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Artikel und Hintergründe zum Thema

»Strukturelle Maßnahmen«

Andrea Gillhuber,

Schaeffler kündigt Abbau von 4700 Stellen an

Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hat »strukturelle Maßnahmen in Europa« angekündigt. Dies umfasst den Abbau von 4700 Stellen, rund 2800 an zehn Standorten in Deutschland.

© Schaeffler

Der Vorstand von Schaeffler hat strukturelle Maßnahmen beschlossen, die auf eine langfristige Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit abzielen sollen. Der regionale Schwerpunkt liegt auf Deutschland und Europa. Damit reagiert das Unternehmen nach eigenen Angaben auf die Herausforderungen eines schwierigen Marktumfeldes, den zunehmenden globalen Wettbewerbsdruck sowie die Transformation in der Autozuliefererbranche.

Der Vorstand nennt drei Hauptfelder:

  1. Verbesserungen bei der Sparte Bearings & Industrial Solutions: Der Geschäftsbereich steht durch die aktuelle Konjunkturschwäche, strukturelle Herausforderungen und steigenden Wettbewerb unter Druck. Geplante Maßnahmen sollen hier das Ergebnis verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit sichern.
  2. Synergien durch Zusammenschluss mit Vitesco: Hier soll durch Umsatz- und Einkaufssynergien, aber auch durch Personalanpassungen Einsparungen ermöglicht werden.
  3. Transformation in der Automobilindustrie: Die fortschreitende Transformation in der Automobilindustrie, insbesondere der Rückgang in der Verbrennungstechnologie und die schwächere Nachfrage bei E-Antrieben in Europa, führt zu Anpassungen in den Sparten Powertrain & Chassis sowie E-Mobility, so das Unternehmen.
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Rund 2800 Stellen in Deutschland betroffen

Die beschlossenen Maßnahmen sehen einen Bruttoabbau von etwa 4700 Stellen in Europa vor, davon rund 2800 in Deutschland. Durch Umstrukturierungen reduziert sich der Nettoabbau auf 3700 Stellen, so die Pressemitteilung. Betroffen sind zehn Standorte in Deutschland sowie fünf Standorte in Europa, von denen zwei Standorte geschlossen werden sollen. Der Großteil der Maßnahmen soll zwischen 2025 und 2027 umgesetzt werden.

Die Maßnahmen sollen in Deutschland laut Unternehmen sozialverträglich umgesetzt werden und orientieren sich an der 2018 mit der IG Metall vereinbarten Zukunftsvereinbarung. Der Stellenabbau soll über natürliche Fluktuation, Freiwilligenprogramme sowie Aufhebungs- und Altersteilzeitverträge. Schaeffler plant weiterhin, in die Qualifizierung und Ausbildung seiner Mitarbeitenden zu investieren.

Durch die strukturellen Maßnahmen erwarten sich die Verantwortlichen ab 2029 ein jährliches Einsparpotenzial von rund 290 Millionen Euro, davon entfallen etwa 75 Millionen Euro auf Kostensynergien aus dem Zusammenschluss mit Vitesco. Die Umsetzung der Maßnahmen erfordert einmalige Aufwendungen von etwa 580 Millionen Euro.

Klaus Rosenfeld, Vorstandsvorsitzender der Schaeffler AG, erklärte: »Mit den heute angekündigten Maßnahmen bringen wir unser Lager- und Industriegeschäft zurück auf Kurs, realisieren Synergien aus dem Zusammenschluss mit Vitesco und treiben die Transformation unserer Sparten Powertrain & Chassis und E-Mobility voran. Das Programm ist notwendig, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Schaeffler Gruppe zu sichern. Wir setzen die Maßnahmen sozialverträglich und mit Augenmaß um.«

Strukturelle Anpassungen bei Bearings & Industrial Solutions

Die Sparte Bearings & Industrial Solutions hat bereits Maßnahmen wie den Abbau von Gleitzeitkonten, Kurzarbeit und Arbeitszeitreduktion durchgeführt. Zukünftig wird eine Konsolidierung von Aktivitäten und Kapazitäten nötig sein, um die Kostenbasis zu optimieren. Betroffen sind vor allem die Standorte Schweinfurt und Homburg, wo zusätzliche Anpassungen erfolgen werden.

Der Zusammenschluss mit Vitesco soll Synergien in Höhe von 600 Millionen Euro pro Jahr ermöglichen, die vor allem durch Wachstum und Skaleneffekte im Einkauf erreicht werden. Auch Personalmaßnahmen in den Zentralbereichen der Standorte Regensburg und Herzogenaurach werden zur Kostensenkung beitragen. Der Unternehmensbereich Powertrain Solutions wird zukünftig in Regensburg ansässig sein, während die Sparte E-Mobility in Herzogenaurach angesiedelt wird.

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