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Artikel und Hintergründe zum Thema

Hermes Award 2017 der Hannover Messe

Die fünf Nominierten stehen fest

Ein Stuhl ohne Stuhl - auf englisch: Chairless Chair – wo gibt’s denn sowas? Diesmal auf der Hannover Messe und schon vorher als für den Hermes Award nominiertes technisches Konzept. Außer diesem gehören vier weitere Innovationen zu den Kandidaten für den Preis.

Die Auszeichnung für den Hermes Award

© Deutsche Messe

Der Hermes Award, laut der Veranstaltergesellschaft Deutsche Messe AG einer der weltweit bedeutendsten Industriepreise, wird jedes Jahr anlässlich der Hannover Messe ausgelobt. Den Preis bekommt ein Produkt, das für eine technische Innovation steht und erstmals auf der Hannover Messe präsentiert wird. “In diesem Jahr sind erstmals drei internationale Unternehmen unter den Nominierten, was den hohen Stellenwert des Hermes Award als Innovationspreis im Rahmen der weltweit wichtigsten Industriemesse belegt”, sagt Dr. Jochen Köckler, Vorstandsmitglied der Deutschen Messe AG.

Eine unabhängige Jury unter dem Vorsitz von Prof. Wolfgang Wahlster, Vorsitzender der Geschäftsführung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), hat die Kandidaten für den Hermes Award 2017 nominiert. “Einer der Trends bei den Einreichungen in diesem Jahr war, bei Industrie 4.0 den Menschen in der Smart Factory klar in den Mittelpunkt zu stellen – durch vereinfachte Bedienkonzepte, verbesserten Arbeitskomfort und sichere Mensch-Roboter-Kollaboration”, erläutert Wahlster. Die fünf Lösungen werden im Rahmen der Eröffnungsfeier der Hannover Messe am 23. April präsentiert. Bundesbildungsministerin Prof. Johanna Wanka wird die Laudatio halten und die Preise übergeben.

Nominiert sind für den Hermes Award 2017 folgende Unternehmen (Auflistung in alphabetischer Reihenfolge):

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Kabelverlegetechnik für Schmaltrassen bis 2 km Länge

AGS-Verfahrenstechnik, Stade: Bei dem nominierten Produkt handelt es sich um eine innovative Kabelverlegetechnik für Schmaltrassen bis zu 2 km Länge, bei der ein Kabeltransportrohr mit innen liegendem Kabel zugbelastungsfrei über Rollen in ein wassergefülltes Leerrohrsystem eingeführt wird. Dadurch werden weniger Kabelverbindungsmuffen benötigt, gleichzeitig sinkt der Aufwand für Erdarbeiten. Ein Austausch des Kabels ist jederzeit ohne zusätzliche Bauarbeiten möglich. Die Wasserkühlung des stromführenden Kabels ermöglicht besonders schmale Kabeltrassen, damit reduziert sich der Aufwand für Erd- und Landschaftsbau.

Smart-Panel mit neuen Interaktionsmöglichkeiten

Augumenta, Oulu, Finnland: Das nominierte Produkt ist ein Smart-Panel, das neue Interaktionsmöglichkeiten mit industriellen Systemen ermöglicht. Entwickelt wurde ein neues Bedienfeld unter Verwendung von Smartglasses (Datenbrillen). Damit ist es möglich, 3D-Benutzeroberflächen und Steuerelemente auf einer passiven flachen Oberfläche zu virtualisieren. Mit dem Smart-Panel-Display sehen die mit Smartglasses ausgestatteten Personen personalisierte Daten oder Steuerinformationen, die auf einem virtuellen Bildschirm angezeigt werden. Damit sehen autorisierte Benutzer nur personalisierte Daten, die für sie wichtig sind.

Vollautomatisierter Blech-Biegeautomat

Linz Center of Mechatronics, Linz, Österreich: Das nominierte Produkt ist ein vollautomatisierter Blech-Biegeautomat von Salvagnini, der Material automatisch erkennt. Design- und Produktionsprozess wurden gänzlich virtualisiert. Für die verschiedenen Bleche wurden die Gesetzmäßigkeiten und mechanischen Eigenschaften ermittelt und durch ein komplexes Simulationsmodell in eine Software eingebunden. Sensoren an den Antrieben des Biegeautomaten messen binnen Millisekunden, wie das jeweilige Werkstück auf Druck reagiert, und ermitteln so die aktuellen Materialeigenschaften. Auf unterschiedliche Materialqualitäten reagiert das Produkt selbstständig. Damit wird bereits Losgröße 1 auf Anhieb exakt gefertigt, ohne Ausschuss zu produzieren. Bei Großserien lässt sich der Prozess iterativ optimieren.

Intelligenter Greifer mit sensorischer Aura

Schunk, Lauffen/Neckar: Bei dem nominierten Produkt handelt es sich um einen intelligenten, mit einer sensorischen Aura versehenen Greifer, der über eine dezentrale Steuerungsarchitektur verfügt und unmittelbar mit Menschen und Robotern interagieren und kommunizieren kann. Die Sicherheitsaura ist in den Greifer integriert und ermöglicht damit einen hochflexiblen Handhabungs- und Montageprozess zum Greifen beliebiger Geometrien. Die Greiferfinger verfügen über Kraftmessbacken und taktile Sensoren und gestatten damit adaptive Greiferoperationen. Zwei Kamerasysteme zeigen das Umfeld im 3D-Format und unterstützen die Greifteildetektion. Der Greifer eignet sich besonders für die sichere Mensch-Roboter-Kollaboration.

Chairless Chair als am Körper tragbare Haltungsunterstützung

Noonee AG, Zürich, Schweiz: Der Chairless Chair ist eine am Körper tragbare Haltungsunterstützung für Mitarbeiter in der Produktion. Mit dem Gerät, das weniger als 4 kg wiegt, haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, überall ohne Sitz zu sitzen. Der Chairless Chair wird auch beim Gehen getragen und lässt sich durch Knopfdruck in eine gewünschte Sitzposition bringen. Das Gerät ist leicht zu handhaben und ermöglicht einen schnellen Wechsel zwischen Stehen, Sitzen und Gehen. Er ist hydraulisch auf die Figur des Trägers und die gewünschte Sitzposition einstellbar. Damit trägt der Chairless Chair zur Verbesserung der Arbeitsplätze bei, unterstützt die Körperhaltung und steigert die Produktivität der Mitarbeiter.

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