Elektroindustrie

Lukas Dehling,

ZVEI erwartet moderates Wachstum

Bei der Jahresauftakt-Pressekonferenz präsentierte Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung, die Zahlen für das Jahr 2015 und gab einen Ausblick auf 2016. Beim Thema Industrie 4.0 sieht er die deutschen Unternehmen in einer guten Ausgangslage.

"Erfreulich war 2015 die Beschäftigungsentwicklung mit einem Plus von 8.000 zusätzlich geschaffenen Arbeitsplätzen. Insgesamt sind in der Branche derzeit 853.000 Menschen beschäftigt – der höchste Wert seit fast sieben Jahren", erläuterte Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung.

© ZVEI

Von Januar bis November 2015 wuchs die Produktion der Elektroindustrie um 0,6 % gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz – der auch Dienstleistungen und Software umfasst sowie Währungseinflüssen unterliegt – legte deutlich stärker um 3,7 % auf 162,2 Mrd. Euro zu. Für das Gesamtjahr 2015 geht der ZVEI von einem Branchenumsatz in Höhe von knapp 178 Mrd. Euro aus. Die Erlöse in den fünf größten Fachbereichen entwickelten sich dabei wie folgt: In der Automation gab es ein Plus von 4,7 % auf 44,7 Mrd. Euro. Die Bauelemente legten um 9,3 % auf 19,3 Mrd. Euro zu, die Gebrauchsgüter um 2,3 % auf 16,2 Mrd. Euro. Die Energietechnik konnte ihren Umsatz um 3,0 % auf 11,6 Mrd. Euro steigern und die Medizintechnik um 15,7 % auf 9,9 Mrd. Euro.

Dynamisch hat sich im vergangenen Jahr der Außenhandel entwickelt – der ZVEI erwartet hier einen neuen Rekordwert von rund 174 Mrd. Euro beim Export (einschließlich Re-Exporten). Begünstigt durch den Wechselkurs zogen die Ausfuhren in die USA besonders stark an. Sie wuchsen von Januar bis November 2015 um 16,2 % auf 14,5 Mrd. Euro. Damit waren die Vereinigten Staaten wieder das wichtigste Abnehmerland vor China, das im Abnehmer-Ranking mit 13,6 Mrd. Euro auf Platz zwei kam. Die Ausfuhren nach China stiegen nur noch leicht um 0,5 %.

Für das Jahr 2016 geht der ZVEI davon aus, dass die preisbereinigte Produktion der Brancheum 1 % und der Umsatz um 2 % zulegen werden. Trotz des moderaten Wachstum rechnet der ZVEI mit einem neuen Höchstwert: "Wir nehmen damit wieder Kurs auf einen Branchenumsatz von 182 Milliarden Euro, den wir im Rekordjahr 2008 schon einmal erreicht hatten", sagte Dr. Klaus Mittelbach bei der Jahresauftakt-Pressekonferenz des Verbands.

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Industrie 4.0: "2016 wird das Jahr der Umsetzungen!"

Optimistisch zeigte sich Dr. Mittelbach beim Thema Industrie 4.0: "2015 haben wir wichtige Schritte nach vorn gemacht. 2016 wird das erste große Jahr der Umsetzung von Industrie 4.0 in den Unternehmen." Das im ZVEI erarbeitete Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0 (RAMI 4.0) habe sich erfolgreich entwickelt und könne in Kürze als DIN SPEC auch in internationale Standardisierungsgremien eingebracht werden. Zudem seien 2015 mit der erweiterten 'Plattform Industrie 4.0' und dem 'Labs Network Industrie 4.0' neue Strukturen geschaffen worden.

Eines der wichtigsten Vorhaben in diesem Jahr ist laut Dr. Mittelbach ein Projekt, das der ZVEI in diesem Monat mit der RWTH Aachen gestartet hat: Beim Projekt 'openAAS' (AAS = Asset Administration Shell) soll eine offene Entwicklungs- und Testumgebung für die Unternehmen der Elektroindustrie und ihre Kunden aus dem Maschinenbau zur Verfügung gestellt werden, um die Kommunikation zwischen den Geräten auf dem "Shop Floor" und dem Internet der Dinge, Dienste und Menschen auszugestalten.

Zudem bezweifelt er das Statement , hierzulande habe man "die erste Halbzeit" beim Internet der Dinge und den Daten verloren. "Wir sehen das nicht so – das Match ist höchst spannend und weiterhin offen. Zwar ist richtig, dass die amerikanische Internetwirtschaft uns bei der Entwicklung von daten-basierten Geschäftsmodellen voraus ist – es besser versteht, aus Daten Werte zu schaffen ('Smart Data'). Unsere Unternehmen sind dagegen spitze bei den 'Dingen'. Unsere Ausgangslage ist dort exzellent, wo die Welt der IT mit der realen Welt zusammenkommt – in Antrieben, Steuerungen, Sensoren. Bei eingebetteten Systemen sind wir Weltklasse", erläutert Dr. Mittelbach.

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