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Artikel und Hintergründe zum Thema

Hans-Joachim Müller, SEW-Eurodrive

Andrea Gillhuber,

Interdisziplinarität entscheidend

Ein höherer Digitalisierungsgrad führt zu einer größeren Datenmenge - auch im Antriebssystem. Dadurch entstehen neue Herausforderungen. Hans-Joachim Müller von SEW-Eurodrive über die Vor- und Nachteile durch die Digitalisierung.

Hans-Joachim Müller, Marktmanager bei SEW-Eurodrive in Bruchsal.

© SEW-Eurodrive

Unser Gesprächspartner: Hans-Joachim Müller, Marktmanager bei SEW-Eurodrive in Bruchsal

Welche neuen Anwendungsfelder sehen Sie in der Antriebstechnik vor dem Hintergrund der Digitalisierung?

Hans-Joachim Müller: Durch das zunehmende Aufrüsten des Antriebsstrangs mit Elektronik können immer effizientere, auf die spezielle Aufgabe optimierte Antriebseinheiten erzeugt werden. Kürzere Ausfallzeiten werden durch vorausschauenden Service und frühzeitige Warnung bei kritischen Zuständen möglich. Das Betriebsverhalten kann transparent gemacht und dadurch weiter optimiert werden.

Haben Sie bereits intelligente Antriebslösungen für die vernetzte Produktion mit Hinblick auf Industrie 4.0 im Programm oder in Entwicklung?

Hans-Joachim Müller: Bei intelligenten Antriebslösungen kommt es nicht mehr nur auf den einzelnen Antrieb an, sondern vielmehr auf das Zusammenspiel der Komponenten bis hin zu entsprechenden Services. Daten müssen erfasst und kommuniziert werden, so dass schlussendlich entsprechende Rückschlüsse und Aktionen aus den bereitgestellten Informationen getätigt werden können. SEW-Eurodrive arbeitet stetig an derartigen Lösungen: Von der robusten und äußerst performanten Einkabellösung DDI, die Daten von Gebern und Sensoren, die im Motor verbaut werden, überträgt. Über die Steuerungstechnik, die mit OPC-UA eine offene Schnittstelle zur Kommunikation mit einem überlagerten System anbietet bis hin zu unserem Service, der unter dem Begriff DriveRadar® Software und Dienstleistungen zur Aufbereitung und Auswertung der Daten anbietet.

Welchen Herausforderungen muss sich Ihrer Meinung nach die Antriebstechnik nun noch zeitnah stellen?

Hans-Joachim Müller: Der höhere Digitalisierungsgrad hat zur Folge, dass immer mehr Daten vom Antriebsstrang zur Verfügung stehen. Mehr Sensorik wird in den Antriebsstrang integriert und liefert Daten, die einer überlagerten Steuerung bereitgestellt und dort ausgewertet werden können. Hierfür muss zunächst die Infrastruktur bereitgestellt werden. Das Antriebssystem muss entsprechend vorbereitet sein, die großen Datenmengen zu übertragen. Darüber hinaus sind immer mehr interdisziplinäre Aufgaben zu lösen. Es reicht nicht, ein alleinstehendes Produkt oder eine Dienstleistung zu entwerfen. Stattdessen müssen die Bereiche viel stärker vernetzt agieren und gesamtheitliche Lösungen erarbeiten. SEW-Eurodrive kann dem Kunden vom Getriebemotor bis hin zur Steuerungstechnik und Softwarelösungen anbieten, die eng verzahnt sind und somit dem Kunden erhebliche Mehrwerte bieten.

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