Nachgehakt bei Dr. Martin Schefter

Meinrad Happacher,

SmartWire – der Status quo

Vor über drei Jahren stellte Eaton ausgewählten Kunden die SmartWire-Technologie vor. Zur Hannover Messe 2009 kamen erste Produkte des Verbindungssystems auf den Markt. Wie steht es um die Akzeptanz und die Weiterentwicklung des Systems, das die E/A-Ebene in die Schaltgeräte verlagern soll? Dr. Martin Schefter bezieht Stellung.

„Mit möglichen Partnerfirmen sind wir im Gespräch.“

Zur Hannover Messe 2009 fiel der Startschuss des Verkaufs der SmartWire-Technologie.Welche Bilanz können Sie nach gut einem Jahr ziehen? Wie ist der Verkauf angelaufen?

Schefter: Der Vertrieb läuft überraschend gut: In den ersten neun Monaten konnten wir rund 25 000 Anschaltungen realisieren. Dabei ist der Markt in Nordamerika noch außen vor, da wir diesen erst angehen, wenn das SmartWire-System UL/CSA approbiert ist. Sprich: Mit der Markteinführung in den USA rechnen wir ab Anfang des nächsten Jahres. Das dürfte dann unsere Absatzzahlen noch einmal deutlich steigern.

Um die genannten Verkaufszahlen einordnen zu können: Wieviel Prozent der heute in Ihrem Hause verkauften Schalt- und Schutzgeräte sowie Befehls- und Meldegeräte werden schon über SmartWire vernetzt?

Schefter: Wir können und wollen natürlich keineWunder erwarten. Dementsprechend liegen wir momentan noch im einstelligen Prozentbereich; aber mit stark wachsender Tendenz!

Zum Verkaufsstart gingen Sie daran, die Schalt- und Schutzgeräte sowie die Befehls- und Meldegeräte mit dem Kommunikationssystem auszustatten. Welche weiteren Produktgruppen werden in welchen Zeiträumen folgen?

Schefter: Wir statten kontinuierlich weitere Produktgruppen mit dem System aus: In diesem Jahr haben wir einen Teil der Leistungsschalterreihe und die Motorschutzschalter PKE von 12A bis 32A mit SmartWire ausgestattet. Im nächsten Jahr folgt der Motorschutzschalter PKE bis 65 A. Ebenfalls anno 2011 kommt der Softstarter DS7 an die Reihe.

Bis wann weisen Ihre Frequenzumrichter die Anschaltung auf?

Schefter: Wir werden innerhalb der nächsten 18 Monate auch unsere M-Max und H-Max Frequenzumrichter mit einer Smart- Wire-Schnittstelle ausrüsten. Primär ist es aber nicht unser Ziel, etablierte Feldbus-Systeme durch SmartWire zu ersetzen.Wir werden auch weiterhin Schaltgeräte mit Feldbus-Schnittstellen wie Profibus-DP und CANopen anbieten. Für uns hat einerseits die Reduzierung des Verdrahtungs- und Projektierungsaufwands und andererseits eine kosteneffiziente Diagnosefunktion Priorität. Dies gilt insbesondere für Befehls- und Meldegeräte sowie Motorstarter, die über keine Feldbus-Schnittstelle verfügen und verdrahtungsaufwendig sind.

Sie traten mit der Vision an, per SmartWire die E/A-Ebene an der zentralen Steuerung überflüssig zu machen. Inwiefern steht die Vision noch und bis wann glauben Sie wird diese Vision Realität?

Schefter: Die zentrale Idee von SmartWire ist die Verlagerung der E/A-Ebene in die Schaltgeräte, um Montage-, Verdrahtungs- und Projektierungskosten zu reduzieren. Bei den bereits umgesetzten Applikationen hat sich gezeigt, dass die angeführten Kosten mit SmartWire deutlich gesenkt werden konnten. Hinzu kommt die Diagnosefunktionalität, die insbesondere mit dem elektronischen Motorschutzschalter PKE von den Anwendern sehr gerne eingesetzt wird,um beispielsweise ein effektives Condition Monitoring der Antriebe zu realisieren. 2011 werden wir die SmartWire-Produktpalette um die Easy-Steuerrelais, Codesys-basierte speicherprogrammierbare Steuerungen und um Touchdisplay-Steuerungen erweitern. Dies ist besonders für kleine bis mittlere Applikation interessant, da der Anwender in diesen Fällen kein Gateway mehr benötigt.

Zum Zwecke einer großflächigen Verbreitung haben Sie vor einem Jahr angekündigt, strategische Partnerschaften mit namhaften Firmen eingehen zu wollen.Was ist diesbezüglich Stand der Dinge?

Schefter: Wir führen derzeit mit einigen Unternehmen entsprechende Gespräche. Und von all diesen Kooperationen unabhängig, werden wir nächstes Jahr ein SmartWire-Kit zur Verfügung stellen, damit 3rd-Party-Anwender die SmartWire-Technologie in ihre Produkte integrieren können.

Bis wann erwarten Sie den Return on Invest der Technologie?

Schefter: Eaton ist ein börsennotiertes Unternehmen an der New Yorker Börse. Ohne die SEC-Regeln zu verletzen, kann ich hierzu keine Aussage machen. Deshalb meine Antwort auf diese Frage: Kein Kommentar!

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