Siemens
Die IoT-Gateway-Strategie
Nahezu jeder Automatisierungshersteller hat das Thema 'Gateways zum IoT' derzeit auf der Agenda – so auch Siemens. Katrin Kunz, Leiterin Marketing für PC-basierte Automation & SCADA, erläutert die diesbezügliche Produktstrategie des Konzerns.
Zur Hannover Messe 2016 hatte Siemens den Einstieg in das Thema IoT-Gateways angekündigt. Kurz vor der SPS IPC Drives ist nun die Lieferfreigabe des so genannten‚ Simatic IOT2040‘ erfolgt. Nahezu zeitgleich kündigte der Distributor RS Components an, ab sofort exklusiv ein weiteres Siemens-IoT-Gateway zu vertreiben – das ‚Simatic IOT2020‘. Auf die Frage, worin sich beide Produkte konkret unterscheiden, antwortet Katrin Kunz: „Das IOT2040 ist ein industrielles Gateway, welches insbesondere für die Kommunikation zwischen Fertigung und IT-Ebene beziehungsweise der Cloud konzipiert ist. Mit einem Quark-x1020-Prozessor von Intel mit Security-Features von, zwei Ethernet- und zwei seriellen Schnittstellen, sowie 1 GByte DDR3 RAM, 8 MByte Flash und 256 kByte SRAM ist es hierfür perfekt ausgestattet. Die Offenheit bezüglich der Programmierung und auch der Einbindung diverser Protokoll-Treiber ermöglicht vielfältige Anwendungen – insbesondere auch für die Nachrüstung bei bestehenden Maschinen und Anlagen.“
Demgegenüber stelle das Simatic IOT2020 eine Variante speziell für den akademischen Markt dar. „Hier bietet insbesondere die Offenheit bei der Programmierung und die zahlreichen Erweiterungsmöglichkeiten mit Arduino Shields gepaart mit der etablierten Simatic-Qualität eine ideale Plattform für Lehrveranstaltungen und Forschungsprojekte“, so Kunz. Für diesen Einsatz sei auch die technische Spezifikation mit einem Intel-Quark-x1000-Prozessor, einer Ethernet-Schnittstelle sowie 512 MByte DDR3 RAM, 8 MByte Flash und 256 kByte SRAM zugeschnitten. „Um das IOT2020 direkt Studenten anbieten zu können, benötigt Siemens einen Distributionspartner mit dem entsprechendem Zugang und auch der Erfahrung in diesem Umfeld“, begründet die Marketing-Leiterin die jüngst geschlossene Distributionsvereinbarung mit RS Components und fügt hinzu: „Mit RS Components haben wir einen Partner gefunden, um das Produkt weltweit als offene Plattform für den akademischen Markt zu platzieren. Deshalb fand der Produkt-Launch auf der ‚Maker Fair‘ in Rom gemeinsam mit Massimo Banzi, dem Erfinder und Gründer von Arduino, statt.“
Die unterschiedliche Ausstattung und Zielrichtung beider IOT2000-Familienmitglieder schlägt sich letztlich auch im Preis nieder: Während Siemens den Listenpreis des IOT2040 mit 199 Euro angibt, verlangt RS Components für das IOT 2020 89 Euro – also weniger als die Hälfte. Dieser Preisunterschied dürfte letztlich nicht nur für Studenten interessant sein. „Letzten Endes entscheidet der Kunde, wie und wo er das IOT2020 einsetzt“, merkt Heiko Luckhaupt, Global Merchandising Manager – Automation & Control bei RS Components, an und ergänzt: „Es ist also durchaus vorstellbar, dass es auch in der Industrie Anwendungen gibt in denen das IOT2020 zum Einsatz kommen kann.“
Neben der IOT2000-Familie hat Siemens ein weiteres IoT-Gateway im Portfolio – das ‚MindConnect Nano‘ (Listenpreis 990 Euro). Auf die Frage nach der gegenseitigen Abgrenzung entgegnet Kunz: „Die MindConnect Nano ist das erste MindConnect-Element zur Anbindung an die Siemens MindSphere-Cloud. Hier ist die Software zur sicheren Übertragung von Daten bereits integriert. Bei den Standard-Geräten muss der Anwender dies alles selbst tun.“ Daneben wird es ein zum Simatic IOT2040 vergleichbares MindConnect-Element mit dem Namen MindConnect IoT2040 geben - ein vorkonfiguriertes Gateway, welches die Übermittlung verschlüsselter Daten über eine gesicherte Internetverbindung an MindSphere herstellt, um cloud-basierte Applikationen und Services zu ermöglichen.“ Das MindConnect IoT2040 befindet sich Kunz zufolge kurz vor der Marktfreigabe und kann auf der Messe bereits begutachtet werden.










