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Die zweite Phase

01. Juli 2020, 12:14 Uhr   |  Meinrad Happacher

Die zweite Phase
© Fraunhofer IESE

Vor einem Jahr lief das BMBF-Projekt ‚Basissystem Industrie 4.0‘ aus. Nun sollen kleine und mittelständische Unternehmen bei der Einführung von Industrie 4.0 auf Basis des Projektes gefördert werden. Projektleiter Dr. Thomas Kuhn erläutert die Hintergründe.

Herr Dr. Kuhn, das Projekt BaSys 4.0 lief im vergangenen Juni aus. Was ist seither passiert?

Dr. Thomas Kuhn: Direkt an das Ende des Projekts BaSys 4.0 hat sich ein weiteres Förderprojekt mit dem Titel BaSys 4.2 angeschlossen. Wir haben die Open Source Middleware in der Zwischenzeit natürlich weiterentwickelt. Mittlerweile liegt der Fokus des Projektes auf der Integration von Geräten und Datenmodellen, sowie auf Modellen. Ganz wichtig sind hierbei Fähigkeiten-modelle. Diese Modelle beschreiben die Fähigkeiten von Geräten und deren Komponenten und werden zur Planung und Optimierung der Produktion eingesetzt. 

Jetzt macht das BMBF den Fördertopf wieder auf mit dem Ziel, kleine und mittlere Unternehmen bei der Einführung von Industrie 4.0 zu unter-stützen. Was genau ist geplant? 

Das Bereitstellen der BaSys Middleware als Open Source ist ein wichtiger Schritt, um die Umsetzung von Industrie 4.0 zu unterstützen. Speziell kleinere und mittlere Unternehmen benötigen jedoch auch Unterstützung bei der Umsetzung von konkreten Industrie-4.0-Herausforderungen. Dies kann etwa die Modernisierung einer Fertigungslinie für Industrie 4.0 sein, die Einbindung bestehender Maschinen in eine Industrie-4.0-Umgebung, aber auch die Entwicklung einer neuen Automatisierungslösung zum Beispiel basierend auf BaSys. Das BMBF möchte mit seiner Bekanntmachung ‚Weiterentwicklung des Softwaresystems BaSys 4.0 in der Anwendung‘ speziell diese Unternehmen bei der Anwendung von BaSys 4 unterstützen. Dafür wird ein Fördertopf bereitgestellt. Pro Projekt ist eine maximale Fördersumme von 750.000 Euro möglich.

Wie sieht der geplante zeitliche Rahmen aus und was müssen die Unternehmen selbst beisteuern?

Die BaSys-Satellitenprojekte werden in der Regel über einen Zeitraum von zwei Jahren gefördert. Es gibt derzeit zwei Deadlines zur Einreichung von Projektskizzen. Dies ist der 15.07.2020 und der 15.01.2021. Die Unternehmen müssen dabei einen Eigenanteil von 50 % der eigenen Kosten leisten. Projektskizzen, die zum 15.07.2020 vorliegen und positiv begutachtet sind, werden noch in diesem Jahr zur Stellung eines Vollantrages aufgefordert und können dann vermutlich auch schon in diesem Jahr mit den Arbeiten beginnen. 

Was sollten Firmen nun tun, die Interesse an einem solchen Projekt haben?

Ideal wäre es, wenn sie sich an einer der – derzeit virtuellen – Informations-veranstaltungen beteiligen, die BaSys 4 und die Fördermöglichkeiten im Rahmen der Satelliten erklären. Hier gibt es noch mehrere Veranstaltungen. Es finden sich oft Firmen und Forschungspartner in Konsortien zusammen, um gemeinsam eine Projektskizze einzureichen. Diese Veranstaltungen sind daher gut geeignet, um mögliche Konsortialpartner zu finden. Wir stellen auch eine Aufzeichnung mit Informationen auf unserem Youtube-Kanal bereit. Sinnvoll ist es auch, sich im Vorfeld mit einem der Konsortialmitglieder aus dem BaSys-Projekt auszutauschen, um die Umsetzbarkeit der eigenen Idee zu prüfen. Wir vom Fraunhofer IESE prüfen Ideen gerne und kostenlos. 

Welches sind die fernen Ziele, die noch in der Pipeline sind?

Ferne Ziele, an denen wir derzeit arbeiten, sind die Definition und die Standardisierung des Datenaustauschs zwischen Industrie-4.0-Akteuren. Hier ist eine ganz wichtige Herausforderung eine gemeinsame Sprache, die dann auch den unternehmensübergreifenden Datenaustausch ermöglicht. Darüber hinaus arbeiten wir an der virtuellen Inbetriebnahme und an der virtuellen Optimierung von Produktionsanlagen.

Das Projekt BaSys 4.0

Das Projekt BaSys realisiert eine Open-Source-Industrie-4.0-Middleware, die in eigene Produkte und Lösungen integriert werden darf und kann. Damit steht eine technologische Basis für die schnelle Umsetzung von Industrie-4.0-Lösungen bereit, ebenso realisierte Standards, wie zum Beispiel die Verwaltungsschale der Plattform Industrie 4.0, aber auch das Konzept der Führungskomponenten. Ebenfalls arbeitet das Fraunhofer IESE an der Entwicklung und an der Standardisierung dieser Konzepte aktiv mit, zum Beispiel in Gremien der Plattform Industrie 4.0.

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