ZVEI
Ein weiteres gutes Jahr für die Automation!
Traditionell lässt der ZVEI im Rahmen der SPS IPC Drives zu Ende gehende Jahr Revue passieren. Das Fazit: 2018 wird das 8. Wachstumsjahr in Folge für die Automation. Aus dem technologischen Blickwinkel sind die Augen der Branche derzeit unter anderem auf das Thema 5G gerichtet.
„Die Digitalisierung befeuert das Wachstum der deutschen Automationsbranche weiter“, resümiert Roland Bent, Vorstandsmitglied im ZVEI-Fachverband Automation, den bisherigen Jahresverlauf. In Zahlen: In den ersten neun Monaten kommt die Automation nach Berechnungen des ZVEI auf einen Umsatz von 40,8 Mrd. Euro (2017: 39,8 Mrd. Euro), was einem Wachstum von 2,5 % entspricht. Zum Vergleich: 2017 konnte Bent noch ein Umsatzwachstum von 7,2 % berichten. Der Auftragseingang in 2018 habe sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nicht verändert - 2017 stieg er noch um 10,4 %. „Insgesamt ist es dennoch das achte Wachstumsjahr in Folge“, bilanziert Bent. Im gleichen Atemzug weist er aber auch darauf hin: „Die insgesamt gute wirtschaftliche Lage stellt uns vor ernsthafte Probleme auf der Beschaffungsseite in den Bereichen Rohstoffe, Vorleistungen, aber vor allem auch bei den Fachkräften.“
Mit Blick auf 2019 sind die Erwartungen im ZVEI weiterhin überwiegend positiv, wenn auch etwas gedämpft, denn: „Gegen die Vielzahl globaler Risiken dürfte auch die aktuell noch robuste, aber eben sehr exportorientierte deutsche Wirtschaft nicht vollkommen immun sein“, gibt Bent zu bedenken. Noch ließen sich etwa die Auswirkungen der aktuellen Handelskonflikte und des bevorstehenden Brexits nicht quantifizieren. Ungeachtet dessen habe man aber mit ‚Industrie 4.0‘ eine Marke geschaffen, die mittlerweile überall auf der Welt verstanden werde. „Jetzt füllen wir die Marke weiter Stück um Stück mit Leistungen auf und gehen daher im kommenden Jahr weiterhin von einem mittleren einstelligen Wachstum in der Automation aus“, so die Prognose im ZVEI.
Die Position des ZVEI zum Mobilfunkstandard 5G
Ein weiteres Thema, das Bent im Rahmen der ZVEI-Pressekonferenz ansprach, ist der kommende Mobilfunkstandard 5G. Am Montag erst hatte sich die Bundesnetzagentur zu den Auktions- und Vergaberichtlinien geäußert. Demnach ist der Beginn der Auktion für das 1. Quartal 2019 vorgesehen. Neben den bundesweiten Frequenznutzungsrechten beziehungsweise der Flächenversorgung will die Bundesnetzagentur explizit auch Impulse für Industrie-4.0-Anwendungen geben – und zwar in einem gesonderten Antragsverfahren durch die Bereitstellung von zusätzlichen Frequenzen im Bereich von 3,7 bis 3,8 GHz sowie 26 GHz für lokale Nutzungen.
Eine Entscheidung, die ganz im Sinne des ZVEI ist, denn – so Bent: „In Deutschland stehen wir vor der besonderen Herausforderung, dass wir kein Silicon Valley haben. Wir haben den Mittelstand überall im Land – derzeit noch mit vielen schlecht versorgten Verkehrswegen und Gewerbegebieten. Das muss sich jetzt ändern!“. Deshalb sei es dringend geboten, dass der Fokus beim Thema 5G auf der Industrie liege und die Unternehmen zu 100 % an das Breitbandnetz angeschlossen würden – gleichgültig, ob sie sich nahe der städtischen Ballungszentren oder in ländlichen Regionen ansiedeln. „Dabei können wir unterstützen, indem wir selbst lokale 5G-Netze auf den Werksgeländen aufbauen“, so Bent.
Mit dem Ziel, die Industrie-Anforderungen in die internationale 5G-Standardisierung einzubringen, hat sich aus der ehemaligen ZVEI Task Force 5G mittlerweile die globale Initiative ‚5G Alliance for Connected Industries and Automation‘ – kurz 5G-ACIA – formiert. Im April mit 26 Mitgliedern gestartet, ist diese bis heute auf über 40 Unterstützer angewachsen. Zu den neuen Mitgliedern, die den Bereich der Automatisierungs- und Fertigungsindustrie ergänzen, zählen unter anderem die Unternehmen ABB, Audi, GHMT sowie MC Technologies. Mit Qualcomm und Rohde & Schwarz wuchs die Initiative darüber hinaus um zwei Unternehmen aus der IKT-Industrie. Und mit China Mobile konnte nicht zuletzt der weltweit größten Netzbetreiber mit etwa 800 Mio. Kunden gewonnen werden. „Mit dieser Mitgliederstruktur ist eine sehr gute Basis geschaffen, um die weitere Expansion voranzutreiben und die 5G-ACIA als weltweit wichtigstes Forum für das Thema 5G im Kontext Industrie 4.0 zu etablieren“, ist Bent überzeugt.













