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Artikel und Hintergründe zum Thema

Belastungen für den industriellen Mittelstand

Andrea Gillhuber,

VDMA warnt vor steigenden Sozialabgaben und fordert Reformen

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) sieht die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie durch steigende Sozialbeiträge, hohe Steuern und zusätzliche Bürokratie gefährdet. Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann fordert von der Bundesregierung entschlossenes Handeln.

VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann © VDMA

Die Sozialabgaben in Deutschland sind nach Angaben des VDMA auf mehr als 42 % gestiegen – ein höheres Niveau als vor den Hartz-Reformen. Bis 2028 soll der Rentenbeitrag auf 20 % ansteigen, für 2026 wird mit einer weiteren Anhebung der Krankenkassenbeiträge gerechnet. „Die für 2028 beschlossene Senkung der Unternehmenssteuer wird damit zum Nullsummenspiel für die Betriebe. Es hilft nicht weiter, wenn gleichzeitig die Beiträge steigen“, kritisierte VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. Deutschland habe zusammen mit Japan die höchste Steuerbelastung für Unternehmen unter den Industriestaaten.

Kritik an stockendem Bürokratieabbau

Der Verband kritisiert zudem Rückschritte beim Bürokratieabbau. Neue Gesetze wie die geplante Bundestariftreue oder die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie führten aus seiner Sicht zu zusätzlichen Belastungen. „Die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie droht für kleine und mittlere Unternehmen zu einem Lieferkettengesetz 2.0 zu werden“, warnte Brodtmann.

Der Maschinen- und Anlagenbau gilt als innovationsstarke Schlüsselbranche mit mehr als einer Million Beschäftigten und ist damit der größte industrielle Arbeitgeber Deutschlands. Die aktuellen US-Zölle belasten nach Angaben des VDMA bereits erheblich das Geschäft im wichtigsten Auslandsmarkt. „Umso wichtiger ist es, dass wir uns auf wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen am Standort Deutschland verlassen können“, betonte Brodtmann.

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Tiefgreifende Reformen notwendig

Für eine Entlastung seien tiefgreifende Reformen im Sozialbereich notwendig. „Zur Wahrheit gehört aber: Die Reformen werden schmerzhaft sein, wenn sie wirken sollen, und sie werden nicht für jeden gerecht sein. Das zu vermitteln, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe von Politik, Wirtschaft und auch Gewerkschaften“, sagte Brodtmann. Als konkrete Maßnahmen nennt der Verband unter anderem die Abschaffung der „Rente mit 63“, höhere Abschläge bei vorzeitigem Renteneintritt, eine schrittweise Anhebung der Regelaltersgrenze, eine kürzere Bezugsdauer von Arbeitslosengeld I sowie mehr Eigenbeteiligung in der Krankenversicherung.

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