Öl- und Gasindustrie

Günter Herkommer,

Siemens will Dresser-Rand übernehmen

Umgerechnet rund 5,8 Mrd. Euro will Siemens für die anvisierte Übernahme des US-Unternehmens Dresser-Rand ausgeben. Gleichzeitig soll an anderer Stelle der Verkauf einer Joint-Venture-Beteiligung 3 Mrd. Euro in die Kasse von Siemens spülen.

Das Dresser-Rand-Portfolio soll die Position von Siemens bei Turbokompressoren, Downstream- und Industrie-Anwendungen und größeren Dampfturbinen ergänzen.

© Siemens AG

Siemens hat mit der an der New Yorker Börse gelisteten Dresser-Rand vereinbart, alle ausgegebenen und ausstehenden Aktien von Dresser-Rand im Zuge eines freundlichen Übernahmeangebots zu übernehmen. Das Angebot beträgt 83 US-Dollar je Aktie in bar und entspricht einem Gesamtwert von rund 7,6 Milliarden Dollar.

Mit seinem Angebot an Kompressoren, Dampf- und Gasturbinen sowie Motoren sei Dresser-Rand ein weltweit führender Anbieter für die Öl- und Gas-, Prozess- und Energieindustrie sowie andere Branchen in den weltweiten Energie-Infrastrukturmärkten. „Als Premium-Marke in den globalen Märkten für Energieinfrastruktur passt Dresser-Rand perfekt in das Siemens-Portfolio“, kommentiert Siemens-Chef Joe Kaeser den geplanten Milliarden-Deal und ergänzt: „Beide Geschäfte zusammen schaffen einen Weltklasse-Anbieter für die wachsenden Öl- und Gasmärkte. Damit wird Dresser-Rand das ‚Oil & Gas-Unternehmen' innerhalb von Siemens und passt genau zu unserer Siemens Vision 2020.“ Siemens erwartet, dass die Transaktion bis zum Sommer 2015 abgeschlossen wird und erhofft sich durch die Transaktion jährliche Synergien von mehr als 150 Millionen Euro bis 2019. Dabei sollen das Unternehmen und der Markenname Dresser-Rand erhalten bleiben und ausgewählte sich ergänzende Produkte und Services aus dem Siemens-Portfolio in Dresser-Rand eingebracht werden.

Die in Houston, Texas (USA), und Paris (Frankreich) ansässige Dresser-Rand erzielte im Geschäftsjahr 2013 einen Umsatz von rund 3,0 Milliarden US-Dollar und beschäftigte etwa 8.100 Mitarbeiter. Fast 100.000 Turbinen des Unternehmens sind in mehr als 150 Ländern im Einsatz. Dresser-Rands Produktportfolio ergänzt das Angebot von Siemens mit Kompressoren und Turbinen. Dazu gehören Hochdruck-Anwendungen für die Ölförderung und Ölrückgewinnung, Gasverflüssigung, Gasförderung und Raffinerieprozesse. Zusätzlich bietet Dresser-Rand weitere Technologien für die dezentrale Energieversorgung an, beispielsweise Kolbenmotoren für Kompressoren und die Energieerzeugung, sowie Lösungen für flüssiges Erdgas.

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Drei Milliarden für BSH-Anteil

Zeitgleich mit dem Übernahmeangebot an Dresser-Rand haben Bosch und Siemens vereinbart, dass Robert Bosch den 50-Prozent-Anteil von Siemens am gemeinsamen Joint-Venture BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH (BSH) übernehmen wird. Der Kaufpreis beträgt drei Milliarden Euro. Zudem erfolgt vor Vollzug der Transaktion eine zusätzliche Ausschüttung in Höhe von jeweils 250 Millionen Euro von BSH an Siemens und Bosch.

Die Transaktion bedarf noch der Zustimmung der Kartellbehörden und werde voraussichtlich im ersten Kalenderhalbjahr 2015 abgeschlossen werden. BSH wird dann ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Bosch-Gruppe sein. Im Rahmen der Transaktion wurde auch vereinbart, dass BSH langfristig Hausgeräte unter der Marke Siemens weiter produzieren und vertreiben kann.

Im Jahr 1967 führten Bosch und Siemens ihre Aktivitäten auf dem Gebiet der Hausgeräte zusammen und das Gemeinschaftsunternehmen BSH entstand. Seitdem entwickelte sich BSH zum größten Hausgerätehersteller in Europa und zu einem weltweit führenden Unternehmen der Branche mit rund 10,5 Milliarden Euro Umsatz in 2013 und weltweit etwa 50.000 Mitarbeitern. Das Produktportfolio umfasst ein breites Spektrum an Hausgeräten. Es reicht von Herden, Backöfen und Dunstabzugshauben über Geschirrspüler, Waschmaschinen, Trockner, Kühl- und Gefrierschränke bis hin zu kleinen Hausgeräten wie Staubsaugern, Kaffeevollautomaten, Wasserkochern, Bügeleisen oder Haartrocknern.

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