Deltalogic
TIA-Portal von Siemens entschlüsselt
Zur SPS IPC Drives 2010 hat Siemens erstmals sein neues Engineering-Framework TIA-Portal vorgestellt. Deltalogic ist es nun gelungen, dessen Symbolik zu entschlüsseln.
"Mit unserem Accon-AGLink haben wir die erste Lösung am Markt, die den direkten Datenzugriff auf das neue Dateiformat des TIA-Portals von Siemens ermöglicht. Anwender können mit Hilfe dieser Kommunikationsbibliothek schnell und zuverlässig auch im sogenannten optimierten Bausteinzugriff mit den Steuerungen S7-1200 und S7-1500 kommunizieren", so Deltalogic-Geschäftsführer Rainer Hönle. Dies sei keine leichte Aufgabe gewesen, denn: "Beim TIA-Portal handelt sich um ein proprietäres Dateiformat und extrem komplexe Strukturen. Insofern hat es uns viel Zeit und großen Einsatz gekostet, den Aufbau der Dateien und das Kommunikationsprotokoll zu entschlüsseln."
Zum Hintergrund dieser Entwicklung: Das TIA-Portal bringt für alle, die mit Hilfe eines PC auf die neuen Siemens-Steuerungen zugreifen und mit diesen Daten austauschen möchten, neue Herausforderungen mit sich. Denn zusätzlich zur absoluten Adressierung wurde speziell für die S7-1200 und die S7-1500 eine neue Symbolik-Art für den optimierten Bausteinzugriff eingeführt. Dies bedeutet, dass die Variablendeklarationen nur die symbolischen Namen enthalten. Die Variablenadressen verwaltet das Programmiersystem automatisch.
"Damit ist es Siemens gelungen, die Performance der CPU deutlich zu steigern und Zugriffsfehler durch Fehlprogrammierung zu unterbinden", räumt Hönle ein, merkt aber im gleichen Atemzug an: "Allerdings gab es bisher keine Möglichkeit, den optimierten Bausteinzugriff und diese Vorteile außerhalb der Siemens-Produktwelt zu nutzen. Der einzige Weg, um auf Daten zuzugreifen, bestand darin, den Kompatibilitätsmodus zu aktivieren beziehungsweise den optimierten Bausteinzugriff abzuschalten. Dies ist aber nicht empfehlenswert, da bei Aktivierung nur eines einzigen Datenbausteins in diesem Modus der Zugriff auf alle Daten bis zu sechsmal langsamer erfolgt. Und letztlich ist es fraglich, wie lange Siemens den Kompatibilitätsmodus überhaupt noch unterstützen wird."
Als Unternehmen, das sich auf die PC-SPS-Kommunikation im Siemens-Umfeld spezialisiert hat, hat sich Deltalogic daher der Aufgabe gestellt, das neue Dateiformat umfassend zu analysieren, den Aufbau des Kommunikationsprotokolls zu entschlüsseln sowie die Möglichkeit zu schaffen, auf TIA-Portal-Projekte zuzugreifen, um symbolische Operanden der Datenbausteine mit ihren Datentypen, Strukturen, Kommentaren, UDTs sowie Schnittstellen und mehr auszulesen. Diese Funktionalität haben die Schwaben sodann in ihre Software Accon-AGLink integriert.
Die Kommunikationsbibliothek unterstützt Hönle zufolge TIA-Portal-Projekte ab der Version 11 und ermöglicht im ersten Entwicklungsschritt, von Windows-basierten Systemen aus mit der S7-1200/1500 zu kommunizieren; weitere Betriebssysteme sind angedacht. Ein großer Vorteil für den Anwender: Er muss sich nicht mehr um die Adressierung kümmern und kann gleichzeitig auch Daten mit älteren ins Projekt eingebundenen Siemens-Steuerungen wie der S7-300 oder S7-400 austauschen. Die neue Lösung biete somit unter anderem Herstellern von Panels und Visualisierungssoftware eine elegante Möglichkeit, sich alleine über eine Software an die neuen Siemens-Steuerungen anzubinden. Sie erleichtere aber auch allen anderen Anwendern das Leben, die Prozessdaten zum Steuern, Überwachen, Visualisieren, Auswerten und Archivieren ihrer Siemens-Steuerungen benötigen.










