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Artikel und Hintergründe zum Thema

Lenze

Günter Herkommer,

Neuer Frequenzumrichter i500 - Was steckt dahinter?

Mit einer neuen Frequenzumrichter-Generation ist Lenze zur SPS IPC Drives angereist. Wie sich diese ins Portfolio des Antriebstechnik-Spezialisten aus Hameln einfügt, erläutert Frank Maier, im Vorstand zuständig für das Thema Forschung & Entwicklung.

Lenze-Vorstand Frank Maier: "Beim Thema Inbetriebnahme setzen wir verstärkt auf Smart Devices: Ein Smartphone kann heute jeder bedienen – egal, welche Sprache er spricht."

© Lenze

Herr Maier, was verbirgt sich hinter dem i500, der hier in Nürnberg seine Premiere hat?

Maier: Lassen Sie mich eines vorwegschicken. Um die stetig steigende Produktvarianz in den Griff zu bekommen, haben wir vor etwa zehn Jahren begonnen, unsere Geräteplattformen – von den Motoren, über die Inverter bis hin zu den Controllern und den Panels – nach einem Baukastensystem aufzubauen, welches sich an einer funktionsorientierten Matrix mit standardisierten Schnittstellen orientiert. Der i500 folgt genau diesem Ansatz und ist unsere neue Frequenzumrichter-Plattform für die Geschwindigkeits- und Drehmoment-gesteuerte Bewegung.

Mit dem '8200 Vector' und der 8400er-Reihe hat Lenze doch bereits zwei Frequenzumrichter-Linien für diese Zwecke im Programm?

Maier: Das ist korrekt. Allerdings ist die 8400er-Linie noch nicht in der Konsequenz in unser Baukastenkonzept hineinsortiert, wie es nun der i500 ist. Der 8200 Vector wiederum ist mittlerweile in die Jahre gekommen und wird demzufolge mit der Markteinführung des i500 abgekündigt. Wichtig ist: Bei Letzterem handelt es sich nicht lediglich um ein Facelift einer bestehenden Reglerfamilie, sondern um eine von Grund auf neu entwickelte, stringent modularisierte Gerätereihe mit allem, was die aktuelle Technik an Innovationen zu bieten hat.

Was heißt das konkret?

Maier: Rein optisch zeigt sich dies unter anderem dadurch, dass die Geräte trotz weiter nach oben geschraubter Leistungsdichte kleiner geworden und sich dank weniger Verlustwärme sowie eines ausgeklügelten Kühlkonzeptes auch ‚Schulter an Schulter‘ im Schaltschrank einbauen lassen. Bis 2,2 kW sind die Frequenzumrichter lediglich 60 mm breit und bis 11 kW nur 130 mm tief, womit diese Geräte in die beliebten flachen 150er-Schaltschränke passen. Zudem erfüllt der i500 bereits jetzt im Leistungsbereich von 0,25 bis 45 kW die Wirkungsgradklasse IE2 der zukünftig geltenden Norm EN 50598-2.

Um ein Maximum an funktionaler Skalierbarkeit zu ermöglichen, haben wir das Leistungsteil konstruktiv und auch von der Software-Architektur her konsequent von der sogenannten Control Unit getrennt. Diese wird im Zuge der Inbetriebnahme auf das Leistungsteil lediglich aufgeschnappt, erst dabei wird die für das Leistungsteil notwendige Software hinuntergeladen. Die Control Unit beinhaltet unterschiedliche Möglichkeiten der Feldbuskommunikation bis hin zu Ethernet, diverse I/O-Schnittstellen sowie Aufsteckmöglichkeiten für ein Keypad, ein USB-Interface oder auch ein WLAN-Modul. Diese drei Interfaces stehen optional zur Inbetriebnahme, Parametrierung oder Diagnose zur Verfügung. Das WLAN-Modul kommuniziert drahtlos mit dem PC oder alternativ auch mit der Lenze-Keypad-App auf dem Smartphone.

Welchen Leistungsbereich decken die neuen Frequenzumrichter ab und wann sind diese verfügbar?

Maier: Zur Messe starten wir mit den Versionen 0,25 bis 22 kW. Im Januar 2016 folgen die 45-kW-Geräte und danach sukzessive die Leistungsklassen bis 110 kW. Darüber hinaus gibt es Überlegungen zwei 110-kW-Leistungsteile zu koppeln und so bis zu einer Leistung von 220 kW gehen zu können.

Wie steht es bei den neuen Geräten um die Sicherheitstechnik?

Maier: Stand heute bietet der i500 standardmäßig die Funktion STO. Höherwertige Sicherheitsfunktionen belasten die Architektur kostenmäßig relativ stark, daher haben wir uns dazu entschlossen, diese in eine Erweiterung des i550, die vermutlich i590 heißen wird, zu verlagern. Hier werden wir dann auch die sichere Kommunikation zum Beispiel über Profisafe anbieten.

Wie sehen die nächsten Schritte Ihrer Baukasten-Philosophie aus – insbesondere was das Thema Servotechnik betrifft?

Maier: Mit dem i700 haben wir bereits einen neuen Mehrachs-Servo für zentrale Bewegungsführung im Markt etabliert. Schaut man sich unser Baukastenkonzept an, dann kommt man recht schnell darauf, dass der nächste große Schritt ein i900 sein muss, der als intelligenter Servo für Einzelachsanwendungen dem jetzigen 9400 nachfolgen wird.

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