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Artikel und Hintergründe zum Thema

Siemens Sektor Industry

Günter Herkommer,

Neu aufgestellt aus den Startlöchern

Zum 1. Oktober hat sich der Sektor Industry von Siemens neu aufgestellt. Die beiden Lenker des Automatisierungs- und Antriebsgeschäftes – Eckard Eberle und Ralf-Michael Franke – erläuterten auf der zurückliegenden SPS/IPC/Drives die künftige Marschroute.

© Siemens

Zur Erinnerung: Ende März hatte Siemens-Chef Peter Löscher den bevorstehenden Umbau seines Konzerns verkündet, in dessen Zuge auch das Industriegeschäft neu geordnet wurde. Für den Sektor Industry bedeutete dies konkret: Die bislang in diesem Sektor angesiedelten Divisionen „Mobility“ und „Building Technologies“ wurden dem neuen Sektor „Infrastructure & Cities“ zugeordnet, die bisherige Division „Industry Solutions“ wurde aufgelöst und es entsteht eine neue Division „Customer Services“.

In Nürnberg richtete sich jetzt erstmals der im Mai eingesetzte, neue Leiter der Business Unit Industrial Automation Systems, Eckard Eberle, an die versammelte Fachpresse: „Da die Komplexität der Produkte und Anlagen unserer Kunden kontinuierlich zunimmt, ist und bleibt die IT-basierte Unterstützung der Engineeringprozesse der wichtigste Produktivitätshebel“. Gerade vor diesem Hintergrund sei es wichtig, IT-Sicherheit in der Industrie nicht als Produkteigenschaft zu verstehen, die Kunden von der Stange kaufen könnten, sondern als einen kontinuierlichen Prozess, der zusammen mit dem Betreiber einer Anlage definiert und ständig überprüft werden müsse.

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In den Augen von Eckard Eberle ist Security eines der zentralen Themen für die Automation: „Wir haben über Jahre die Offenheit unserer Systeme proklamiert; jetzt müssen wir dafür auch die Sicherheit gewährleisten.“

© Computer&AUTOMATION

Als technische Neuerung im Siemens-Automatisierungsportfolio stellte Eberle die aktuelle Erweiterung des Engineering Frameworks TIA Portal vor: Mit der neuen Version lässt sich nun auch das Engineering fehlersicherer Applikationen mit dem Engineeringtool Step 7 Safety Advanced beschleunigen. Dieses stellt alle erforderlichen Projektier- und Programmierwerkzeuge bereit und ermöglicht dem Anwender einen schnellen, intuitiven Einstieg in die Programmierung.

Auf der Hardware-Seite stand die neue Gerätegeneration der dezentralen Peripherie Simatic ET 200SP im Rampenlicht des Messeauftrittes, welche aufgrund ihres kompakten Aufbaus den Platzbedarf im Schaltschrank deutlich reduziert. Das Grundgerät lässt sich mit bis zu 64 Modulen erweitern und kann damit im Maximalausbau 64 x 16 Signale verarbeiten. Im Maximalausbau benötigt das System lediglich einen Meter im Schaltschrank und eignet sich unter Einhaltung der normierten Biegeradien auch für nur 80 Millimeter tiefe Standardschaltkästen.

Zur Kommunikation ist Simatic ET 200SP mit zwei Profinet-Schnittstellen ausgestattet, die interne Datenrate von 100 Megabit/s sorgt für eine hohe Systemperformance. Der Rückwandbus ist taktsynchron mit Profinet und bietet damit nahezu jitterfreie Datenübertragung. Mit dem BusAdapter hat der Anwender weiterhin freie Auswahl bei der Profinet-Anschlusstechnik: RJ45 oder FastConnect. Nicht zuletzt ist die neue dezentrale Peripherie laut Eberle mit ProfiEnergy-Funktionalität ausgestattet, mit der sich einzelne Verbraucher oder ganze Produktionseinheiten während produktionsfreier Zeiten koordiniert abschalten lassen.

Motoren heißen jetzt Simotics

Als erste Produktneuheit, die den neuen Namen Simotics trägt, stellte Siemens in Nürnberg den Torque-Motor Simotics T 1FW6 vor.

© Siemens

Eberles Konterpart auf der Antriebsseite, Ralf-Michael Franke, nutzte den Rahmen der Pressekonferenz weniger für die Vorstellung neuer Produkte, denn vielmehr für die offizielle Taufe sämtlicher Siemens-Motoren – und zwar auf den neuen Namen „Simotics“. Hintergrund hierfür ist die Tatsache, dass es im Siemens-Portfolio in der Vergangenheit für alle Produktgruppen ähnlich klingende Familiennamen gab – mit Ausnahme eben der Motoren. So gingen bereits 1958 die Speicherprogrammierbaren Steuerungen unter der Bezeichnung Simatic an den Start. 1960 folgte mit der Sinumerik die erste industrietaugliche NC-Steuerung für Werkzeugmaschinen. Seit dem Jahr 2000 steht schließlich der Name Simotion in Verbindung mit Sinamics-Antrieben für das skalierbare Motion-Control-System von Siemens für Produktionsmaschinen, und für den Umrichterbetrieb der Motoren gibt es seit 2003 die Sinamics-Familie.

Zur neuen Simotics-Familie zählen ab sofort alle Niederspannungsmotoren für den Netz- und Umrichterbetrieb, Motoren für Motion-Control-Anwendungen sowie Gleichstrom- und Hochspannungsmotoren.

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