Siemens / Hannover Messe
Wert der Digitalisierung erkennen
Industriebetriebe jeder Größe können vom digitalen Wandel profitieren: Das will Siemens an seinem 3500 m2 großen Messestand auf der Hannover Messe deutlich machen. Dabei steht das weiter ausgebaute Angebot für das 'Digital Enterprise' im Mittelpunkt.
Unter dem Motto „Discover the value of the Digital Enterprise” zeigt Siemens anhand zahlreicher Praxisbeispiele, Anwendungen und neuer Produkte, welche Wettbewerbsvorteile das Verschmelzen der virtuellen und realen Welt ermöglicht. Denn die sich schnell verändernden Konsumenten-Anforderungen fordern Unternehmen zunehmend heraus, individualisierte Produkte in kürzester Zeit und optimaler, gleichbleibender Qualität zu produzieren. Den Lösungsansatz hierfür sieht Siemens in der Digitalisierung. „Nur Unternehmen, die ihre Prozesse ganzheitlich digitalisieren, werden wettbewerbsfähig bleiben“, erklärt Jan Mrosik, CEO der Division Digital Factory.
Mindsphere wird weiter ausgebaut
Eine zentrale Rolle bei der Digitalisierung soll das IoT-Betriebssystem Mindsphere einnehmen. Laut Siemens können Unternehmen damit mit geringem Aufwand die Leistung und Verfügbarkeit ihrer Anlagen nochmals deutlich steigern: Angeschlossen an Mindsphere lassen sich enorme Datenmengen schnell und effizient auswerten und Schwachstellen aufdecken. Durch neue Schnittstellen, Apps sowie Partnerschaften beispielsweise mit BluVision sowie die Nutzung der Cloud-Infrastruktur und Dienste von Amazon Web Services wird der Ausbau des Ecosystems rund um die Mindsphere weiter vorangetrieben. Mit der nun offen gelegten ‚Northbound-API‘ lassen sich MindApps, Applikationen von Siemens und Applikationen von Partnern schneller einbinden. Auf dem Stand werden eine Vielzahl neuer Apps gezeigt, aber auch Neuerungen für die bestehenden Apps ‚Fleet Manager‘ und ‚Visual Analyzer‘. Um den herstellerunabhängigen Anschluss von Assets zu erleichtern, ist eine ‚South-Bound-API‘ für weitere Protokolle in Vorbereitung. Für Besucher soll all dies in der MindSphere-Lounge in einer besonderen Atmosphäre erlebbar werden.
Durch Showcases sollen Besucher den Nutzen der Digitalisierung erleben. So wird etwa am Beispiel der Milchproduktion gezeigt, wie Unternehmen der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie mit Digitalisierungslösungen flexibel auf sich ändernde Marktanforderungen wie die wachsende Vielfalt an Geschmacksrichtungen reagieren können.
Dies reicht von der Milchverarbeitung bis hin zur Abfüllung, Verpackung und Etikettierung.
Zahlreiche Showcases
Ein weiterer Messe-Schwerpunkt ist Additive Manufacturing. Der gleichnamige Showcase soll deutlich machen, wie ein komplettes Angebot an Software- und Automatisierungslösungen additive Fertigung industrietauglich macht.
Eine Anwendung zur pharmazeutischen Industrie zeigt, wie Unternehmen dieser Branche ihren Produktionsprozess nachhaltig optimieren und flexibilisieren können – bis hin zu Losgröße 1 – bei gleichzeitiger Einhaltung der komplexen Regularien hinsichtlich Qualität und Sicherheit.
In Sachen Energieverteilung setzt Siemens mit Totally Integrated Power auf die Einbindung von Systemen und Geräten der elektrischen Energieverteilung in automatisierten Produktionsumgebungen. Konkret zeigt das Unternehmen anhand einer Produktionsmaschine die elektrotechnische Planung eines Schaltschranks auf Basis eines ‚digitalen Zwillings‘, bestückt mit vollständig im TIA Portal eingebundenen Komponenten zur automatisiert gesteuerten Produktion sowie zur Erfassung von Energie- und Anlagendaten und deren Anbindung an Mindsphere.
Zusätzlich zum Hauptstand präsentiert Siemens sein Angebot im Bereich der PLM-Software in Halle 6. In Halle 24 sind reale Kundenapplikationen aus verschiedensten Branchen mit Getrieben und Kupplungen aus der Produktfamilie Flender zu sehen.
Mehr Offenheit für das TIA Portal
Mit Servicepack 1 für TIA Portal V14 (Totally Integrated Automation Portal) erweitert Siemens sein Engineering-Framework um neue Funktionen zur Verkürzung der Engineering-Zeiten. Um etwa Passwörter für Know-how-, Schreib- sowie Kopierschutz einfach und zentral zu verwalten, nutzt der Anwender mit TIA Portal V14 SP1 das neue Passwort API: Über diese Schnittstelle realisiert er einfach die Passwort-Verwaltung für eigene Applikationen oder sichere Authentifizierungskonzepte, zum Beispiel auf Basis eines Dongle. Die Software-Option zur Maschinen- und Anlagendiagnose Simatic ProDiag wurde zur fokussierten Fehlersuche um die Kriterienanalyse erweitert. Damit lassen sich im ‚HMI PLC Code Viewer‘ zurückblickend die Zustände visualisieren, in denen die überwachten Fehler aufgetreten sind. Im Engineeringtool Step 7 kann der Maschinenbauer jetzt den neuen Einzelblockvergleich zum schnelleren Editieren nutzen.
Servo-Antriebssystem in fünf Klassen
Mit dem Umrichter Sinamics S210, der speziell zur Verwendung mit den neu entwickelten Simotics-S-1FK2 Motoren vorgesehen ist, bietet Siemens ein neues Servo-Antriebssystem mit fünf Leistungsklassen von 50 bis 750 W. Die Umrichter sind mit integrierten Sicherheitsfunktionen (STO, SS1) ausgestattet, die über Profisafe angesteuert werden können. Dabei erfolgt die Anbindung an die übergeordnete Steuerung via Profinet und die einfache Inbetriebnahme über Webserver und One-Button-Tuning zur automatischen Optimierung der Regelparameter. Der Anschluss der Motoren an die Umrichter erfolgt per One Cable Connection (Einkabelverbindung OCC). Hierbei werden Leistungsadern, Gebersignal und Bremse in einer Leitung mit lediglich 9 mm Durchmesser und nur einem Stecker zusammengefasst.














