Mitsubishi Electric
Smart transportieren mit dem LTS
Zur SPS IPC Drives 2016 wurde es erstmals als Studie vorgestellt – das LTS-Transportsystem von Mitsubishi Electric mit seinen „Smart Carriages“. In einer weiterentwickelten Ausprägung steht die Lösung nun kurz vor der Markteinführung.
Frank Neuhof, Mitsubishi Electric (li.) und Entwicklungspartner Malte Stahnke von APT: „Mit unserem LTS können wir auch die 3. Dimension.“
© Computer&AUTOMATIONDas LTS mit seinen ‚smarten‘ Transportwagen, welches Mitsubishi Electric zusammen mit dem e-F@ctory-Alliance-Partner APT Automation entwickelt hat, zielt speziell auf Anwendungen der sekundären Verpackung beziehungsweise der Endverpackung in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Zunächst sah das Konzept eine Antriebstechnik auf Basis von Linearmotoren vor, so wie dies auch bei Lösungen von Marktbegleitern der Fall ist. Im Laufe des letzten Jahres hat sich Mitsubishi Electric allerdings dazu entschlossen, von diesem Ansatz abzugehen und stattdessen auf eine Lösung mit rotatorischen Servomotoren zu setzen, da diese kosteneffizienter herzustellen seien.
Laut Hartmut Pütz, President Factory Automation EMEA, differenziert sich Mitsubishi Electric beim LTS aber nicht nur in puncto Antriebstechnik vom Wettbewerb: Ein entscheidender Unterschied sei das Konzept der ‚Smart Carriages‘: „Im Gegensatz zu anderen Lösungen befindet sich die Steuerungsintelligenz bei uns auf den ‚Smart Carriages‘. Jeder Laufwagen findet somit selbständig den optimalen Weg zum Ziel. Eine weitere Besonderheit: Jeder Wagen hat ‚Power on Board‘ und kann damit die auf ihm befindlichen Komponenten wie Sensoren oder Aktoren versorgen. Auf diese Weise wäre beispielsweise auch eine Verarbeitung des Transportgutes während der Fahrt denkbar.“
Weiterhin ist das LTS mit einem Safety-Modul mit Safe Torque Off (STO) und Safely Limited Acceleration (SLA) ausgestattet, das heißt die Anlage kann ohne Sicherheitsabsperrung betrieben werden. Laserscanner erkennen die Annäherung und bremsen die Smart Carriages auf ein ungefährliches Tempo – aber nur in dem Bereich, in dem sich jemand aufhält. Alle nicht betroffenen Teile der Anlage arbeiten mit unverminderter Geschwindigkeit weiter. Das ganze System wird zudem konfiguriert und nicht programmiert. Dies vereinfache nicht nur die Inbetriebnahme sondern auch die Erweiterung, sollte der Bedarf nach längeren Strecken oder zusätzliche Laufwagen aufkommen. Inzwischen ist Pütz zufolge über eine Art ‚Aufzug‘ sogar der Wechsel der Wagen von horizontalen auf vertikale Spuren von Produktionslinien möglich, wodurch sich weiteres Optimierungspotenzial im Raum erschließt.
Die Maximalgeschwindigkeit gibt Mitsubishi Electric mit 4 m/s an bei einer Beschleunigung/Verlangsamung von 3 g und einer Positioniergenauigkeit von ± 0,01 mm. Die maximale Traglast der Wagen liegt derzeit bei 5 kg. Weiterhin verweist Pütz auf die extrem geringe mögliche Distanz von unter 1 mm zwischen den Wagen auf einer Spur und die damit erreichbare Anlagenauslastung. Die Kommunikation zu dem Transportwagen erfolgt über WLAN wobei zusätzlich zu den Verfahrbefehlen beispielsweise auch Produktionsdaten ausgetauscht werden können. Ein wichtiger Punkt des LTS-Transportsystems sei zudem die Fähigkeit, Roboter mit den Smart Carriages zu synchronisieren um zum Beispiel Objekte ohne Stillstand von dem Carriage zu entnehmen.
Eine Markteinführung des LTS ist für Mitte 2018 geplant.
Einstieg in die kollaborative Robotik
Die Traglast des ‘Melfa Cobot’ liegt zwischen 5 und 6 kg. Seine Reichweite gibt Mitsubishi Electric zwischen 800 und 1000 mm an.
© Mitsubishi ElectricApropos Robotik: Neben dem LTS ist am Stand von Mitsubishi Electric auch ein „Erlkönig“ zu sehen – und zwar der neue ‚Melfa Cobot‘, welcher auf der Messe iREX in Tokio (29. November bis 2. Dezember 2017) seine offizielle Premiere feiern wird. Hierbei handelt es sich um den ersten kollaborativen Roboter von Mitsubishi Electric, mit dem der japanische Konzern nun auch in das Thema Mensch-Roboter-Kollaboration einsteigt. Die Besonderheit bei dem neuen MRK-Roboter besteht laut Hartmut Pütz unter anderem darin, dass sich seine Genauigkeit und Steifigkeit auf dem gleichen Level bewegen wie bei den bekannten Standard-Industrierobotern.














