass wir agil sind und schnell reagieren können, was vor allem die globalen Krisen in den letzten drei Jahren deutlich gezeigt haben. Daher stellen wir keine festen Pläne über einen so langen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren auf. Für die nächsten drei bis fünf Jahre liegt unser Fokus darauf, unsere lösungsnahen Komponenten mit einem noch breiteren Angebot an Softwareprodukten zu untermauern.

André Kasper: Ein erster Schritt in diese Richtung ist beispielsweise unser neues MetrologyPackage. Mit dieser Software ermöglichen wir unseren Kunden, dass sie ihren 3D-Sensor in unter zehn Minuten konfigurieren und binnen dieser Zeit bereits ein erstes Messergebnis ihrer Applikation erhalten. Zusätzlich können gängige Anwendungen mithilfe von mitgelieferten Beispieldaten sofort getestet und alle Auswertungsskripte im Quellcode angepasst werden. Dieses offene, flexible Konzept stellt für uns und den Bereich der 3D-Metrologie eine Neuheit dar.

Welche technologischen Trends sehen Sie, die für AT wichtig sind beziehungsweise werden?

Daniel Seiler: Durch den zunehmenden Personalmangel in allen technischen Industrien sehen wir einen allgemeinen Trend zur Automatisierung und daraus resultierend einen steigenden Bedarf für unsere Produkte, die für die automatisierte Qualitätskontrolle eingesetzt werden. Weiterhin erleben viele von uns belieferte Industrien wie beispielsweise die Elektromobilität oder die Batterietechnik derzeit einen starken Aufschwung.

André Kasper: Zuletzt ist für uns die zunehmende Standardisierung im Bereich der Industrie 4.0 und IoT Interfaces wichtig, wodurch unsere Produkte besonders einfach in Kundenprozesse integriert werden können und diese somit optimiert und effektiver gestaltet werden.

Was glauben Sie, was wird die größte Herausforderung der nächsten Jahre, geschäftlich und/oder technisch?

Daniel Seiler: Viele technische Herausforderungen haben wir bisher schon gut gelöst. Geschäftlich wird unser Umfeld natürlich stark beeinflusst von geopolitischen Trends und den Veränderungen, die sich daraus ergeben. Die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Ländern können sich schnell verändern und Auswirkungen auf den internationalen Handel haben. Unternehmen müssen in der Lage sein, sich an diese Veränderungen anzupassen, neue Handelsbeziehungen aufzubauen und mögliche Handelshemmnisse zu überwinden.

André Kasper: Gleichzeitig bieten solche Veränderungen auch Chancen für Unternehmen, neu entstehende Märkte zu erschließen – ein Beispiel ist die große Investition in europäische Halbleiterfabriken. Eine flexible Geschäftsstrategie und schnelle Reaktionsfähigkeit werden entscheidend sein, um erfolgreich mit diesen Herausforderungen umzugehen und das Wachstumspotenzial in diesen Regionen zu nutzen.

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