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Antriebstechnik / Forschung

dpa, Davina Spohn | Davina Spohn,

Roboter bewegt sich wie ein Fisch

Amerikanische Forscher haben einen Unterwasser-Roboter entwickelt, der Einblicke in die Ökosysteme der Meere gewähren soll - und dies ohne die Meerestiere in ihrem Lebensraum zu stören. Die naturnahe Fortbewegungsart des Roboter-Fisches macht dies möglich.

© Youtube / Massachusetts Institute of Technology

Bei Versuchen im Pazifik seien Fische auch dann nicht geflohen, wenn das Gerät näher als einen Meter an sie herankam, berichten die US-Forscher im Fachmagazin ‘Science Robotics’. Daher könne der Roboter ‘SoFi’ (Kurzform für ‘Soft Robotic Fish’) Meerestiere in ihrer natürlichen Umwelt beobachten, ohne sie zu stören, betonen Robert Katzschmann und Kollegen vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge.

In der Regel bewegen sich Unterwasserroboter bsilang durch Propeller oder Wasserstrahlantrieb vorwärts. “Diese Antriebssysteme erzeugen jedoch erhebliche Turbulenzen und haben das Potenzial, Meereslebewesen zu erschrecken und Nahbeobachtungen zu verhindern”, so die Forscher. Deshalb entwarfen sie einen Unterwasserroboter, der sich wie ein Fisch bewegt: durch das Hin- und Herbewegen der Schwanzflosse. Ein Hydraulikmotor setzt das weiche Hinterteil in Bewegung und kann auf verschiedene Geschwindigkeiten eingestellt werden.

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Ein entscheidendes Bauteil in ‘SoFi’ ist die Auftriebseinheit: In ihr regelt ein Kolben das Volumen der eingeschlossenen Luft. Wird die Luft zusammengepresst, sinkt ‘SoFi’, kann sie sich ausdehnen, steigt der Roboter auf. Unterstützt werden die Bewegungen durch zwei verstellbare Seitenflossen. An der Spitze trägt ‘SoFi’ eine kleine Kamera, die Aufnahmen vom Leben im Meer ermöglicht. Taucher können SoFi per Fernbedienung mit einer Reichweite bis zu 20 Metern steuern.

Der Fischroboter ist 47 cm lang und 1,6 kg schwer. Um Antriebsmotor, Sensoren und andere Technik darin unterzubekommen, mussten Katzschmann und sein Team viele Roboterbauteile verändern oder neu entwickeln. Doch der Aufwand scheint sich gelohnt zu haben: Filmaufnahmen zeigen, dass ‘SoFi’ von Meeresbewohnern nicht als Bedrohung wahrgenommen wird. Deshalb sind die Forscher zuversichtlich, dass ihr Roboter neue Einblicke in verschiedene Ökosysteme der Meere gewähren wird. ‘SoFi’ ist in Wassertiefen bis zu 18 m einsetzbar, weiter unten wird der Wasserdruck zu stark.

Kinderkrankheiten von 'SoFi'

Einige “Kinderkrankheiten” müssten aber noch behoben werden, räumt das Team ein: Etwas sorgt die Schwanzbewegung dafür, dass sich der ganze Roboterfisch hin- und herbewegt, was sich in den Kameraaufnahmen zeigt. Dennoch haben die Forscher schon weitere Pläne: Sie wollen SoFi einsetzen, um “erstens das Verhalten von Meereslebewesen über lange Zeiträume ohne menschliche Eingriffe in die Szene zu untersuchen, zweitens zu prüfen, ob SoFi dazu verwendet werden kann, das Verhalten von Meereslebewesen zu beeinflussen, und drittens, um Roboterschwärme zu erzeugen”. Damit lasse sich etwa die Dynamik von Fischschwärmen besser analysieren.

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