zuruck zur Themenseite

Artikel und Hintergründe zum Thema

Im Fokus: Digitalisierung in KMU

Meinrad Happacher,

Es menschelt bei der IoT-Umsetzung

Christoph Müller: »Die Firmen stehen nun mal vor einem Berg, den noch keiner in dem Unternehmen bestiegen hat; es gibt keine bekannten Routen.« © In.hub

IoT im industriellen Umfeld umzusetzen – welche Firma hat das nicht auf der To-do-Liste? Doch warum scheitern so viele Einführungs-Projekte? Christoph Müller, IIoT-Partnermanager bei In.hub, reflektiert im Gespräch seine Erfahrungen.

Herr Müller, Sie widmen sich nun schon ein paar Jahre der Einführung von IoT bei den unterschiedlichsten Kunden. Wie würden Sie Ihre Erfahrung zusammenfassen?

Christoph Müller: Es scheitern sehr viele Projekte – und das vor allem, weil die Sache blauäugig angegangen wird. Ich habe oft gehört: »Wir digitalisieren jetzt unsere Produktion!«. Und: »In einem Jahr soll alles am Laufen sein.« Nach einem Jahr ist dann die Verwunderung groß, weil nichts am Laufen ist, außer vielleicht einem Proof of Concept auf dem Papier.
Im besten Fall hat ein Anwender vor dem Start des Projektes ein Ziel definiert wie:»Wir wollen unsere Produktivität um 30% verbessern«, oder »wir wollen unsere Lieferzeit vier Mal schneller hinbekommen.« Dabei herrscht vielfach die Meinung vor, Hauptsache alle Daten sind abgreifbar. Was mit den Daten angestellt werden soll, wird oft gar nicht definiert, auch nicht, ob es sinnvoll ist Metadaten zu erfassen beziehungsweise inwieweit die Daten kontextsensitiv sind.

Das klingt nach keiner schönen Ausgangssituation!

Die Firmen stehen nun mal vor einem Berg, den noch keiner in dem Unternehmen bestiegen hat; es gibt keine bekannten Routen. Wie lange brauche ich für die Umsetzung? Welches Material muss ich mitnehmen? Wie viele »Sherpas« brauche ich? Wer sind die besten Partner für mein Projekt?
Ich muss letztlich nicht nur ein Projektplan erstellen, sondern auch sicherstellen, dass alle Beteiligten mit hoher Motivation an das Projekt rangehen und gut koordiniert involviert sind.

Anzeige

Welche Herangehensweise empfehlen Sie?

Ich empfehle eine Herangehensweise mit Objectives and Key Results (OKRs). Dies ist eine Methode zur agilen Strategieumsetzung, eine Zielmanagement-Methode und ein Management-System zur zielgerichteten Mitarbeiterführung.

OKRs brechen langfristige Wirkungsziele einer Organisation in kleine erreichbare Ziele sogenannte Objectives herunter. Objectives sind qualitative Ziele, die Beschreiben, was ein Team innerhalb eines kurzen Zeitraums – zum Beispiel drei Monate - erreichen möchte.

Die Key-Results helfen, die Objectives messbar zu machen. Sie beantworten die Frage, woran das Team erkennen kann, ob das Ziel erreichbar ist und wo nachgebessert beziehungsweise einem Teammitglied geholfen werden sollte. Die Aufgabe von Führungskräften wandelt sich bei OKR Projekten vom Fordern zum Fördern und das in kurzen Zeitabständen anstatt einmal im Jahr beim Mitarbeitergespräch OKR´s zeichnen sich besonders durch folgende sechs Aspekte aus: Outcome-Orientierung, Kontinuierliche Überprüfung der Zielerreichung, Teamgeist, Priorisierung, Transparenz und Mut sowie der Einfachheit.

Wie helfen Sie Ihren Kunden, gerade bezogen auf die sechs Aspekte der OKRs?

In puncto Teamgeist, Priorisierung und Transparenz helfen wir den Kunden mit unserem Portal, auf dem sie alle Informationen und einfach zu verstehende Video-Tutorials finden. Eine Community, die sich gegenseitig unterstützt sorgt für das Thema Crowd-Sourcing. Es ist also alles Vorbereitet für eine schnelle und erfolgreiche und skalierbare OT-IT Integration.

Und auf technischer Ebene?

Wir stellen den Aspekt Einfachheit in den Vordergrund: Unsere Lösung zum Digitalisierungs-Einstieg in die Produktion – das Hub-GM200 – bietet vielfältige Apps auf der Hardware, um analoge und digitale Informationen von Sensoren abzugreifen, lokal vorzuverarbeiten und via OPC-UA oder MQTT in externe Systeme wie Datenbanken, MES- und ERP-Systeme zu übertragen. Selbst die Abfrage von Schnittstellen wie Modbus-RTU, Modbus-TCP und vielen anderen werden dank des Siineos-Betriebssystems mit den unzähligen Wizards zum Kinderspiel. Viele von uns wissen, wie viel Zeit dabei verloren gehen kann, wenn man ein Modbus-RTU Device abfragen möchte. - Und davon gibt es noch immer Unzählige!

Will man etwa eine Spritzgussmaschine überwachen, kann man mit dem Hub-EN200 alle Effizienz-relevanten Daten wie Strom, Spannung, Wirkungsgrad, Druck, Temperatur, Druckluftverbrauch mit einem einzigen Gerät erfassen, visualisieren und kommunizieren. Für die Erfassung der elektrischen Energie stehen 4 Stromwandler Eingänge für L1 – L2- L3 und N bereit (1A/5A).

Für die Erfassung der Gesamtanlageneffektivität (OEE) an Produktionslinien gibt es eine App mit der der Anwender mal eben die KPI erfassen und darstellen kann. Alles, was er dazu braucht ist ein Hub mit Siineos und die MaDoW App. Nun muss er nur noch die Stillstands-Gründe den entsprechenden Eingängen oder virtuellen Datenpunkten zuordnen.

In.Hub auf der SPS 2024: Halle 7, Stand 350

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Burger Engineering

Pragmatisch ins Industrial IoT

Die Integration einer Profinet-Schnittstelle in ein bestehendes System ist oft komplex – insbesondere dann, wenn Zeit, Entwicklungsressourcen und Stück-zahlen begrenzt sind. Genau diese Herausforderung galt es bei der Netzteilerweiterung einer...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren