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Artikel und Hintergründe zum Thema

Motor-Feedback / Drehgeber

Günter Herkommer,

'SCS open link' geht an den Start

Baumer, Hengstler und Kübler ziehen in puncto Motor-Feedback künftig an einem Strang. Mit 'SCS open link' wollen sie eine offene 1-Kabel-Lösung für den Austausch bidirektionaler Daten zwischen Motor und Drive etablieren und dafür auch weitere Mitstreiter gewinnen.

Die „Väter“ des neuen SCS-Konsortiums (v.l.n.r): Jochen Feiler (Hengstler), Gebhard F. Kübler und Karsten Just (Baumer). Ihre Ankündigung: „Wir sind mit ‚SCS open link‘ ab sofort am Start beziehungsweise verfügbar!“

© Kübler

„Beim Thema Servo-Feedback-Schnittstelle sehen wir heute eine geringe Kompatibilität im Markt beziehungsweise in der Regel proprietäre Schnittstellen. Diese lassen dem Anwender wenig Spielraum bei der Komponenten-Auswahl und machen ihn zudem  von der Entwicklungsroadmap einzelner Hersteller abhängig“, umreißt Gebhard Kübler, Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens aus Villingen-Schwenningen, den Status Quo in der Antriebstechnik. Mit dem Ziel, dies zu ändern, treten die genannten Drehgeber-Hersteller nun an, eine offene und sichere Einkabel-Lösung breit in den Markt zu bringen.

Hinter 'SCS open link' – SCS steht für Single Cable Solution -  verbirgt sich die ursprünglich von Hengstler entwickelte Schnittstelle 'Acuro link', welche in der Version 1.0 bereits im Markt ist und zunächst von Bosch Rexroth unterstützt wurde. Vor etwa zwei Jahren fanden dann laut Jochen Feiler, President von Hengstler, die erste Kooperationsgespräche mit Baumer und Kübler statt mit dem Ergebnis: „Niemand braucht ein weiteres geschlossenes Protokoll, das nur von einer Firma getrieben wird“. Ohne es konkret beim Namen zu nennen, spielt Feiler damit auch auf das bis vor kurzem noch proprietäre ‚Hyperface DSL‘ von Sick an. Die im Juni bekannt gewordene Ankündigung der Waldkirchener, Hiperface DSL ebenfalls für andere Sensor-Anbieter öffnen zu wollen, sieht Karsten Just, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing der Baumer Group, auch als ersten Erfolg des neu formierten SCS-Konsortiums: „Genau das wollten wir erreichen, sprich wir brechen ein Monopol beim Thema Motorfeedback auf!“

Wichtig zu betonen ist Gebhard Kübler, dass es sich bei ‚SCS open link‘ um mehr als nur ein weiteres  Protokoll für Weg- und Winkelsensoren handelt. Vielmehr sei es ebenfalls für die Einbindung weitere antriebsnaher Sensorfunktionen geeignet - beispielsweise für die Erfassung und Übertragung von Temperatur- oder Vibrationswerten etwa zum Zwecke des Condition Monitoring. Was die Drive-Integration von SCS betrifft, so existiert hierfür ein entsprechender IP-Core der sich auf einem im Antrieb in der Regel vorhandenen FPGA implementieren lässt. Auf der Drive-Seite fallen zudem keine Lizenzkosten an. Auf der Sensorseite ist ebenfalls keine spezielle Hardware etwa in Form eines ASIC erforderlich – vielmehr reicht ein leistungsstarker Mikrocontroller für die Implementierung der Schnittstelle aus.

Nach dem Lizenzmodell für weitere SCS-Mitstreiter seitens der Sensorik-Anbieter gefragt, antwortet Feiler: „Über genaue Kosten diesbezüglich wollen wir nicht sprechen. Nur soviel: Die Hürde ist nicht sehr hoch und wer diese Kosten nicht tragen will, hat kein echtes Interesse an der Lösung!“ Gebhard Kübler ergänzt: „Grundsätzlich kann jeder beim Thema SCS mitmachen, der die technischen 'Spielregeln' einhält – das bedeutet unter anderem, dass das Protokoll keine Varianten erlaubt. Dies werden wir seitens des Gründer-Konsortiums steuern.“ Die zwingende Zertifizierung der entsprechenden Komponenten werde die Firma Mesco als unabhängige Stelle übernehmen.


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Die Eckdaten von SCS

  • unterstützt 2-Draht- und 4-Draht-Anwendungen
  • ermöglicht Kabellängen bis zu 100 Meter
  • Funktionale Sicherheit bis zu SIL3, PLe, Kategorie 3
  • Übertragungsrate bis 10 MBaud
  • Reglerzyklen bis 32 KHz
  • Electronic Data Sheet (EDS) für Encoder (Sensoren) und Motor & Drive (Aktoren)
  • Sensor-Hub: Anschluss für weitere Sensoren (z.B. Temperatur)
  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
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