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Artikel und Hintergründe zum Thema

TE Connectivity

Günter Herkommer,

Daten und Energie kontaktlos übertragen

Daten und Energie kontaktlos übertragen – dieses Konzept steckt hinter dem Übertragungssystem 'Ariso', welches TE Connectivity nun offiziell in den Markt bringt. CTO Ulrich Wallenhorst erläutert die Details.

© TE Connectivity

Ulrich Wallenhorst, TE: „Der nächste Entwicklungsschritt von Ariso hat schon begonnen.“

© TE Connectivity

Herr Wallenhorst, auf der letztjährigen SPS IPC Drives haben Sie 'Ariso' als Konzept erstmals vorgestellt – wie war die Resonanz im Markt darauf?

Die Resonanz darauf war sehr positiv, da das kontaktlose Übertragungssysteme klassische Probleme von Steckverbindern oder anderen Verbindungstechnologien adressiert und behebt, wie beispielsweise Steckzyklen oder wartungsfreie endlose Rotation. Zudem lassen sich damit ganz neue Produktdesigns umsetzen - denken Sie beispielsweise an komplett verschlossen Komponenten, die modular aufgebaut sind und mit Ariso durch die Gerätewände verbunden werden.

Erste kundenspezifische Produkte werden seit Anfang des Jahres bereits ausgeliefert und mittlerweile ist die Serienproduktion gestartet, sodass wir auf der Messe nun auch den offiziellen Launch der Serienprodukte verkünden können.

Das System ist bis dato auf PNP-Sensorschaltsignale beziehungsweise eine Leistung von 12 Watt bei einer Übertragungsdistanz von 7 mm ausgelegt. Wird es dabei bleiben?

Nein. Wir sind gerade intern dabei, unser Portfolio zu erweitern und die Plattform in Richtung höherer Power- und Datenraten zu entwickeln. Hierbei liegt der Fokus vor allem auf Industrial Ethernet beziehungsweise eine Übertragungsraten von 100 Mbit und Leistungsübertragung bis zu 100 Watt. Zudem werden wir nun die Hard- und Software dahingehend modularisieren, dass wir etwa das Daten-Modul vom Power-Modul entkoppeln. Auf diese Weise können wir die Lösung besser skalieren indem sich beispielsweise auf der Powerseite Module in unterschiedlichen Leistungsklassen mit unterschiedlichen Datenmodulen – etwa für Ethernet, Profibus oder Ethercat – flexibel kombinieren lassen.

Wenn sich eine Technologie in der Industrie durchsetzen soll, wird immer auch der Ruf nach Standardisierung laut.

Im Konsumerbereich gibt es zum Bereich Wireless Power & Data bereits verschiedene Standardisierungsbemühung. Eine davon ist beispielsweise der Qi-Standard des Wireless Power Consortiums, an dem unser Partner Power by Proxi federführend beteiligt ist. Der Fokus liegt hier auf der kontaktlosen Leistungsübertragung zum kabellosen Laden mobiler Consumer-Produkte wie etwa Handys. Ähnliches gibt es im Datenbereich mit WiGig.

Wenn diese Standards final stehen, ist es nicht mehr so schwer, diese auf industrielle Applikationen zu adaptieren. Im Übrigen werden die heutigen Ariso-Komponenten mit Standard M12-Steckverbinder angebunden und sind demnach mit den vorhandenen Lösungen kombinierbar.

Welche industriellen Kommunikationsstandards unterstützt Ariso?

Wie bereits erwähnt, wurden die ersten Varianten zur Anbindung von Sensorik entwickelt, weshalb der Fokus hierbei auf digitalen Schaltsignalen gelegen hat. Hand in Hand mit der Erhöhung der Datenrate wird in der nächsten Ausbaustufe auch die Unterstützung der gängigen Bussysteme in der Automatisierungstechnik gehen. In einer kundenspezifischen Lösung haben wir zudem bereits IO-Link realisiert.

Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Ansätze der kontaktlosen Übertragung von Daten und Energie – allerdings haben sich diese bis dato nicht durchgesetzt. Was macht Sie optimistisch, dass Ihnen dies mit Ariso gelingt?

Bisherige Lösungen, deren Entwicklung meist aus der Sensor-Sicht erfolgte, waren unserer Einschätzung nach zu statisch beziehungsweise es fehlte ihnen an der intrinsischen Echtzeitfähigkeit. Mit geringen Wirkungsgraden waren sie zudem nicht effizient genug und auch nicht flexibel genug im Aufbau.

Ariso hingegen geht das Thema aus der Verbindungssicht an und erreicht einen Wirkungsgrad von 70 bis über 80 %, bei der Betrachtung des Gesamtsystems. Zudem lag der Fokus der Entwicklung darauf, das System so einfach wie möglich zu machen. Das heißt, der Anwender darf nicht merken, dass er eine kontaktlose Technologie einsetzt. Durch den modularen Aufbau zusammen mit den Vorteilen, wie unlimitierte Steckzyklen, wartungsfreie Rotationsunterstützung oder Verbindungen on-the-fly beispielsweise zur Anbindung von Komponenten auf sich bewegenden Maschinenteilen oder Werkstückträgern, glauben wir ein System entwickelt zu haben, dass in dieser Art einzigartig ist.

Werden Sie das System allein vermarkten oder die Technologie auch anderen interessierten Firmen zur Verfügung stellen?

Wir bieten im Bereich Ariso sowohl eigenen Standard-Produkten an, führen aber auch Gesprächen mit anderen Unternehmen – beispielsweise mit Herstellern von Robotik- oder Sensorik-Komponenten - hinsichtlich einer Integration der Technologie in bestehende Lösungen.

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