Sercos International
Abbildung von Sercos auf OPC UA in Arbeit
Sercos International hat angekündigt, eine so genannte 'OPC-UA Companion Specification' für Sercos zu erarbeiten. Ziel der Initiative ist es, den Datenaustausch zwischen Maschinenperipherie und übergeordneten IT-Systemen zu vereinfachen.
Die geplante Spezifikation soll die Abbildung des Informationsmodells von Sercos auf OPC-UA beschreiben, um die von den Geräten zur Verfügung gestellten Funktionen und Daten über OPC-UA zugänglich zu machen. Ein Entwurf liegt laut Peter Lutz, Geschäftsführer von Sercos International, bereits vor und wird aktuell von einer technischen Arbeitsgruppe unter Mitwirkung von Automatisierungsherstellern, Technologieanbietern und Forschungsinstituten einem Review unterzogen. Die finale Version soll bis spätestens April 2015 stehen.
Peter Lutz, Sercos International: "Die heutigen Bussysteme können, ja müssen einen Beitrag leisten, um das Internet der Dinge in der Praxis umzusetzen."
© SercosDie von Sercos spezifizierten Abbildungsregeln lassen sich Lutz zufolge für verschiedene Implementierungsansätze nutzen. Zum einen kann die OPC-UA-Server-Funktionalität in einem Sercos- Master (zum Beispiel CNC- oder SPS-Steuerung) realisiert werden. Es sei jedoch auch möglich, diese Funktionalität direkt in einem Sercos-Slave umzusetzen und die OPC-UA-Zugriffe parallel zur Sercos-Echtzeit-Kommunikation oder auch ganz ohne Sercos-Echtzeit-Kommunikation durchzuführen. Die möglichen Anwendungsfälle reichen von der Geräteparametrierung, über die Netzwerkkonfiguration bis hin zum Energiemanagement und der vorbeugenden Instandhaltung. So erlaubt beispielsweise die Bereitstellung des Sercos-Antriebsprofil oder des Sercos-Energieprofils über OPC-UA einen direkten Datenaustausch basierend auf einer herstellerübergreifenden Semantik.
Kostenloses Prüfwerkzeug für Geräteentwickler
Neben den OPC-UA-Aktivitäten verkündete Peter Lutz auf der Pressekonferenz von Sercos International auf der SPS IPC Drives 2014 die sofortige Verfügbarkeit eines kostenlosen Prüfwerkzeuges, um die Internet Protocol Services (IPS) auf Konformität zur Sercos-Spezifikation zu testen. Die IPS definieren verschiedene Dienste für den Zugriff auf Sercos-Geräte über gängige Internet-Protokolle.
Die Besonderheit an den IPS-Diensten ist, dass hierzu kein Sercos-Master oder eine bereits initialisierte Sercos-Echtzeit-Kommunikation erforderlich sind. Doch auch im zyklischen Echtzeitbetrieb stehen die IPS-Dienste zur Verfügung. In diesem Falle werden die Telegramme in dem UC-Kanal (Unified Communication Channel) von Sercos übertragen, ohne das Echtzeitverhalten des Netzwerkes negativ zu beeinflussen.
"Mit dem IPS Conformizer tragen wir der wachsenden Bedeutung der Internet-Protokolle Rechnung", merkt Lutz in diesem Zusammenhang an und ergänzt: „So kann die Inbetriebnahme, aber auch die Fernwartung und Diagnose von Sercos Geräten sehr einfach über das Intranet oder Internet realisiert werden.“ Mitglieder der Sercos-Nutzerorganisationen erhalten auch Zugang zum Quellcode des Prüfwerkzeuges, so dass herstellerspezifische Software-Anpassungen möglich sind und sich diese einfach in eigene Qualitätssicherungs-Tools integrieren lassen.













